Demonstranten klagen an

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Witzenhausen. Über 200 Studenten empörten sich über Lebensmittelverschwendung - Ziel war der tegut-Markt

Witzenhausen. Es sollte eine Demonstration gegen Lebensmittelverschwendung sein - ausgelöst durch den demnächst stattfindenen Prozess gegen drei Witzenhäuser Studenten. Ihnen wird vorgeworfen, bei tegut eingebrochen zu sein und aussortierte Waren entwendet zu haben (wir berichteten).

Über 150 Menschen setzten sich Samstagnachmittag vom Nordbahnhof Witzenhausen in Richtung Stadt in Bewegung, nachdem Sympatisanten aus Kassel und Göttingen abgewartet worden waren.

Richtete sich die Demonstration vorrangig gegen die Kriminalisierung von ,Containern' - also dem Entnehmen von Lebensmitteln aus Mülltonnen der Märkte - und gegen Nahrungsmittelverschwendung im großen Stil, schien die Wut gegen tegut nicht ganz gerechtfertigt zu sein.  Die entwendeten Lebensmittel seien für die Tafel, also für Bedürftige, bestimmt gewesen; und: Tegut habe die ,Mülltaucher' trotz Allem nicht angezeigt, betonte die tegut-Zentrale.

"Ich bin entsetzt!", äußerte sich Jörg Losemann, Parlamentarier der Stadt Witzenhausen während der Kundgebung auf dem tegut-Parkplatz. "Ich bin Mitglied der Witzenhäuser Tafel und kann nicht glauben, was hier für eine Meinungsmache betrieben wird!" Er war nicht der einzige, der so dachte: Nachdem viele Zuschauer hörten, dass die Demonstranten zu einem Boykott von tegut aufriefen, wurde auch mal mit dem Kopf geschüttelt. Tegut bemüht sich nach eigenen Aussagen bereits seit einigen Jahren verstärkt um eine Vermeidung von Lebensmittel-Abfällen.

Und dass tegut abgelaufene oder minderwertig gewordene Nahrungsmittel bis zur endgültigen Entsorgung unter Verschluss hält, stimmt so nicht: Dies bewies eine kleine Gegendemonstration von Personen, die regelmäßig Waren für ihre Haus- und Hoftiere bei tegut abholen dürfen.

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