Diesen Sonntag blaumachen

Großalmerode/Hirschhagen. Nordhessen ist ein Industriestandort mit langer Tradition, wenngleich die Entwicklung der Industrialisierung anfangs nur g

Großalmerode/Hirschhagen. Nordhessen ist ein Industriestandort mit langer Tradition, wenngleich die Entwicklung der Industrialisierung anfangs nur gemächlich in Gang kam. Am Hohen Meißner befindet sich zum Beispiel der älteste Braunkohlen- und Tonbergbau Deutschlands. Dieser Industrietradition möchte man mit dem "Blauen Sonntag" gerechtwerden.

Die Tonstadt ist mit dabei

Mit dabei ist am sonntag, 18. August, 14 Uhr, das Glas- und Keramikmuseum Großalmerode.

Die "Stadt des guten Tones", blickt auf eine 800-jährige Tradition in der Ton- und Glasverarbeitung zurück. Die reichen Vorkommen an qualitätsvollem Ton, Sand und Wald begünstigen bereits im Mittelalter die Ansiedlung von Glasmachern. Die im Laufe der Jahrhunderte stetig erweiterte Palette der in Großalmerode produzierten Tonwaren reicht von Haushaltskeramik, Tonpfeifen, Murmeln, Apothekengefäßen und Schneiderkreide bis zu großformatigen Schmelztiegeln und hochspezialisierten Feuerfeststeinen der Gegenwart. Das Museum gewährt Einblicke in die Alltagskultur und Gewerbegeschichte einer ganzen Region. Arbeitsprozesse zur Gewinnung und Verarbeitung des Rohstoffs Ton werden veranschaulicht. Gleichzeitig dient das Museum als Ausgangspunkt für zahlreiche Standorte in der näheren Umgebung wie Glashütten, Braunkohle- und Tonabbau, Produktionsstätten für Schmelztiegel sowie  Arbeitersiedlungen.

Eine Führung durch die August Gundlach KG in Großalmerode, einer der führenden Schmelztiegelhersteller, wird bereits am Freitag, 16. August, 13 Uhr durchgeführt. Anmeldung hierfür unter S 05604/7176.

Spaziergang durch Hirschhagen

In Hirschhagen findet ebenfalls eine Veranstaltung im Rahmen des "Blauen Sonntags" statt.

Zwischen den Jahren 1936 und 1938 wurde in Hirschhagen eine der größten Sprengstofffabriken des dritten Reiches errichtet. Die Bauarbeiten verschlangen rund 100 Millionen Reichsmark und waren bei der Stillegung 1945 nicht abgeschlossen: auf ca. 233 ha waren 399 Gebäude verteilt. Der Sprengstoff wurde vor allem von Zwangsarbeitern unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Heute erschließt sich für Besucher von Hirschhagen die Struktur des Ortes nur schwer: weitläufig im Gelände verteilte Gebäude, dazwischen Ruinen, abgesperrte Bereiche und Relikte im Wald - ein Industriegebiet und Arbeitsstandort für viele Menschen, teilweise aufwändig saniert aufgrund der immensen Umweltbelastungen der Vergangenheit. Der Spaziergang ist für Personen ab 14 Jahren geeignet.

Führung finden um 10 und 14 Uhr statt. Die Führung um 10 Uhr ist jedoch schon ausgebucht. Eintritt 2 Euro. Anmeldung Dienstag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr unter S 0561-70949–11. (cho)

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