Bald rollen 400 Lkw pro Tag durch Witzenhausen

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Witzenhausen. Gestern abend wurden die Pläne für den Neubau der Werrabrücke vorgestellt.

Witzenhausen. Werden bald 400 Schwer-Lkw am Tag durch die Witzenhäuser Innenstadt rollen? Genau das prognostiziert Hessen Mobil, wenn die neue Brücke der B 451 über die Werra fertig gestellt ist. Gestern Abend wurden die vier Varianten in der Aula der Johannisbergschule vorgestellt.

"Es handelt sich bei allen Varianten um eine kleinräumige Alternative zu der bisherigen Brücke”, betonte Ralf Stuif, Dezernatsleiter bei Hessen Mobil, "eine Ortsumfahrung der Innenstadt ist dabei nicht vorgesehen.”

Bei den rund 150 anwesenden Bürgern lösten diese Aussagen jedoch Ungläubigkeit und Kopfschütteln aus. "Schon jetzt ist die Verkehrssituation in der Innenstadt untragbar”, sagte der Vorsitzende der Bürgerinitiative ,Sinnvolle Verkehrsplanung', Ludger Beesten, "und mit einer neuen Brücke könnten theoretisch sogar Panzer durch Witzenhausen rollen.”

Insgesamt gibt es vier Standortvorschläge für den geplanten Neubau. Die erste  Variante  würde entlang des Feldweges an der Bischhäuser Aue führen und  dann auf der Kreuzung "Am Weidengraben/Bleichengasse" den Verkehr über die Ermschwerder Straße führen. "Diese Variante bedeutet nicht nur eine enorme Verkehrsbelastung für die dortigen Anwohner, sondern aufgrund der nötigen Höhe von vier Metern über dem höchsten, beschiffbaren Stand der Werra auch einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild”, erklärte die Vertreterin des Planungsbüros EIBS aus Dresden, Sophia Liers. Außerdem müsste der gerade erst sanierte Deich am Nordufer aufgerissen werden.

Die zweite Variante ist angelehnt an eine frühere Planung aus dem Jahr 1973. Sie geht an der Straße "Hinter den Deichen" über die Werra und mündet direkt in die Straße "An der Schlagd”. Diese Variante würde zwar die Kleingartenanlage tangieren, wäre aber die verkehrs- und umwelttechnisch beste Lösung.

Für den dritten Vorschlag, die der alten Werrabrücke am nächsten ist, müsste ein Gebäude der Stadtwerke abgerissen werden. Sie läge ungefähr auf der Höhe "Laubenweg/Kniegasse" und wäre die kürzeste Trasse mit dem geringsten Flächenbedarf.

Eher weniger Beachtung fand die vierte Variante, die südlich zwischen der Straße "Zu den Weinbergen” und der Fährgasse entstehen würde, aber einen massiven Eingriff in das Gelände der Universität bedeuten würde.Allen Varianten gemein ist der Wunsch des Bundesverkehrsministeriums, dass auch schwere Lkw wieder die Bundesstraße benutzen könnten. Eine Tatsache, die bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe stößt.

Der vielfach geäußerte Wunsch, zusammen mit dem Brückenneubau auch eine Ortsumgehung zu realisieren, erteilten die Verteter von Hessen Mobil eine Absage. "Für eine solche Maßnahme liegt im altuellen Bundesverkehrswegeplan kein vordringlicher Bedarf vor”, erläuterte Peter Wöbbeking von Hessen Mobil. Die Alternative wäre, die Ortsdurchfahrt von Witzenhausen zur kreis- oder städtischen Straße herabzustufen. Dies hätte, so Wöbbeking, aber zur Folge, das keinerlei bundes- oder Landesmittel mehr zum Erhalt oder zum Ausbau und damit auch für eine eventuelle Ortsumgehung mehr fließen würden.

Die alte Brücke wird, laut Aussage der Planer, nach der Fertigstellung des Neubaus in städtische Hände übergehen. Ob sie dann als reiner Fuß- und Radwegübergang umgerüstet wird oder auch für Pkw benutzbar bleibt, ließen die Verantwortlichen offen.

Bei der spontan von Stadtverordnetenvorsteher und Moderator Peter Schill durchgeführten Abstimmung sprachen sich die Mehrheit der Anwesenden für die zweite Variante  aus.

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