„Auf der Weser nichts Neues“

Die Region. Die Kategorisierung der Oberweser als "sonstige Wasserstraße" stieß bei Unternehmen und in der Politik auf Widerstand (Der MAR

Die Region. Die Kategorisierung der Oberweser als "sonstige Wasserstraße" stieß bei Unternehmen und in der Politik auf Widerstand (Der MARKTSPIEGEL berichtete). Die Verwaltungen des Werra-Meißner-Kreises, wie auch den betroffenen Nachbarkreisen Göttingen und Kassel wendeten sich bereits an die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).

"Kategorisierung dient der Investitionsplanung"

Um über die Situation genauer aufzuklären, kam jetzt Jochen Kies aus dem Referat Wasserstraßen und Schifffahrt zum Ausschuss für Kreis- und Regionalentwicklung des Werra-Meißner-Kreises. "Es wird sich für die Schifffahrt auf der Oberweser auch nach der Einteilung als sonstige Wasserstraße nichts für die Schifffahrt ändern. Der Zustand so wie er ist wird auch in Zukunft erhalten bleiben", sagte Jochen Kies.

Und weiter: "Die Einteilung der Wasserstraßen in die Kategorien A, B, C und sonstige Gewässer dient zur Investitionspriorisierung."

Wasserstraßen der Kategorie A und B können erweitert bzw. ausgebaut werden in den Kategorien C und sonstige Gewässer hingegen nicht.

Da die Oberweser aber eine Bundeswasserstraße ist, sei der Bund dazu verpflichtet, diese entsprechend zu erhalten. So ist zum Beispiel die Werra keine Bundeswasserstraße, weswegen hier keine Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Die Befürchtung seitens des Kreises, dass hier die gesetzliche Grundlage geändert werden könnten und die Kosten dann auf die Kreise "abgewälzt" werden, verneinte Kies ebenfalls. "Solche Änderungen können nicht einseitig umgesetzt werden, hier bedarf es der Zustimmung durch das jeweilige Bundesland", erklärte Kies.

Dennoch blieb man seitens des Kreises skeptisch. Man wolle den genauen Erhaltungszustand der Oberweser genau definiert haben, damit die Schiffbarkeit in ihrer aktuellen Form dauerhaft gewährleistet bleibt.

Nur wenn man langfristig planen kann, besteht die Möglichkeit, dass am Standort in Hann. Münden neue Verlademöglichkeiten geschaffen werden.

Hierauf setzt unter anderem die Firma Richter aus Hessisch Lichtenau, die ihre Industriebauteile, die um die 100 Tonnen wiegen dort verschiffen.

Abschließend forderte der Ausschuss, dass man einen langfristigen Investitionsplan für die Oberweser erstellen soll, um die Erhaltung der Wasserstraße sicherzustellen.

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Die Berechnung

Die Region. Um die Oberweser in die Kategorie C neu einzuordnen, müssen dort jährlich über 600.000 Tonnen verschifft werden, im Augenblick sind dies pro Jahr maximal 3.500 Tonnen. Zwar nutzt ein Kiesunternehmen die Weser für Transporte im Jahr mit rund 900.000 Tonnen, doch beträgt die Strecke lediglich drei Kilometer und sei daher nur als "Werksverkehr" zu sehen und daher nicht in der Statistik zu berücksichtigen.Die Kategorisierung der Wasserstraßen soll alle fünf Jahre erfolgen. Im Zuge der Kategorisierung der Wasserstraßen wurde auch ein Gutachten von Railistics erstellt. Es stützte sich auf die Zahlen von 2004, weil diese Ist-Zahlen als Basisjahr der Verkehrsverflechtungsprognose 2025 vorlagen und für das gesamte Wasserstraßennetz aufbereitet waren. In den jährlichen Verkehrsberichten der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen liegen jedoch für ausgewählte Schleusen die dort erhobenen Durchgangszahlen vorWas die Oberweser betrifft, spiegeln die Durchgangszahlen der Schleuse Hameln den Güterverkehr auf der Oberweser wider. Dabei zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre Schwankungen zwischen knapp 300  bis zu 3500 Tonnen im Jahr.

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