Alle für einen - Lichtenaus Führungsriege erklärt sich solidarisch mit Walburgs verurteiltem Ortsvorsteher

Hessisch Lichtenau. Im Januar wurde der Ortsvorsteher von Walburg vom Landgericht Kassel zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Der Grund hier

Hessisch Lichtenau. Im Januar wurde der Ortsvorsteher von Walburg vom Landgericht Kassel zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Der Grund hierfür war die Beschädigung einer Kalktuffquelle am Ortsrand von Walburg. Lothar Franke wollte zusammen mit einem ortsansässigen Baggerfahrer einen Graben ausbaggern, damit sich in einer angrenzenden Garage nicht immer das Wasser bei Regen staut. "Über die Existenz einer solchen Quelle hatten wir keine Kenntnis", so Ortsvorsteher Lothar Franke.

Doch Unwissenheit schütze vor der Strafe nicht, hieß es vor Gericht. Die Betroffenen hätten sich über die Existenz des seltenen Biotops informieren müssen, urteilte das Gericht. Bis zum 10. April haben Franke und der Baggerfahrer Zeit, ihre Strafen zu zahlen. "Nach dem Urteil wurde ich von den Bürgern angesprochen, ob wir den beiden nicht helfen könnten", erklärte der ehemalige Walburger Ortsvorsteher Hartmut Gundlach.

"Quelle war nicht bekannt"

So trafen sich am vergangenen Donnerstag die Ortsvorsteher und der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, sowie Frankes Vorgänger Hartmut Gundlach im Rathaus, um sich mit Franke zu solidarisieren. Zu diesem Zweck wurde ein Spendenkonto eingerichtet. "Von den Spenden sollen die Strafen von Franke, 3.000 Euro, und die des Baggerfahrers, 600 Euro, beglichen werden", so Gundlach.

"Niemand, nicht einmal ich hatte davon Kenntnis, dass in unserem Stadtgebiet solch eine seltene Quelle liegt, die zudem nicht als solche zu erkennen ist", so Bürgermeister Jürgen Herwig. Die Ortsvorsteher und der Bürgermeister finden die Strafe überzogen. Franke habe als Ehrenamtlicher für die Bürger des Ortes gehandelt und dies nach besten Wissen und Gewissen, wie sie es erklärten. Natürlich sei allen klar, dass die Natur geschützt werden muss, aber einen Ehrenamtlichen für seine Arbeit zu bestrafen sei zu hart.

"Sollte am Ende mehr Geld auf dem Konto eingehen als benötigt wird um die Strafen zu zahlen, werden wir den Rest für gemeinnützige Projekte verwenden", so Herwig. Und der Bürgermeister gab den Ortsvorstehern einen wichtigen Rat mit auf den Weg. Die Umweltgesetze seien heute so streng, dass man jedes Vorhaben lieber dreimal prüfen sollte, selbst wenn man nur an einem Radweg den Rasen mähen lässt, denn dort könnte eine geschützte Vogelart brüten.

 Extra Info

Das Spendenkonto

Hessisch Lichtenau. Die Ortsvorsteher und der Bürgermeister von Hessisch Lichtenau haben folgendes Spendenkonto für die Bürgerschaft zur Unterstützung des Walburger Ortsvorstehers eingerichtet: Zahlungsempfänger H. Gundlach, Kontonummer 108102252, Bankleitzahl 52260385, VR-Bank Werra-Meißner, Verwendungszweck: "Unterstützung OB Walburg". Spendenquittungen können nicht ausgestellt werden. Das Spendenkonto wird später durch zwei unabhängige Prüfer kontrolliert. Sollte mehr eingezahlt werden, als benötigt wird, wird der Rest des Geldes für gemeinnützige Projekte verwendet.

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