Corona-Krise trifft auch Witzenhäuser Katzenhaus

"Die Sorgen sind groß": Einrichtung rechnet mit vielen Neuaufnahmen und erschwerter Tiervermittlung

Witzenhausen. Der Tierschutzverein der Kirschenstadt rechnet in den kommenden Tagen und Wochen mit einer verstärkten Neuaufnahme von Tieren von Corona-Patienten. Gleichzeitig gehen die Vermittlungen zurück, auch weil das Katzenhaus zur Sicherheit der Tierpfleger seine Pforten für Besucher nur noch selten öffnet, nämlich hauptsächlich um die Versorgung der Tiere zu sichern. Termine für die Besichtigung und Vermittlung werden nur noch nach Terminvereinbarung einzeln erfolgen.

Weil zudem davon auszugehen ist, dass die Spenden einbrechen, steht das Katzenhaus vor großen Herausforderungen: „Da die Gefahr besteht, dass viele Menschen noch erkranken oder in Quarantäne müssen, bereiten wir uns aber so gut es geht auch auf die Aufnahme neuer Tiere vor", informiert Vereinsvorsitzende Susanne Klemens. Problematisch werde neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren vor allem die erschwerte Vermittlung. Auch auf Anraten des Deutschen Tierschutzbundes hin habe das Katzenhaus für Besucher geschlossen. Diese könnten höchstens zu fest ausgemachten Einzelterminen ins Katzenhaus kommen. Schweren Herzens habe der Tierschutzverein Witzenhausen auch den sonst monatlich stattfindenden „Stammtisch für Tierfreund“ bis auf weiteres absagen müssen.

Susanne Klemens, Vorsitzende des Witzenhäuser Tierschutzvereins.

Statt bei Veranstaltungen und Aktionen Spenden einzusammeln, auf die das Katzenhaus dringend angewiesen ist, würden vermutlich bald noch mehr Tiere als sonst zu versorgen sein: „Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versuchen zu helfen, wo wir können“, so Klemens. Und weiter: „Wir wissen, dass auch viele andere Menschen gerade Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise zudem finanzielle Probleme mit sich bringt. Trotz der bedrückenden Lage hoffen wir natürlich auf die Unterstützung von Tierfreunden. Wir finanzieren den Katzenhausbetrieb größtenteils aus Geld- und Zeitspenden, die Sorgen sind groß“.

“Kein Hinweis auf Übertragung durch Haustiere“

Klemens weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine konkreten Hinweise dafür gebe, dass Tiere das aktuell kursierende Corona-Virus übertragen oder selbst erkranken könnten. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime und Katzenhäuser dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, betont Klemens.

Rubriklistenbild: © Simon

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