Arbeitsmarkt: Keine Besserung in Sicht

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Werra-Meißner. Weniger Arbeitslose im Kreis, aber kaum Herbstbelebung. Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent.

Agentur für Arbeit Kassel veröffentlichte heute aktuelle Arbeitsmarkt-Zahlen für Oktober

Kassel/Werra-Meißner. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Kassel jahreszeitüblich gesunken, doch der Vorjahreswert konnte erneut nicht unterschritten werden. Der Abstand hält sich zum sechsten Mal in Folge hartnäckig bei über fünf Prozent. Aufgrund dessen geht Detlef Hesse, Leiter der Arbeitsagentur Kassel, davon aus, dass zunehmend konjunkturelle Einflüsse und nicht nur saisonale ausschlaggebend sind. Zurzeit sind im Agenturbezirk 18.958 Menschen ohne Anstellung registriert, 380 weniger als im September aber 923 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,9 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkt unter dem Vormonatswert. Vor einem Jahr betrug sie 6,7 Prozent.

Erste Anhaltspunkte für eine eher schwächelnde Konjunktur liefert der regionale Vergleich. Zwar konnte binnen Monatsfrist in allen Kreisen sowie der Stadt Kassel die Arbeitslosigkeit abgebaut werden, nicht jedoch innerhalb

Jahresfrist. Den stärksten Rückgang verzeichnete binnen Monatsfrist der Werra-Meißner-Kreis (minus 2,5 Prozent auf 3.149 Personen, Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent), gefolgt vom Landkreis Kassel (minus 2,1 Prozent auf 6.197 Personen, Quote bei 5,0 Prozent) und der Stadt Kassel (minus 1,7 Prozent auf 9.612 Personen, Quote bei 9,7 Prozent).

"Der seit Monaten anhaltende Trend zu stagnierender oder nur leicht nachlassender Arbeitslosigkeit macht deutlich, dass viele Unternehmen aufgrund der schwierigen Absatzmarktlage im Euro-Raum sowie der unklaren Wirtschaftspolitik eine abwartende Haltung bei Neueinstellungen einnehmen", so der Agenturleiter.

Zeitgleich nahm auch der Anteil der älteren Arbeitnehmer leicht zu. 6.255 über 50-Jährige waren im Oktober arbeitslos, 53 mehr als im September und 259 mehr als im Oktober 2012. Im Werra-Meiner-Kreis waren 1,178 Menschen über 50 Jahre ohne Job.

Laut Hesse müssen viele Unternehmen noch lernen, das Potenzial der Älteren besser zu nutzen und eine demografiefeste Personalpolitik zu betreiben. Dies setzt anpassungsfähige Arbeitszeiten und ein entsprechendes Gesundheitsmanagement voraus. Für das kommende Jahr rechnet er mit rückläufigen Zahlen, da wieder mehr Ältere aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Weniger Junge ohne Job

Erfreut zeigte sich der Agenturchef über den deutlichen Rückgang bei den jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahren). Die Zahl der Arbeitslosen in diesem Alter schrumpfte innerhalb der letzten vier Wochen um 421 Personen (17,2 Prozent) auf 2.031 (im WMK 307). Ausschlaggebend dafür waren der Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung sowie die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nach Abschluss der Lehre.

Alles in allem bleibt laut Hesse abzuwarten, inwiefern sich die nach wie vor existierende Staatsschuldenkrise und der bislang nur schleppend Export auf dem hiesigen Arbeitsmarkt über die Wintermonate bemerkbar machen. Insbesondere, weil sich die Aussichten saisonal bedingt leicht eintrüben.

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