Zweifel und Abzugsprobleme

Frankenberg. Mit einem Vortrag des aus Armenien stammenden Publizisten und wissenschaftlichen Autors Dr. Aschot Manutscharjan zu dem Thema Pers

Frankenberg. Mit einem Vortrag des aus Armenien stammenden Publizisten und wissenschaftlichen Autors Dr. Aschot Manutscharjan zu dem Thema Perspektiven fr Afghanistan setzte die Gesellschaft fr Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Waldeck-Frankenberg (GfW), ihre Informationsveranstaltungen zu politischen Themen fort. Dr. Aschot Manutscharjan lebt seit 1990 in Deutschland, kennt aber Afghanistan und die Nachbarlnder aus eigener Anschauung.

Angesichts des erneuerten militrischen Engagements Deutschlands auch aus der Frankenberger Kaserne sind zur Zeit 90 Soldaten im Bereich Kundus stationiert ein aktuelles Thema. Dr. Manutscharjan habe einerseits die Zweifel am Afghanistaneinsatz, die einen groen Teil der Bevlkerung bewegen, besttigt. Andererseits lie die Beschreibung der Lage auch einen sofortigen Abzug als problematisch erscheinen, teilt die GfW mit.

Von vllig falschen Voraussetzungen sei man jahrelang unter amerikanischer Fhrung ausgegangen, so Manutscharjan, indem man geglaubt habe, in Afghanistan wenigstens etwas westlicher Demokratie hnliches initiieren zu knnen. Das habe den Traditionen des Landes mit seinen vielen Vlkerschaften und unterschiedlichen religisen Prgungen widersprochen.

Statt von einer einflusslosen korrupten Zentralregierung unter dem im Lande nicht respektierten Exilafghanen Karsai Demokratisierung zu erwarten, htte man von vorneherein auf die dezentralen Fhrungen der Ethnien, Stmme bis hinunter zu den Dorfchefs setzen mssen, um regional die Befriedung des Landes und die Sicherheit der Menschen zu gewhrleisten.

Eine entsprechende Neuorientierung der amerikanischen Politik bahne sich unter Obama an.

Die Ankndigung eines Abzugstermins ohne eine vorherige Absicherung der Befriedung des Landes, knne allerdings die Gefahr einer spteren erneuten Machtbernahme der Taliban heraufbeschwren. Den Sden Afghanistans, in dem die Mehrheitsbevlkerung der Paschtunen einem uerst konservativen Stammesgesetz anhngt, in eine Friedensordnung einzubeziehen, sei ein Problem. Der Einfluss der auch von Pakistan aus untersttzten paschtunischen Taliban sei gro.

Zu hoffen sei, dass der relative Frieden, den die afghanische Bevlkerung zumindest in Teilen des Landes erlebe, zum ersten Mal nach 30 Jahren Brgerkrieg zu einem Mentalittswandel beitrage, der die Wiederholung eines solchen Brgerkrieges erschweren knne. Dazu wenigstens htten dann auch der Einsatz der Bundeswehr und die Aufbauarbeit ziviler Organisationen beigetragen.

Der Sektionsleiter der GfW und Kommandeur der Burgwaldkaserne, Oberstleutnant Thomas Mauer, mit dem Referenten. Foto: Privat

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