Zwei Tote nach dem Verzehr von Wurstwaren: Kreis schließt Wilke in Berndorf und ordnet Rückrufaktion an

Was passiert jetzt mit der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH?
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Was passiert jetzt mit der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH?

Der Landkreis hat die Wilke Wurstwaren GmbH aus Twistetal geschlossen und einen Rückruf aller Produkte angeordnet. Wegen gefährlichen Listerien  (Bakterien), die dort gefunden wurden, sind zwei Menschen in Hessen bereits gestorben.

Twistetal - Die Nachricht schlug am Mittwoch, 2. Oktober 2019, ein wie eine Bombe. Wurst-Wilke in Berndorf ist auf unbestimmte Zeit geschlossen.

200 Mitarbeiter sitzen nun auf der Straße. In einer Pressekonferenz informierte der Landkreis über die plötzlich verordnete Schließung. Hygienische Mängel sind der Grund. Um genauer zu sein Listerien, Bakterien eines gefährlichen Typs.

Dies hat in Hessen zu zwei Todesfällen geführt. Bundesweit gibt es noch weitere 37 Verdachtsfälle von erkrankten Personen, wobei noch unklar ist, ob diese im Zusammenhang mit Produkten der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH aus Twistetal-Berndorf stehen. Darum hat der Landkreis verfügt, dass Wilke alle Produkte zurückrufen muss, weltweit.

Bei den beiden Todesfällen handelt es sich um Senioren, die 2018 als Patienten in Krankenhäusern Produkte des Berndorfer Betriebes verzehrten und daraufhin verstarben. Das Robert Koch Institut kann durch die Genanalyse mit 99,6 prozentiger Wahrscheinlichkeit den Zusammenhang zu dem heimischen Fleischwarenhersteller belegen.

Seit 2014 tauchen immer wieder Listerien bei Proben auf. In Deutschland gibt es, anders das generelle Verbot in Österreich, einen Grenzwert. Doch selbst diesen konnte das Unternehmen nicht mehr einhalten.

Nach dem sich die Hinweise mehrten, hat seit Anfang des Jahres der zuständige Fachdienst für Lebensmittelüberwachung des Kreises Maßnahmen ergriffen und den Betrieb kontrolliert, mehr Desinfektionen angeordnet, mehr Proben entnommen. Doch woher die Keime stammen, lässt sich bislang nicht lokalisieren.

Eine Eingreiftruppe der Regierungspräsidien Darmstadt und Kassel dokumentiert aktuell alles in dem geschlossenen Betrieb. Sowohl bauliche Mängel als auch fehlerhafte Hygiene können eine Ursache sein. Bei den Mitarbeitern wurden keine Listerien gefunden.

„Irgendetwas ist faul mit der Reinigung“, vermutet Fachbereichsleiter Dr. Martin Rintelen. Proben von den Scheideautomaten zeigen immer wieder den Listerienbefall.

Weil der mittelständische Fleischproduzent den Großhandel in Deutschland beliefert und die Produkte unter anderem bei Hotels, Krankenhäuser und selbst als Belag auf Tiefkühlpizzen namhafter Hersteller landen, muss nun alles zurückgerufen werden. Die rund 200 Mitarbeiter produzierten bisher auf der 25.000 m² großen Betriebsfläche rund 300 Tonnen Roh-, Brüh-, und Kochwurstartikel sowie Konserven.

„Die Vorsorgepflicht gegenüber den Verbrauchern lässt uns keine andere Wahl“, betont Landrat Dr. Reinhard Kubat. Seine Verwaltung musste handeln und den Betrieb schließen, um Schlimmeres zu vermeiden. Wie das Unternehmen mit der Schließung umgeht, war bislang nicht zu erfahren. Unser Anfrage nach einem Stadtment der Geschädftsführung blieb bisher unbeantwortet.

Der Landkreis hat die Arbeitsagentur informiert, da auch unklar ist, ob und wie es für die Mitarbeiter weitergehen kann.

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25.10.2019: Es geht wieder vor Gericht und die weiteren Meldungen am Textende

11.10.2019: Salamitaktik im Wilke Wurstskandal und die weiteren Meldungen am Textende

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