Bürgermeister halten zusammen – Ehemalige innerdeutsche Grenze bereitet Kopfzerbrechen – Gemeinsames Schreiben an das Thüringer Ministerium

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Wanfried. Wie einem Gutachten der Thüringer Landesregierung zu entnehmen ist, bestehen im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze noch immer Ber

Wanfried. Wie einem Gutachten der Thüringer Landesregierung zu entnehmen ist, bestehen im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze noch immer Bereiche die eine Minengefahr mit erhöhtem Restrisiko darstellen. So auch  in der Gemarkung der Landgemeinde Südeichsfeld, die an die Städte Treffurt und Wanfried angrenzt.

P12 in unmittelabarer Nähe

Unmittelbar im Bereich der "Mainzer Köpfe" soll ein erhöhtes Restrisiko laut Kartenlage und Beschreibung des Gutachtens bestehen. Hier verläuft angrenzend auch der Premiumwanderweg P12, der vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald konzipiert und ausgeschildert und von der Landgemeinde Südeichsfeld finanziell unterstützt wurde. Die Stadt Wanfried betreibt den Qualitätswanderweg.Wenngleich die drei Bürgermeister Wilhelm Gebhard (Wanfried), Michael Reinz (Treffurt) und Anndreas Henning (Südeichsfeld) die tatsächliche Gefahr auf Minen gering einschätzen, weil in den vergangenen 22 Jahren kein Fall einer detonierenden Mine im genannten Bereich bekannt ist, so dürfe man das vorliegende Gutachten nicht unterschätzen.

Was die drei Verwaltungschefs verärgert, ist die Tatsache, dass ein Gutachten vom Land Thüringen in Auftrag gegeben wird, der Inhalt des Gutachtens zur Kenntnisnahme an alle Kommunen entlang der innerdeutschen Grenze zwischen Bayern, Hessen, Niedersachsen und Thüringen weitergeleitet wird und die jeweilig betroffenen Ordnungsbehörden der Kommunen lediglich gebeten werden, entsprechende Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Warnhinweise nicht genug

"Damit ist aus unserer Sicht noch lange nicht genug getan", so der Wanfrieder Bürgermeister. "Wie sicherlich bekannt ist, wird insbesondere der Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze von vielen Touristen, Gästen sowie Mitbürgern unserer Gemeinden genutzt", so Gebhard.Warnhinweisschilder, dass man auf den Wegen bleiben solle, wurden zwischenzeitlich unter anderem von der Stadt Wanfried wie auch vom Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band" aufgestellt. "Aber jeder noch so eindeutig gestaltete Warnhinweis beziehungsweise die Umleitung oder gar Komplettsperrung von Wanderwegen wird nicht verhindern können, dass sich Touristen wie Wanderer, Mountainbiker, Naturliebhaber und so weiter in Bereichen aufhalten, die mit erhöhtem Restrisiko gekennzeichnet sind", so sind sich die drei Bürgermeister sicher. Und weiter: "Hier ist aus unserer Sicht eindeutig der Rechtsnachfolger der ehemaligen DDR in der Pflicht – insbesondere die Bereiche mit erhöhtem Restrisiko – erneut auf Minen zu untersuchen und zu beräumen."

Neue Untersuchungen und eventuelle Räumungen

In einem Schreiben an das Thüringer Innenministerium stellen die Bürgermeister aus Thüringen und Hessen fest, dass es nicht sein dürfe und nicht sein könne, dass Kommunen, die die Gefahrensituation nicht verursacht hätten, mit dieser Problematik allein gelassen würden und das Haftungsrisiko trügen.

Als Auftraggeber des Gutachtens erwarten die drei Bürgermeister, dass sich das Land Thüringen in dieser Angelegenheit dringend an die entsprechenden Bundesbehörden wendet, um die Bereiche mit erhöhtem Restrisiko erneut untersuchen zu lassen und um für alle Beteiligten endlich Klarheit zu schaffen.

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