Ein erloschener Vulkan

Viele Straßen im Sontraer Land bestehen aus Alpstein-BasaltSontra. Schon immer ist der er Alpstein Anlaufstelle für so manche Schulwanderung gewesen

Viele Straßen im Sontraer Land bestehen aus Alpstein-Basalt

Sontra. Schon immer ist der er Alpstein Anlaufstelle für so manche Schulwanderung gewesen. Was die Schüler jedoch nicht unmittelbar sahen, aber gelernt haben: Sie hatten einen erloschenen Vulkan erklommen...

399 Meter (über NN) ragt der Alpstein, der in der Gemarkung Kirchhosbach liegt, aus dem Hosbach-Sontra-Bergland heraus. Bei gutem Wetter kann man die fantastische Aussicht bis zum Meißner genießen.Und hier noch ein wenig Schulwissen: Erstmalig wurde der "Alpstein" 1592 in der "Großen Mercatorkarte" erwähnt. 1710 wurde er auf der Schleensteinkarte als "Albstein" eingetragen, 1826 auf der Karte des Kreis Eschwege ist neben dem Namen Alpstein der Begriff Basaltkuppe vermerkt.  Der Alpstein selber ist vor 50 bis 60 Millionen Jahren, in der Tertiärzeit, entstanden. Der Basaltkegel bildete sich durch den Ausbruch von feurig-flüssiger Lava durch den überlagernden Buntsandstein. Die Denkmalsakte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises erläutert: "Aufeinandertreffen von Basalt und Buntsandstein mit Kontaktmetamorphose." Im Falle des Alpstein bedeutet dies, dass sich der Buntsandstein in Aussehen und Gestalt durch die Einwirkung der glutflüssigen Basaltlava bei einer Temperatur von 1100 bis 1200  Grad Celsius verändert hat.

Einen Krater hat es nicht gegeben. Auf Grund seiner Einzigartigkeit ist der Alpstein seit 1930 ein offizielles Naturdenkmal und Naturschutzgebiet.

Vermutlich ab Ende des 18. Jahrhunderts bis 1930  wurde am Alpstein ein Steinbruch betrieben und Basalt gebrochen. Das dort gewonnene Schottermaterial wurde für den Bau der großen Handelsstraßen wie Kassel-Mühlhausen; Oetmannshausen- Creuzburg; Hoheneiche-Sontra-Bebra genutzt. Auch beim Bau der Eisenbahnstrecke Bebra-Göttingen kam der Basaltschotter zum Einsatz. Der Abtransport des gewonnen Materials am Alpstein erfolgte zuerst über Mitterode, später dann auf dem kürzeren und neu angelegen Weg nach Kirchhosbach. Die Einwohner von Kirchhosbach, welche einen eigenen Hof führten, durften gegen eine Gebühr den Steinbruch am Alpstein nutzen. Später pachtete der Staat den Steinbruch und ließ den Basalt durch örtliche Maurer abbauen.Von den ursprünglich drei Gipfeln sind daher heute nur noch zwei zu sehen. Ein dritter wurde höchstwahrscheinlich vollständig abgetragen.

Noch immer kann man im Inneren des Steinbruchs alle Erscheinungsformen der Lavaerstarrung sowie die Stationen der Kontaktmetamorphose erkennen. Vom Zugang des Steinbruchs her links gesehen ist zu erkennen, wie die Lava nach oben gequollen ist, aber nicht weiter kam. Dabei hat sich das Mineral Olivin gebildet, erkennbar durch gelbgrünliche Flecken im Gestein. Rechterhand findet man Gesteinsfugen, die durch das schnelle Erkalten ein Vier- und Sechskantmuster gebildet haben. Ebenso sichtbar ist, dass die Lava in Granulatform erkaltete sowie keine Basaltsäulenbildung zu finden ist – eine Einzigartigkeit des alten Vulkans und Zeitzeuge aus uralten Tagen der Weltgeschichte.

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