Der Ruf des Blues

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Witzenhausen/Lindewerra. Ein Landwirtschaftsstudium: ganz okay, aber jetzt produziert Tom Ruf Blues für die ganze Welt.

Witzenhausen/Lindewerra. Ein Landwirtschaftsstudium: ganz okay; Musik: ohne geht’s gar nicht. Das dachte sich vor über 20 Jahren Thomas Ruf, der einst aus dem Schwarzwald zum Studieren nach Witzenhausen kam.

Der Blues-Fan baute hier das Plattenlabel ,Ruf-Records’ auf, das inzwischen weltbekannt ist.

Schon als Schüler organisierte Ruf, Jahrgang 1965, Konzerte. Als er volljährig war, holte der Winzer-Sohn Blues-Musiker in die heimatliche Gemeindehalle.

"Als Teenager habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über den Blues gesehen", erzählt Ruf. "Die Ehrlichkeit und die Kraft haben mich gepackt." Und nicht mehr losgelassen. 1984 kam Luther Allison, ein bekannter amerikanischer Blues-Gitarrist. Und die Geschichte begann. Der Musiker aus Chicago, der damals in Paris lebte, überredete Ruf, sein eigenes Platten-Label zu gründen.

Dermaßen motiviert, sprang der Landwirtschaftsstudent 1994 ins kalte Wasser – und schwamm sich frei: Luther Allisons CDs verkauften sich prächtig. So wurde der wegen Erfolglosigkeit ausgewanderte Bluesman Allison auch wieder ein Thema in den USA. Er bekam einen Plattenvertrag und eine Grammy-Nominierung. Der ,Ruf’ schallte bis nach Übersee...

Blues-Hochburg in Linde-,Where’?

,Tom’ Ruf zog von Witzenhausen nach Lindwerra; hier gab es genug Platz, um das ,House of Blues’, wie er es stolz nennt, zu gründen. Darin lebt er mit seiner Familie.

Derzeit hat die Plattenfirma ,Ruf-Records’ rund 20 Künstler unter Vertrag. Die zehn Neuproduktionen pro Jahr, dazu Videodrehs, Konzerte und natürlich das Marketing bedeuten eine Menge Arbeit für Rufs kleines Team. In Lindewerra hat er fünf Festangestellte, dazu kommen freie Mitarbeiter in den USA und England.

Durch die langjährigen Kontakte mit der ,Blues-Szene’ kann Tom Ruf besonders jungen Musikern auf die Beine helfen. "Der Blues-Nachwuchs hat kaum Chancen, außerhalb der Szene bekannt zu werden", weiß der 49-Jährige. Da habe er die ,Blues-Karawane’ gegründet. Praktisch sah das so aus: Er pickte erfolgversprechende Nachwuchskünstler aus aller Welt auf und lud sie nach Lindewerra ein. Den Blues-Cavaran gibt es nun bereits seit zehn Jahren. Die Karawane hat sich zu einer erfolgreichen Blues-Livetour entwickelt, die selbst in den Großstädten als Geheimtipp gilt. In Lindewerra startet die Tour jedes Mal mit einem Konzert, das den Gemeindesaal in der Mitte des Ortes mit bis zu 400 Fans aus der gesamten Region bis zur Oberkante füllt. Anschließend geht’s durch ganz Europa und zum Teil auch durch Amerika – im Januar 2014 bereits zum sechsten Mal.

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