Am Anfang war der "Atompilz"

Zeigen Werbeflyer aus laengst vergangenen Tagen: Die Wegbereiter der touristischen Vermarktung Eschweges (v.li.) Matthias Sadowsky, Jutta Riedl und Ullrich Krueger mit Buergermeister Alexander Heppe. Foto: Winter
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Zeigen Werbeflyer aus laengst vergangenen Tagen: Die Wegbereiter der touristischen Vermarktung Eschweges (v.li.) Matthias Sadowsky, Jutta Riedl und Ullrich Krueger mit Buergermeister Alexander Heppe. Foto: Winter

Eschwege. Während in Witzenhausen Begriffe wie Tourismus und Marketingkonzept vor 25 Jahren längst keine Fremdworte mehr waren, herrschte in Eschweg

Eschwege. Während in Witzenhausen Begriffe wie Tourismus und Marketingkonzept vor 25 Jahren längst keine Fremdworte mehr waren, herrschte in Eschwege noch das Denken, die Kreisstadt sei als Fremdenverkehrsstadt ungeeignet. Das änderte sich im vergangenen Vierteljahrhundert grundlegend, was vor allem ein Verdienst des damaligen Ersten Stadtrats Matthias Sadowsky und des Amtsleiters für Soziales und Kultur, Ullrich Krüger, war, die die Initiatoren für eine professionelle touristische Vermarktung waren.

1987 lotsten die Beiden die Verkehrsamts-Leiterin von Witzenhausen, Jutta Riedl (damals noch Jünemann), in die Kreisstadt. Sie war und ist es bis heute, die im Verkehrsverein Eschwege und ab 2000 im Tourismus Zweckverband Eschwege-Meißner-Meinhard-Wanfried (Meißner stieg 2009 aus) für die touristische Vermarktung Eschweges verantwortlich ist.

Die zarten Anfänge starteten mit einer Gästeführerausbildung kurz vor der Ausrichtung des Deutschen Wandertages 1987 in Eschwege. Bis dahin beschränkte sich die touristischen Werbemaßnahmen auf Eschweger Streichholzschachteln und einen Flyer, dessen Titelseite Eschwege so darstellte, als befinde sich ein "Atompilz" über der Kreisstadt, wie Matthias Sadowsky schmunzelnd anmerkte.

"Früher gab es in Eschwege lediglich Geschäftsreisende, die in Eschwege übernachteten und wegen Firmen wie Massey Ferguson oder Woelm in der Stadt waren", sagt Jutta Riedl. "Wir mussten Aufbau-Arbeit in Sachen Tourismus leisten", erinnert sich Ullrich Krüger. So hätten Riedl und Sadowsky beim ersten "Hoteliersstammtisch" 1988 ganz alleine da gesessen. Und als Jutta Riedl im Magistrat für einen Wohnmobil-Hafen warb, sei ihr seitens der Magistratsmitglieder entgegnet worden, ob man damit Zigeuner in die Stadt holen wolle.

Bis heute hat sich das grundlegend geändert: Wurden 1998 noch 99 Stadtführungen angeboten, waren es 2011 bereits 228, an denen 3.639 Gäste Eschweges teilnahmen. Erste Ideen zur tourischen Vermarktung des Werratalsees entstanden ebenfalls im damaligen Büro des Verkehrsvereins, das genau wie die Tourist-Info heute am Hospitalsplatz sein Zuhause hat. Und auch das erste Wandermagazin war eine Idee von Jutta Riedl, woraus viele Jahre später die Premiumwanderwege in der Region enstanden sind.

Allerdings sei sie die touristische Vermarktung längst nicht abgeschlossen. "Die vorhandene Qualität unserer Aktivitäten müssen wir erhalten und weiter ausbauen", so Riedl. Vor 25 Jahren mit einem Etat von 90.000 DM gestartet, betrage das Bugdet mittlerweile 290.000 Euro. "Zieht man allerdings die Kosten für Personal und Miete ab, bleiben lediglich 40.000 Euro für Tourismus-Werbung", sagt Riedl.

Das 25-jährige Jubiläum des Verkehrsvereins bzw. der Tourist-Info wird im Rahmen des Wurschtfestes am Sonntag, 7. Oktober, groß auf dem Hospitalsplatz gefeiert. Von 12 bis 18 Uhr werden den Besuchern viele Attraktionen geboten.

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