Erster Windradpark bis 2015 im Kreis?

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Die Fotomontage gibt einen Eindruck davon, wie es in der Naehe von Stolzhausen aussehen koennte. Das Windrad wird ueber einen Kilometer von der Ortschaft entfernt stehen. Fotomontage: Horn

Waldkappel/Spangenberg. Wird Waldkappel Vorreiter im Kreis in Sachen Windenergie? Momentan sieht es ganz so aus. Die Planungen müssen zwar noch weite

Waldkappel/Spangenberg. Wird Waldkappel Vorreiter im Kreis in Sachen Windenergie? Momentan sieht es ganz so aus. Die Planungen müssen zwar noch weiter voran getrieben werden, doch die Eckdaten sind im Wesentlichen ausgearbeitet: Eine Investition von etwa 60 Millionen Euro für rund 16 Windräder. Und an denen sollen sich die Bürger beteiligen können.

Nicht ohne die Bürger

"Es kommt uns bei diesem Projekt im Wesentlichen darauf an, die Initiative selbst in die Hand zu nehmen. Damit von der Umsetzung so viele Bürger wie möglich profitieren und nicht nur einzelne, wenn Windkraft bei uns möglich werden sollte", erklärte Waldkappels Bürgermeister Reiner Adam im Gespräch mit dem EXTRA TIP.

Und weiter: "Wir wollen vorallem die Bürger miteinbeziehen und werden entsprechende Informationsveranstaltungen dazu anbieten, um alle Fragen zu beantworten."

Im Augenblick wartet man jedoch den aktualisierten Flächennutzungsplan ab, um das Projekt weiter voranzutreiben. "Der Plan wurde wegen den Bauarbeiten an der A44 in letzter Zeit nicht mehr aktualisiert, da sich ständig Änderungen ergeben haben", so Adam.

Stölzinger Höhe wäre geeignet

Für die Windräder ist vorallem die Stölzinger Höhe zwischen Waldkappel und Spangenberg geeignet. In diesem Bereich könnten rund 16 Windräder aufgebaut werden, wobei der Mindestabstand von einem Kilometer bis zum nächsten bebauten Gebiet problemlos eingehalten werden kann. Zudem ist in diesem Bereich eine entsprechende Infrastruktur

vorhanden, die das Errichten einer Anlage vereinfachen würde, wie es Bürgermeister Adam schilderte.

"Die Spangenberger haben hier den Vorteil, dass sich die infrage kommenden Bereiche im Besitz der Gemeinde befinden. Die Flächen unserer Gemeinde hingegen, die hierfür geeignet sind, sind Eigentum von Hessenforst", erklärt Adam.

Und weiter: "Somit gehen die Einnahmen aus der Vermietung der Gebiete, wenn eine Anlage dort gebaut wird, nicht an die Gemeinde Waldkappel, sondern an Hessenforst. Die Spangenberger hingegen behalten ihre Einnahmen."

Wertschöpfung soll im Kreis bleiben

Die Nabenhöhe der angedachten Windräder soll bei rund 150 Metern liegen. Die Blätter der Rotoren sind etwa 45 Meter lang. "Es ist noch nicht lange möglich, Anlagen in dieser Größe in bewaldeten Gebieten aufzubauen. (...) So weit es möglich ist, soll die Wertschöpfung hier im Kreis stattfinden. Interessenten gibt es genügend, aber wir wollen vorallem einen regionalen Betreiber für dieses Projekt an unserer Seite wissen. Wir würden die Anlage zum Teil auch gern als Bürgerwindpark betreiben." Im Augenblick steht das Unternehmen "kom:reg GmbH" mit Sitz in Kassel am besten dar.

Die "kom:reg GmbH" koordiniert unter anderem, laut Angaben auf ihrer Internetpräsenz, die Entwicklung von Bürgerwindparks, und schafft die passenden Strukturen für eine optimale Wertschöpfung vor Ort.

Bei einem Bürgerwindpark können die Menschen aus der Region, ähnlich wie bei einer Aktiengesellschaft Anteile erwerben und erhalten dann eine Rendite.

Die Stadt Waldkappel würde zwar keine Mieteinnahmen haben, könnte aber über die Gewerbesteuer von dem Projekt profitieren.

Wann mit der genauen Planung der Windradanlage begonnen wird, steht noch nicht fest, denn man möchte erst die Bürger umfangreich informieren und man muss noch einige andere Untersuchungen abwarten. Dennoch könnte die Anlage bis etwa 2014/15 fertig gestellt werden. Die Kosten für die Anlage sind in einer Größenordnung von etwa 60 Millionen Euro einzuordnen.

+++EXTRA INFO+++

Rechtliche Grundlagen

Werra-Meißner. Im März wurde der Regionalplan Nordhessen durch den Verwaltungsgerichtshof für unwirksam erklärt. Denn dieser legte fest, dass außerhalb der im Regionalplan gekennzeichneten Gebiete die Planung und Errichtung von Windenergieanlagen nicht zulässig ist.

Somit ist die Steuerungswirkung des Plans vorläufig ausser Kraft gesetzt, weswegen vermehrt Windenergieanlagen in den Gemeinden im Gespräch sind. Denn aufgrund der jetzigen Rechtslage ist es leichter Anträge für Windräder zu stellen.

In Waldkappel plant man aber nicht erst seit der Änderung des Regionalplans an einer Anlage um die Windenergie zu nutzen. Bereits seit 2009/10 ist man in der Stadt am Walde damit beschäftigt eine entsprechende Anlage, zusammen mit der Stadt Spangenberg zu planen bzw. deren Machbarkeit zu prüfen.

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