Einigung erzielt – Gemeinschaftsgarten am Altenzentrum in Planung

"Da wo Sie jetzt stehen, wird dann ein Gebäudeflügel sein," informierte Herbert Leidenfrost, Geschäftsbereichsleiter der AWO Nordhessen,

"Da wo Sie jetzt stehen, wird dann ein Gebäudeflügel sein," informierte Herbert Leidenfrost, Geschäftsbereichsleiter der AWO Nordhessen, die Mitglieder der Gemeinschaftsgarteninitiative  vor einem Erdbeerbeet. Herr Leidenfrost war extra aus Kassel angereist, um sich am Dienstag zusammen mit vier Gartenvertretern und dem Leiter des AWO Altenzentrums Witzenhausen, Karl Jeanrond, im noch bestehenden Gemeinschaftsgarten unterhalb der Johannisbergschule zu treffen.

Im November 2011 war das vormals kreiseigene Grundstück, auf dem sich der Garten befindet, an die AWO verkauft worden um dort eine moderne Seniorenresidenz errichten zu lassen und zu betreiben. Die Gartengruppe hat in der Zwischenzeit nach Möglichkeiten gesucht, den Gartenbetrieb auf dem sonnigen und zentral gelegenen Grundstück zu erhalten: "Als wir von dem Verkauf erfuhren haben wir schnell ein Fest organisiert, zu dem auch die Kommunalpolitiker eingeladen waren, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. " erzählt Gualter Baptista. "Wir haben unser Projekt auch bei der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt und darum gebeten, in den Privatisierungsprozess auf Kreisebene noch einzugreifen oder uns zumindest ein innenstadtnahes öffentliches Ausgleichsgrundstück anzubieten," ergänzt Silvia Hable.  Es habe auch einige Angebote für Ausgleichsgärten gegeben, auch aus privater Hand, allerdings  zu weit entfernt von der Innenstadt.

"Also haben wir uns daran gemacht, ein Konzept für einen Mehrgenerationengarten auszuarbeiten und haben es an Verantwortliche der AWO übermittelt. Eine Zusammenarbeit mit den angrenzenden Schulen und Kindergärten war fü  r dieses Jahr sowieso geplant. Wenn nun noch ältere Menschen und ihr Erfahrungsschatz in den Garten integriert werden können, ist das umso besser."

Auch bei der AWO kam das Konzept gut an. "Ich sehe hier viele Punkte, wo wir gleiche Vorstellungen haben" meint Herr Leidenfrost. Einer der Gründe für den Umzug vom Frauenmarkt zum neuen Grundstück sei unter anderem die Innenstadtnähe und der Wunsch der Altenzentrumsbewohner, am normalen Alltag teilhaben zu können. Aus diesem Grund werde die Großküche aufgelöst, die alten Menschen leben fortan in kleineren Wohngruppen zusammen, in denen auch jeden Tag gemeinsam gegessen werde.  "Da passt ein ökologisch geführter Garten, in dem sich Menschen verschiedenen Alters treffen und arbeiten, sehr gut dazu. Viele der alten Menschen haben früher selbst im Garten oder in der Landwirtschaft gearbeitet. Oft sind es daher gerade bei Demenz noch lebendige Erinnerungen, die im Garten aktiviert werden." , so Leidenfrost weiter.

"Ich stehe hier mit gemischten Gefühlen" sagt Felix de Bourdeaux, der seinerseits ein persönliches Mehrgenerationenprojekt auf dem Grundstück umsetzte, indem er eine alte Dame beim Gärtnern unterstützte, die seit Jahrzehnten einen Teil des Grundstücks gepachtet hatte. "Einerseits werden alle jetzt auf dem Grundstück befindlichen Obstbäume gefällt und zusätzlich zur Flächenversiegelung durch das mehrstöckige Gebäude auch noch weitere Parkplätze in dieser grünen Oase angelegt. Andererseits sehe ich hier von Seiten der AWO echtes Interesse an unserem Projekt und schätze auch die Möglichkeit, dass wir ab September in den Planungsprozess des Außengeländes miteinbezogen werden".

Es soll weiterhin möglich sein, dass jeder Witzenhäuser mit Interesse dort eine Parzelle bewirtschaften können. Obstbäume und essbare Stauden sollen auch angepflanzt werden. Klar überschaubare Wege für mobilitätseingeschränkte  Senioren sollen genauso Platz im Garten finde  n, wie eine Spielecke für Kinder und ein Ort zum Treffen und Picknicken. Der Garten soll weiterhin Besuchern offenstehen. Auch wolle die AWO einige Investitionen, wie den Bau von Hochbeeten  finanzieren. Farid Melko von "Transition Town Witzenhausen" zieht erfreut Bilanz: "Ich bin positiv überrascht von der Bereitschaft der AWO mit uns zusammen zu arbeiten. So haben wir alle etwas davon!" Im April fährt man gemeinsam in das Seniorenzentrum in Sontra, welches auch mit einem offenem Wohnkonzept arbeitet. Dort wollen die Mitglieder der Gartengruppe und Vertreter der AWO praxisnah die nächsten Schritte diskutieren.

Losgehen mit dem aktiven Gärtnern soll es wegen der Bauarbeiten erst wieder ab dem Frühjahr 2013.

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