Eine echte Alternative zum Pflegeheim

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Freuen sich über die Eröffnung der Senioren-WG (v.li.): Bürgermeister Alexander Heppe, Leiter Torsten Rost, Orstvorsteher Jürgen Gonnermann und Erster Stadtrat und Ideengeber Reiner Brill. Foto: Liese

Niederhone. Senioren-WG für Demenzkranke öffnete gestern ihre Pforten.

Eschwege-Niederhone. Gestern war es soweit: In Niederhone wurde die Wohngemeinschaft für Senioren eröffnet, die an Demenz erkrankt sind. Dass dieses Projekt einen ganz besonderen Charakter hat, betonte nicht nur Dr. Rainer Wallmann, der in Vertretung für Landrat Stefan Reuß gekommen war. "Diese Senioren-WG hat Vorbildfunktion, die Nachahmer über die Grenzen der Stadt hinaus finden sollte", so Bürgermeister Alexander Heppe, der zusammen mit dem Ersten Stadtrat Reiner Brill dem Hospitalvorstand angehört. "Herr Brill war Impulsgeber und hat das Projekt angeschoben und begleitet", so Heppe.

Gedanken über eine solche Einrichtung machte sich Reiner Brill bereits seit 2007 als er ein ähnliches Projekt in Eichstetten kennenlernte. "Wir müssen Verantwortung für ältere Menschen übernehmen. Das können wir jetzt hier vor Ort machen", so Brill, der insbesondere die gute Infrakstruktur von Niederhone hervorhob. Dadurch seien wunderbare Voraussetzungen vorhanden, die es den Senioren ermögliche, die Eigenständigkeit so weit wie möglich zu erhalten, hob Brill weiter hervor.

Und auch der Ortsbereit um Ortsvorsteher Jürgen Gonnermann zeigte sich begeistert über die neue Einrichtung vor Ort. "Neue Wege zu gehen, das kann der Schlüssel zum Erfolg sein", merkte Gonnermann an, der sich sehr darüber freute, dass die ehemalige Limonadenfabrik "Im Baumgarten" der Familie Kühl nun einer neuen sinnvollen Verwendung zugeführt wurde.

Dass gerade diese Wohnform Zukunft hat, darüber ist sich Torsten Rost, Leiter der Wohngemeinschaft und der gemeinnützigen Stiftung Hospital St. Elisabeth, sicher. "Wir brauchen nicht nur stationäre Versorgungsplätze. Wir brauchen Alternativen. Und das hier ist eben kein Pflegeheim", so Rost, der seinen neuen Bewohnern viel Freiraum zur Gestaltung lässt. So ist die Einrichtung zwar im Großen und Ganzen fertig, über Beleuchtung und Mobilar sollen jedoch die neuen Bewohner selbst entscheiden.

Einen ganz besonderen Dank richtete Rost an die Architekten und Bauplaner. So durfte Bauleiter Volker Throm (Luther Bauplanung) ebenso wenig fehlen wie Architekt Philipp Krebs, der ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte. "Das ist ein echt spannendes Projekt. Aus einer alten Limonadenfabrik wird eine ambulante Wohngemeinschaft ins Leben gerufen. Das Einzige, was jedoch geblieben ist, ist der Keller, in dem die Limo gekühlt wurde", so Krebs.

Von den 12 vorhandenen Zimmern ist bisher eines vermietet. Insgesamt kostet die Betreuung 850 Euro monatlich pro Person. Hinzu kommen 310 Euro Miete sowie Haushaltsgeld. "Eine echte Alternative zum Pflegeheim, wenn man möglichst lang, so selbstständig wie möglich bis ins hohe Alter leben möchte", so Rost.

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