Er brüllte nicht, er plauderte

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Schon fast in Wohnzimmer-Atmosphäre plauderte Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Mittwochabend im Eschweger E-Werk. Im "Tischgespräc

Schon fast in Wohnzimmer-Atmosphäre plauderte Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Mittwochabend im Eschweger E-Werk. Im "Tischgespräch", zu dem der Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Septembergeladen hatte, stellte er sich den Fragen von Gaby Papenburg, die aus mehreren Sendeformaten von SAT 1 bekannt ist.

Beim einstündigen Smalltalk stand ausnahmsweise nicht die Politik im Vordergrund, sondern der Mensch Thorsten Schäfer-Gümbel. Er sprach über seine Kindheit, sein Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem Gießener Problemviertel, die frühe Verantwortung, die er für seine kleineren Geschwister nach der Erkrankung des Vaters übernehmen musste, seinen steinigen Weg zum Abitur, sein Studium und die große Liebe seines Lebens, seine Ehefrau Annette, die seinen ersten Heiratsantrag allerdings ablehnte, blickte Schäfer-Gümbel mit einem Schmunzeln auf die "Überraschung" zurück.

Für den Vater dreier Kinder sei die bisher härteste Zeit seines Lebens 2008 gewesen. Nach dem Ypsilanti-Rücktritt wurde er Hessens SPD-Chef und musste, wie Papenburg sagte, durch "das Stahlbad der Medien hindurch", die ihn ob seiner Augenerkrankung oder seiner politischen Unerfahrenheit in Führungspositionen schwer attackierten.

Dass Schäfer-Gümbel und auch die SPD diese Zeit überstanden habe, habe ihm Kraft gegeben. "Vergnügungssteuerpflichtig war sie aber nicht", so Hessens SPD-Chef rückblickend.

Er bezeichnet sich selbst als emotionalen Menschen, aber er sei keiner, der ausflippt. "Ich laufe nicht brüllend durch die Gegend", sagt Schäfer-Gümbel. Entscheidungsfreudig sei er, aber das müsse Führungspersonal auch sein.

Trotz seines politischen Amtes und des Ziels im September zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden, empfinde er sein Leben als "normal". Einfach mal die Füße hochlegen, ein Buch lesen, Zeit mit Familie und Freunden verbringen – da unterscheide ihn nichts von allen anderen.

Eine auf den politischen Gegner bezogene Äußerung kam dann doch noch: "Ich bin nicht nett", sagte er über den Politiker Schäfer-Gümbel. Die Privatperson Schäfer-Gümbel bewies in Eschwege allerdings das Gegenteil.

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