Einkommensschwache Haushalte können kostenlose Stromspar-Checks durchführen lassen

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Energie sparen ist das Ziel der Kooperation von Kreis und Stromspar-Check: (v.li.) Dr. Rainer Wallmann, Uwe Erbroth, Gabriele Maxisch, Hanna Bachmann und Jörg Klinkenberg.

Sparen hat für viele Menschen gerade am Anfang des Jahres eine große Bedeutung. Für einkommensschwache Haushalte noch mal ganz besonders. Für die bieten jetzt die Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik eine kostenlose aufsuchende Strom- und Wassersparberatung im Werra-Meißner-Kreis an.

Hessisch Lichtenau - Seit etwa sechs Wochen kommen die geschulten Mitarbeiter der Aktion Stromspar-Check in regelmäßigen Abständen in das Familienzentrum Arche e.V. nach Hessisch Lichtenau. „90 Prozent der Kunden erreichen wir über eine persönliche Ansprache. Wir haben etwas zu verschenken, aber wir müssen erst mal die Barriere, Fremde ins eigene Haus zu lassen, überwinden“, sagt Jörg Klinkenberg vom Stromspar-Check.

Wenn die Skepsis besiegt ist und Kunden ihre Haustür für eine Beratung öffnen, gibt es zwei persönliche Besuche der Berater. Beim ersten werden Stromrechnungen geprüft und ausgewertet, genau wie das Nutzerverhalten. Beim zweiten Besuch bringen die Berater gering investive, kostenlose Strom- und Wassersparartikel mit. Dies können je nach Bedarf des Haushaltes LED-Glühlampen, Durchlassbegrenzer beim Duschkopf, Kühlschrankthermometer, Thermohygrometer oder abschaltbare Steckerleisten sein. Entscheidet sich der Beratene sogar zu einem Austausch seines alten Kühlgerätes, gibt es vom Programm eine Prämie in Höhe von 100 Euro. „Durch eine Förderung unseres Programmes können wir diese nun sogar aufstocken. Einzelpersonen erhalten 50 Euro zusätzlich, Familien 100 Euro“, informiert Klinkenberg.

Eine, die das kostenlose Angebot bereits angenommen hat, ist Hanna Bachmann aus Waldkappel. „Natürlich kostet es zunächst Überwindung, aber letztendlich kann ich damit jetzt richtig Geld sparen und kann es nur weiterempfehlen“, sagt sie. Durch den Check und die Artikel spart sie nun jährlich 128 Euro. Durch den Ersatz eines Gefrierschrankes noch mal zusätzlich 78 Euro. „Die Leute müssen uns erst mal vertrauen und über die Türschwelle lassen, dann können die Haushalte bis zu 150 Euro jedes Jahr sparen“, sagen Jörg Klinkenberg und Uwe Erbroth vom Stromspar-Check.

Und bei der Aktion geht es nicht nur um das Geld. „Die beste Energie ist die, die man nicht verbraucht“, sagt Umweltdezernent und 1. Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann. Der Kreis unterstützt das Programm daher bis zum 31. März 2022. Bestandteil des Förderung und des Vertrages sind bis dahin 60 abgeschlossene Beratungen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das erfüllen werden“, so Klinkenberg. Drei Prozent der Checks seien während der Programmlaufzeit noch mal nachkontrolliert worden. Dabei haben die Beratenen sogar im Durchschnitt 15 Prozent mehr eingespart, als über die Soforthilfen berechnet. „Das liegt vor allem auch an den Tipps, die unsere Mitarbeiter geben zur Bewusstseinsbildung.“ Bei etwa 333.000 jährlichen Stromsperren in Deutschland sei das eine der wichtigen Komponenten des Energiesparens.

Extra Info: Über Stromspar-Check

Der Stromspar-Check ist ein gemeinsames Angebot des Deutschen Caritasverbandes e. V. (DCV) und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e. V.. Das Angebot hat mehrere Ziele. Zum einen soll der Stromverbrauch in einkommensschwachen Haushalten verringert und damit deren Kostenbelastung reduziert werden. Gleichzeitig erhalten Langzeitarbeitslose über ihre Tätigkeit als Stromsparhelfer die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Beziehen Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld? Beziehen Sie eine geringe Rente oder Kinderzuschlag? Liegt Ihr Einkommen unter dem Pfändungsfreibetrag? Dann können Sie am Stromspar-Check teilnehmen. Mehr Infos unter  www.stromspar-check.de oder Tel. 0561-7399928.

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