Ein Bett am Feldrand

Peter Folmeg (re.) und Dieter Proeger haben viel Zeit in den Bau des neuen Insektenhotels investiert. Hier finden zukuenftig tausende von Insekten einen Platz zum Schlafen und Nisten.	Foto: Liese
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Peter Folmeg (re.) und Dieter Proeger haben viel Zeit in den Bau des neuen Insektenhotels investiert. Hier finden zukuenftig tausende von Insekten einen Platz zum Schlafen und Nisten. Foto: Liese

Dieter Pröger und Peter Folmeg haben in Oberhone ein Insektenhotel in mühevoller Kleinarbeit errichtetOberhone. Das neue Hotel in Oberhone hat eine

Dieter Pröger und Peter Folmeg haben in Oberhone ein Insektenhotel in mühevoller Kleinarbeit errichtet

Oberhone. Das neue Hotel in Oberhone hat eine nahezu unbegrenzte Bettenanzahl, ist rund um die Uhr und das an allen Tagen im Jahr geöffnet. Und dabei ist es so ausgestattet, dass es sich unmittelbar an den Bedürfnissen und Wünschen seiner Gäste orientiert. "Beim Bau und bei der Innenausstattung wurde Wert auf die ausschließliche Verwendung natürlicher Materialien gelegt und alle Zimmer wurden auf die Bedürfnisse unserer Gäste zugeschnitten", schmunzelt Dieter Pröger und zeigt auf das neue Werk, das etwas abseits auf einer grünen Wiese Platz gefunden hat. "Das ist ein Insektenhotel der besonderen Art, das ich zusammen mit meinem langjährigen Freund Peter Folmeg gebaut habe", so Pröger, der seit 50 Jahren als Vogelschutzbeauftragter von Eschwege und der Stadtteile tätig ist und sich seither aus Liebe zur Natur für die Natur einsetzt.

In den Zimmern dieses Hotels können nun Wildbienen, Florfliegen, Schlupfwespen sowie andere Insekten ihre Eier ablegen, brüten und auch dort überwintern. "Auch Marienkäfer und Ohrwürmer suchen so ein komfortables Zuhause", ergänzt Pröger.Doch die Idee, das Insektenhotel zu errichten, kam nicht von heute auf morgen. "Schon seit gut einem Jahr habe ich für dieses Insektenhotel altes, trockenes Holz und andere Materialien gesammelt oder besorgt, die für gewöhnlich auch in der Natur vorkommen", so Pröger weiter.

Wozu ein Insektenhotel?

Ein Insektenhotel dient dem Artenschutz von Wildbienen und anderen bedrohten Insektenarten. "Das Projekt wurde mitfinanziert vom Land Hessen un der Unteren Naturschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises. Einen großen Teil der Kosten tragen wir allerdings selbst", erzählt Pröger.

Wie wird gebaut?

Zunächst einmal musste ein Rahmen gebaut werden. Dem hat sich Peter Folmeg zusammen mit Dieter Pröger angenommen, die fachgerecht das Gestell aus Holz zusammenzimmerten und mit einem Dach versahen.

Und dann ging es ans Innenleben. Nach Süden ausgerichtet und möglichst windgeschützt sollte solch ein Häuschen stehen, das dann mit Materialien wie Holzstämmen, Ziegelsteinen, Lehmfüllungen und Schilfrohr versehen werden kann. "Wichtig ist dabei, dass die Rückseite stets verschlossen sein muss, damit sich keine Insektenräuber einschleichen können", erklärt Pröger den richtigen Bau eines Insektenhotels. "Nur das vorderseitige Einflugsloch bleibt geöffnet, das dann das eiablegende Insekt mit Speichel und einem Erd-Sandgemisch selbst verschließt", so der Vogelschutzbeauftragte der Stadt.

Wohnen auf vier Etagen

Das Insektenhotel in Oberhone verfügt über vier Etagen, wobei jede Etage über eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Insekten verfügt. Im "Garten" des Hotels hat sich auch etwas getan, denn hier wurden auf 200 Quadratmetern Blumenwiesensamen eingesät. "Die bunten auch mehrjährigen Blumenmischungen dienen zur Blütezeit zum Anlocken der heimischen Insektenweilt und deren Nützlichkeit", freut sich Pröger über die Möglichkeit, möglichst schnell viele Bewohner für das neue Hotel "Im Damme" in Oberhone anzuziehen.350 Stunden im Einsatz

Insgesamt wurden 350 Stunden in den Bau des Insektenhotels investiert. "Das hat sich in jedem Fall gelohnt. Es sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch einen besonderen Nutzen", so Pröger, der nahe des Insektenhotels dennoch einen Störfaktor entdeckt hat: "Die Leute laden hier ihre Gartenabfälle wie Baum- und Strauchschnitt sowie Gras- und Blumenabfälle einfach hier hinten ab", so der Vogelschutzbeauftragte, der sich wünschen würde, dass davon in Zukunft abgesehen wird.

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