Bio-Boom – und nun?

Konferenz zu Absatzwegen fr kobetriebeVon HEIDI  TRAEGERWitzenhausen. Whrend der letzten zehn Jahre gab es viel Wirbel um den

Konferenz zu Absatzwegen fr kobetriebe

Von HEIDI  TRAEGER

Witzenhausen. Whrend der letzten zehn Jahre gab es viel Wirbel um den sogenannten Bio-Boom. Von sprunghaftem Wachstum, rasantem Aufstieg mit zweistelligen Zuwachsraten war die Rede. Warum dann eine Konferenz ber alternative Absatzwege? Boomen ist doch super! Oder nicht? Das Organisationsteam der 18. Witzenhuser Konferenz, bestehend aus sechs Studenten der kologischen Agrarwissenschaften der Uni Kassel, Fachbereich Witzenhausen, sowie ihren Betreuern Prof. Dr. Ulrich Hamm und Studienkoordinator Holger Mittelstra, warf mit Hilfe zahlreicher Gastreferenten in Vortrgen und Workshops sowie einer Podiumsdiskussion fnf Tage lang einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Biobranche. Denn die inzwischen selbstverstndliche Verfgbarkeit von kolebensmitteln im Supermarkt und genau hier, im Lebensmitteleinzelhandel, wurden die hohen Zuwachsraten erzielt hat seinen Preis: sie geht zunehmend auf Kosten der ursprnglich komplexen Werte des kolandbaus.

Es droht Konventionalisierung. Oder, wie es Referent Dietmar Gro in seinem Vortrag ausdrckte: Aufgrund des Preisdrucks und der Zwnge, denen die Produzenten unterliegen, werden heute Dinge akzeptiert, die vor 20 Jahren fr die Bio-Pioniere nicht mal denkbar waren.

berzeugte koproduzenten achten nicht nur auf eine gute Produktqualitt und die Einhaltung von Mindestanforderungen, sondern auf die gesamte Prozessqualitt. Nachhaltigkeit im Umgang mit allen Ressourcen anstelle kurzfristigen Profitdenkens so lautete mal die Idee, die in den Zeiten der BSE-Krise (2000) lautstark bejubelt wurde und die sogenannte Agrarwende einluten sollte.

Wachse oder weiche

Doch der allgemeine wirtschaftliche Trend von wachse oder weiche macht auch vor der Biobranche nicht halt und fhrt zu spezialisierten Grobetrieben (z. B. Geflgelfarmen), die auch in den Augen der ffentlichkeit nicht mehr so recht ins Bild einer ganzheitlichen Wirtschaftsweise passen. Auerdem scheint der Zenit der traumhaften Zuwachsraten endgltig berschritten zu sein, obwohl der Anteil an Biolebensmitteln insgesamt immer noch unter fnf Prozent liegt. Zeit fr eine Standortbestimmung, neue Wertediskussion sowie die Suche nach Perspektiven fr die eigene Zukunft.

Wir wollten herausfinden, wo sehen wir uns selbst, wie soll es fr uns weitergehen, sagte Juliane Wolff stellvertretend fr das Organisationsteam. Auf der Konferenz wurden daher einerseits Erfolgsfaktoren fr bewhrte Vermarktungsstrategien (Hofladen, Marktstnde, Abokiste) errtert sowie Erfahrungen mit neuen Alternativen wie zum Beispiel Gemseselbsterntekonzepte, Shop-in-Shop-Systeme, Verkaufsautomaten und neue Formen von Verbraucherkooperationen vorgestellt. Diese unterschiedlichen Strategien verfolgen ein gemeinsames Ziel: wirtschaftlich rentabel arbeiten zu knnen, ohne die eigenen Werte und berzeugungen einschrnken zu mssen.

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