Eins sein mit dem Wald

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Herleshausen. Der "RuheForst Werraland" bei Herleshausen wurde vor einem Jahr eingeweiht.

Herleshausen. Eine Lichtung mitten im Wald, markiert durch einen allein stehenden Baum und ein großes Holzkreuz. Ruhebänke am Rande dieses Andachtsplatzes laden zum Verweilen ein.

Am Stamm vieler umstehenden Bäume ist ein kleines Schild befestigt. Auf ihm ist der Name eines Menschen zu lesen, der hier die letzte Ruhe gefunden hat: Im "RuheForst Werraland" Herleshausen.

Unter dem Wipfeln ist Ruh

Wo werde ich sein, wenn ich gestorben bin? Eine beunruhigende Frage, die sich fast jeder Mensch irgendwann stellt. Wohin die Seele wandert, bleibt ein ewiges Rätsel, doch der Körper soll angemessen und würdevoll bestattet werden. Das Grab dient oftmals lange noch als Gedenkstätte für die Angehörigen.

Unter rauschenden Bäumen, die Schutz vor dem kalten Novemberwind boten, trafen sich am Totensonntag viele Familien, um in einer Feierstunde ihrer im RuheForst bestatteten Angehörigen zu gedenken. Viele Verstorbene hatten sich bereits zu Lebzeiten diesen Ort ausgesucht. Dort wollten sie ihre letzte Ruhe finden und Eins sein mit dem Wald.

Genau vor einem Jahr wurde der RuheForst seiner Bestimmung übergeben. Prinz Alexis von Hessen, setzte hier seine Idee um, einem besonders schönen und friedlichen Abschnitt seiner Waldgebiete am Iberg, eine besondere Bedeutung zu geben. Seither sind 50 Menschen unter "ihrem" Baum bestattet worden.

Gemeinsam mit Pfarrer Martin Vogel von Frommannshausen gestaltete Alexis von Hessen die Andacht zum einjährigen Bestehen. Bei Eintritt der Abenddämmerung wurden Kerzen angezündet und nach einer Ansprache und Liedern alle 50 Namen der Toten verlesen.

"Ich freue mich, dass so viele Menschen gekommen sind, um diesen Ort erneut zu würdigen", so der Erbprinz des Schloss Augustenau in Herleshausen. Er bietet Interessierten an, sich bei einem Spaziergang durch den Wald mit über 140 Jahre alten Buchen und Eichen, Ahorn und Eschen sowie einzelnen Eiben, die dem Gebiet den Namen Iberg (Eibenberg) schon vor Generationen gaben, ein Bild zu machen und die Atmosphäre einzufangen. "Die Grabstätten nennen wir RuheBiotop", erläutert er.

Biotop bedeute in diesem Fall, dass die Natürlichkeit des Waldes nicht gestört werde, beispielsweise durch Grabsteine. "Die Asche der Verstorbenen wird in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt und die Grabpflege übernimmt die Natur."

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