Demografischer Wandel – Wer braucht da noch Jugendarbeit?

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Werra-Meißner. Mit dieser Frage setzten sich im Eschweger E-Werk rund 75 Fachleute aus verschiedenen Feldern der Jugendarbeit, aus Verwaltungen und P

Werra-Meißner.Mit dieser Frage setzten sich im Eschweger E-Werk rund 75 Fachleute aus verschiedenen Feldern der Jugendarbeit, aus Verwaltungen und Politik und der Schulsozialarbeit auseinander. Unter dem Motto "Demografischer Wandel – Herausforderung für alle!" hatte das Nordhessische Netzwerk Jugendarbeit und Jugendbildung, ein Zusammenschluss der Jugendförderungen und Jugendbildungswerke der nordhessischen Landkreise und Städte, kürzlich zum 6. Nordhessischen Fachtag eingeladen hat.

Viele Fragen die gestellt werden müssen

Wie legitimiert sich Kinder- und Jugendarbeit, wenn immer weniger Jugendliche in der Region leben und die kommunalen Ressourcen knapp sind? Was muss Jugendarbeit wie leisten, um unter den veränderten Bedingungen auch weiterhin allen Kindern und Jugendlichen die notwendigen Angebote machen zu können? Darf eine Region die außerschulischen Investitionen in eine Jugend aufgeben, die sie später als Fachkräfte und als gesellschaftliches Rückrat noch dringend brauchen wird?Prof. Dr. Werner Lindner von der Fachhochschule in Jena machte den Zuhörer in seinem Impulsreferat deutlich, welchen Aufgaben sich die Kinder- und Jugendarbeit in Zukunft stellen muss: "Sie müssen anerkannte und nachgefragte Expert/-innen für die Themen-, Lebens- und Bedarfslagen von Kindern und Jugendlichen sein und müssen diese Expertise unter Beweis stellen".

Weitere Impulse

Um dem gerecht zu werden, müssten vermehrt Anstrengungen in Richtung einer regionalen Jugendforschung gemacht werden, damit die Kinder- und Jugendarbeit auf einer Grundlage von Daten und Fakten agieren kann. Die Entwicklung einer eigenständigen regionalen Jugendpolitik, wie sie auch von der Bundesregierung proklamiert wird, werde neben der Familien und Kinderunterstützung zukünftig an Bedeutung gewinnen.

In Fachgesprächen mit verschiedenen Experten aus Ministerien, von überregionalen Verbänden, aus Hochschulen und Verwaltungen wurden weitere Impulse für eine zukünftige Kinder- und Jugendarbeit gegeben, die sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellt. Themen waren unter anderem die Mobilität auf dem Land, die Weiterentwicklung von Schulen zu "erweiterten Jugendzentren", die Lobbyarbeit für die Interessen von Kinder- und Jugendlichen, das Bürgerschaftliche Engagement als Ressource in der Kinderarbeit und die Bedeutung von Partizipation als wichtiger Weg der Mitgestaltung.

Im Werra-Meißner-Kreis

Am Nachmittag hatte Landrat Stefan Reuß mit dem Vortrag "Kommune der Zukunft –Umgang mit dem demografischen Wandel im Landkreis" die Aktivitäten im Werra-Meißner-Kreis vor allem rund um das Programm "Region schafft Zukunft" den Teilnehmern erläutert. Die Teilnehmer waren beeindruckt von der Vielzahl der Aktivitäten und Akteure, die bei der erfolgreichen Verbesserung der Lebensbedingungen im Werra-Meißner-Kreis gemeinsam aktiv geworden sind.

In Regionalgruppen versammelt sich dann die Teilnehmer des Fachtages, um sich über neu gewonnen Ideen auszutauschen und erste für die Kinder- und Jugendarbeit der jeweilige Landkreise und Städte passende Initiativen zu besprechen.

Kai Siebert, Fachdienstleiter der Kreisjugendförderung beim Werra-Meißner-Kreis hofft, dass vom Fachtag neue fachliche Impulse ausgehen: "Kinder und Jugendliche sind natürlich unsere Zukunft – aber nur, wenn wir uns heute auch angesichts schwieriger Bedingungen intensiv darum kümmern ihnen die notwendigen Möglichkeiten zur Entwicklung offen zu halten – und dazu gehört eine gute Kinder- und Jugendarbeit auch Angesichts demografischer Veränderungen."

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