Alles für die Katz

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In Hessisch Lichtenau wollte man mit der Kastrationspflicht die „Katzenschwemme“ bekämpfen, doch nach zehn Monaten ist keine Besserung in Sicht

Hessisch Lichtenau. Jeder kennt die Schilder mit dem Satz: "Süße Kätzchen abzugeben". Nach einigen Wochen heißt es dann "süße Katzen abzugeben".

Letztlich landen diese Tiere in entsprechenden Einrichtungen, wo sie von den Besitzern abgegeben werden. Ende des vergangenen Jahres wurde in Hessisch Lichtenau wegen einer "Katzenschwemme" die Kastrationspflicht für Katzen beschlossen und anfang des Jahres eingeführt (Der MARKTSPIEGEL berichtete).

Hessisch Lichtenau übernahm somit in Hessen eine Vorreiterrolle. "Wir haben eine Grundlage geschaffen, um der unkontrollierbaren Vermehrung der Katzen entgegenzutreten", erklärt Bürgermeister Jürgen Herwig.Rund zehn Monate danach ist das Ergebnis ernüchternd.

Mehr Katzen als zuvor

Bei den Tierärzten in der Stadt gab es keine Steigerung bei der Anzahl der durchgeführten Kastrationen. Im Gegenteil, die Katzennothilfe Hessisch Lichtenau – Großalmerode 2000 e.V. (KNH) verzeichnet sogar einen weiteren Anstieg an herrenlosen Katzen in der Region.

"Wir müssen uns sogar noch nach zusätzlichen Räumlichkeiten umschauen in denen wir die neuen Tiere unterbringen können", erklärt Gabriele Pötzsch, 1. Vorsitzende der KNH.

Das Problem sehen Pötzsch sowie Tierarzt Alf Schinke, der mit der KNH zusammenarbeitet, in der Umsetzung der Kastrationspflicht: "Das System setzt darauf, dass die Leute ihre Tiere freiwillig kastrieren und mit einem Chip registrieren lassen". Zwar sollen Besitzer von Katzen 35 Euro zahlen, wenn sich ihr Tier im Freien aufhält und nicht kastriert oder registriert ist, doch kontrolliert wird dies kaum.

Nur wenige Fälle bekannt

Seitens der Stadt sind auch nur wenige Fälle bekannt, die gemeldet wurden. Dabei gilt man, laut der kommunalen Gefahrenabwehrverordnung, bereits als Besitzer einer Katze, wenn man ihr regelmäßig Nahrung gibt. Das umfasst auch eine Schale Milch, die viele Bauern den Tieren in den Hof stellen.

"Gerade auf Bauernhöfen gibt es zahlreiche Tiere, die weder kastriert noch gechipt sind", so Gabriele Pötzsch. Überwachen kann die Stadt die Einhaltung der Kastrationspflicht nur schwer. Und so wird die Vermehrung der Vierbeiner weiter gehen. Die KNH wird zusammen mit Tierarzt Alf Schinke auch weiterhin herrenlose Katzen aufnehmen und kastrieren, "doch Platz gibt es für die Tiere kaum noch", so Pötzsch.

Somit sieht es in Lichtenau auch zukünftig nach einer Verschlechterung der Situation aus. Wer Besitzer von nicht kastrierten, freilaufenden Katzen kennt, soll diese umgehend bei der Stadt Hessisch Lichtenau melden.

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