Eine zweite Chance

Seit dem 1. Januar gelten neue Richtlinien fr die Berufliche Rehabilitation. In einem speziellen Anerkennungsverfahren ist eine Zulassung als Ei

Seit dem 1. Januar gelten neue Richtlinien fr die Berufliche Rehabilitation. In einem speziellen Anerkennungsverfahren ist eine Zulassung als Einrichtung zu beantragen. Obwohl dies die Qualitt steigern soll, werden auch starre Regelungen vorgegeben, die gerade kooperative Ausbildungen mit Betrieben fast unmglich machen. Leiter Hans Hartmut Pletzer kritisiert die nderungen. Betriebsfern und realittsfremd. Dieses starre Konzept lsst keine individuellen Lsungsmglichkeiten fr die betroffenen Jugendlichen zu, bringt es Pletzer aus Sicht der Beruflichen Rehabilitation von LICHTENAU e.V. auf den Punkt. Dies widerspricht der Praxis von individueller Frderung. Zum Nachteil der Betroffenen.Ein Beispiel: Sebastian Dapp. Rehabilitand ohne Hauptschulabschluss. ber die Reha-Berufsberatung der Agentur fr Arbeit Kassel kam er nach LICHTENAU e.V. und absolvierte dort eine Berufsvorbereitende Bildungsmanahme (BVB). Schon bald kristallisierte sich sein Berufswunsch, Koch zu werden, heraus. Nach erfolgreichem Abschluss der Bildungsmanahme beginnt er mit weiterer Frderung der Agentur fr Arbeit zunchst in der Beruflichen Rehabilitation von LICHTENAU e.V. eine Ausbildung zum Beikoch. Mit Leidenschaft und Flei verfolgt er seinen Berufswunsch und es gelingt, dass er im renommierten Kasseler Restaurant Pfeffermhle im Hotel Gude in Niederzwehren ein Betriebspraktikum ableisten kann. Hier erhlt er von Kchenchef Fritz Wimmer durchweg gute Noten und er stellt ihm in Aussicht, nach der Ausbildung zum Beikoch eine fortfhrende Ausbildung zum Koch machen zu knnen. In Zusammenarbeit mit der Beruflichen Rehabilitation gelingt es, dass Sebastian Dapp nun seine Ausbildung zum Koch im Restaurant Pfeffermhle absolvieren kann.In Kooperation mit der Beruflichen Rehabilitation, dies ist bereits die zweite in unserem Hause, haben wir durchweg gute Erfahrungen gemacht, erklrt Hotel-Chef Ralf Gude. Auf das engmaschige Hilfsnetz, das die Berufliche Rehabilitation um ihre Zglinge spannt, ist Verlass. Hier finden die Rehabilitanden Hilfe und Anleitung. Mit dieser Hilfe hat Sebastian alle Hrden genommen und hat nun die Berechtigung, im Sommer seine Abschlussprfung zum Koch zu absolvieren. Hier wurden Wunsch, Engagement und Talent gefrdert und bestens ausgenutzt.Durch die Einschrnkungen, die die Agentur fr Arbeit nun durchsetzen will, ist eine solche Erfolgsgeschichte in der Beruflichen Rehabilitation allerdings nicht mehr mglich. Fortan wird nmlich zur Bedingung gemacht, dass eine Ausbildung in kooperativer Form, also mit Betreiben wie dem Restaurant Pfeffermhle, nur noch ergnzend und frhesten ab dem 2. Ausbildungsjahr durchgefhrt werden darf. Auch muss die Einrichtung sicherstellen, dass die Ausbildung jederzeit nahtlos in der Einrichtung fortgesetzt werden kann. Somit steht die Einrichtung vor einem echten Dilemma. War es bisher mglich, durch die jahrelange erprobte Zusammenarbeit mit Kooperationsbetrieben fast jeden Berufswunsch des Rehabilitanden nach dessen Talenten und Neigungen zu erkennen, zu wecken und zu frdern, so ist dies durch die nderungen der Rahmenbedingungen nicht mehr mglich. Die Berufliche Rehabilitation sowie die meisten Berufsbildungswerke knnen nicht alle gngigen und mglichen Berufsausbildungen vorhalten. Genau aus diesem Grund bestehen die Kooperationsmodelle mit externen Betrieben, die seit Jahren gut funktionieren und die die politische Forderung nach betriebsnaher Qualifizierung auch behinderter Jugendlicher umsetzen. Werden diese Strukturen gekappt, heit das auch, dass die ansssigen Einrichtungen der Beruflichen Rehabilitation diesen Anforderungen nicht standhalten knnen. Fr die betroffenen Jugendlichen mit Behinderung heit dies wiederum, dass ihre Berufsausbildungsmglichkeiten eingeschrnkt, unsicher oder auch unmglich werden. Sie sind auf die untersttzende Frderung der Einrichtungen angewiesen und bentigen das haltgebende Netz der Beruflichen Kooperation, welches ihnen erst den Start ins Berufsleben ermglicht.Wenn hier nicht nachgebessert wird, werden Erfolgsgeschichten wie die von Sebastian Dapp gefhrdet.

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