6.September 1942, 5.23 Uhr

Schueler der Eschweger Schulen legten kleine Steine zum Gedenken neben das Denkmal.
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Schueler der Eschweger Schulen legten kleine Steine zum Gedenken neben das Denkmal.

Eschwege. Sie wohnten im Brühl, der Hospitalstraße, der Wallgasse oder am Obermarkt. Mitten im Herzen Eschweges. Eschweger Bürger, Dietemänner.Doc

Eschwege. Sie wohnten im Brühl, der Hospitalstraße, der Wallgasse oder am Obermarkt. Mitten im Herzen Eschweges. Eschweger Bürger, Dietemänner.

Doch sie mussten ihr Zuhause, ihre Heimat verlassen. Die letzten Eschweger Juden wurden heute auf den Tag vor 70 Jahren mit dem letzten von drei Sonderzügen deportiert. Am 6. September um 5.23 Uhr verließ der Zug mit den ausgesonderten Bürgern den Eschweger Bahnhof. Ruven Löwenstein aus der Friedrich-Wilhelm-Straße war mit 76 Jahren der älteste unter ihnen. Transportziel war das Vernichtungslager der Nationalsozialisten in Riga.

Um den ehemaligen Eschweger Bürgern zu gedenken wurde heute Morgen um 5.23 Uhr ein bronzener Koffer am Stadtbahnhof enthüllt. Rund 400 Menschen, darunter zirka 200 Schüler der Anne-Frank-Schule, der Brüder-Grimm-Schule, des Beruflichen Gymnasiums und des Oberstufengymnasiums gingen zuvor in einem Schweigemarsch vom Schulberg, dem Standort der einstigen Synagoge, zum Stadtbahnhof. Es war der Weg, den auch die Eschweger Juden vor 70 Jahren gingen. Gingen mussten.

Heute Morgen sagten dort die Schüler jeden einzelnen Namen der von den Nationalsozialisten verschleppten Eschweger Juden auf und legten für jeden einzelnen einen kleinen Gedenkstein an die Bronzeskulptur. Der Bahnhof war heute Morgen ein Ort der Stille, der Gedanken und des Gedenkens.

"Es waren keine Fremden, sondern Menschen aus unserer Mitte. Wir tun gut daran, eine Stadt zu sein, die hinschaut", sagte Bürgermeister Alexander Heppe am Vorabend bei der Ausstellungseröffnung "Sonderzüge in den Tod" in den Räumen der Sparkasse.

Von den 120 aus Eschwege stammenden Juden, die zwischen Dezember 1941 und September 1942 in die Vernichtungslager der Nazis deportiert wurden, erlebten nur drei die Befreiung...

Hier geht's zum Artikel "Sonderzüge in den Tod"

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