Ein ,abgefahrener’ Beruf

Witzenhausen. Er hat eine große Verantwortung, bewegt ein über zehn  Tonnen  schweres Fahrzeug mit bis zu 340 PS, bringt bis zu 80 Menschen gleich

Witzenhausen. Er hat eine große Verantwortung, bewegt ein über zehn  Tonnen  schweres Fahrzeug mit bis zu 340 PS, bringt bis zu 80 Menschen gleichzeitig sicher und zuverlässig zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkauf und legt dabei im Jahr bis zu 80.000 Kilometer auf Bundes- und Landstraßen zurück. Die Rede ist von Benjamin Kohler, dem jüngsten Fahrer des Busunternehmens Brundig-Reisen in Witzenhausen. Der 22-Jährige hat gerade seine dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer für Personenbeförderung hinter sich gebracht, den Theorietest vor der Industrie- und Handelskammer Kassel, die Praxisprüfung vor dem TÜV Hessen abgelegt.

Benjamin nahm nicht gleich hinter dem Steuer eines riesigen Busses Platz: "Ich  arbeitete zunächst in der betriebseigenen Werkstatt, half bei Reparaturen, Öl- und Reifenwechsel, wartete Bremsanlagen", erklärt der junge Mann.

Nach vier Monaten ging es  dann endlich auf die Straße, begleitet von einem externen Fahrschullehrer, der mit dem Azubi über 100 Fahrstunden absolvierte. Kostenpunkt des Führerscheins: rund 7.000 Euro. "Die Summe wurde von uns komplett übernommen. Darin enthalten ist die ärztliche Untersuchung, Lernmaterial, Schulungsstunden, Berufsbekleidung und Prüfungsgebühren", erklärt Wolfgang Brundig, Geschäfstführer des bekannten Witzenhäuser Busunternehmens, das seit 2007 Berufskraftfahrer ausbilden darf.International unterwegs

Als zweiter Fahrer wurde Benjamin nach bestandener Fahrprüfung im Reiseverkehr innerhalb Deutschlands eingesetzt. Sogar bis nach Frankreich ging es. Heute ist er ausschließlich im Linienverkehr unterwegs. Ein Rotationssystem sorgt dafür, das er und seine 71 Kollegen immer andere Touren fahren, somit keine Eintönigkeit aufkommt und auch die gesetzlich festgelegten Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden.

Auf die Frage, warum er sich diesen Beruf ausgesucht habe, antwortet der 22-Jährige, dass er gern auf der Straße unterwegs sei und Verantwortung übernehmen wolle. Auch den direkten Kontakt zu den Fahrgästen empfände er als angenehm – solange die freundlich und verständnisvoll seien. Denn manchmal müsse man als Busfahrer auch Entscheidungen treffen, die nicht Jedem auf den ersten Blick einleuchten würden:  "Gerade im Winter bei Schnee und Glätte müssen die Kollegen die Situation auf den Straßen richtig einschätzen. Da kann es schonmal vorkommen, dass eine Haltestelle ausgelassen wird oder der Bus ganz stehen bleibt, was natürlich zu Verspätungen führt. Sicherheit geht in jedem Fall vor Pünktlichkeit", informiert Chef Wolfgang Brundig.Gute Zukunftsperspektiven

Angst, das der Nachwuchsfahrer zur Konkurrenz abwandern könnte, hat Brundig  nicht: "2014 gehen einige Kollegen in Rente, das heißt, wir brauchen neue Kräfte. Deshalb sorgen wir mit den Ausbildungen schonmal vor. Benjamin hat hier sehr gute Perspektiven."Und die kann auch ein weiterer Nachwuchsfahrer für sich nutzen, denn das Busuntere-nehmen sucht wieder einen Auszubildenden, der Berufskraftfahrer für Personenbeförderung werden will. Voraussetzungen dafür ist ein Mindestalter von 18 Jahren sowie der Besitz des Führerscheins Klasse 3.

Aussagekräftige Bewerbungen  können ab sofort an das Unternehmen Brundig-Reisen im Bornemannweg 10 in 37213 Witzenhausen geschickt werden.

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