Trockenheit bereitet der Feuerwehr in Eschwege Sorgen

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(V.li) Sven Rathgeber und Lothar John, stellvertretender Stadtbrandinspektor und Stadtbrandinspektor von Eschwege, vor dem  mit Zusatztanks und Feuerpatschen speziell bestückten Einsatzfahrzeug.

Die Feuerwehr aus Eschwege ist für den Ernstfall gerüstet, aber die Gefahr von Feld- und Waldbränden ist wegen der Trockenheit hoch.

Eschwege. Jeder hat die Bilder der verheerenden Waldbrände in Griechenland, Kalifornien und bei Potsdam aus den letzten Wochen noch im Gedächtnis. Menschen starben und Werte wurden vernichtet. In einem von Land- und Forstwirtschaft geprägten Gebiet, wie dem Werra-Meißner-Kreis ist der nächste Wald, das Feld, nicht weit entfernt von der Wohnbebauung und die Trockenheit führt zu hoher Gefährdung.

Mischwälder sind weniger waldbrandgefährdet

„Wir haben hier bei uns nicht so viel Nadelholz, sondern meistens Misch- oder Buchenwälder, da ist die Gefahr eines Waldbrandes weniger groß“, berichtet Lothar John, Stadtbrandmeister von Eschwege. Nadelgehölze enthielten wesentlich mehr Harz, das bei großer Hitze einen Baum geradezu zum Explodieren bringen könne. Bei Mischwäldern wäre es dagegen häufiger, dass nur der trockene Unterbewuchs in Brand gerate, die Bäume aber weitestgehend unbeschädigt blieben.

Mehrere Einsätze bei brennenden Feldern

In den letzten Wochen musste die Freiwillige Feuerwehr zu einigen Bränden von Mähdreschern und Ballenpressen ausrücken, die sich beim Einsatz auf den Feldern überhitzt hatten. In diesen Fällen entzündeten sich auch die Felder. „Wenn dann Wind dazu kommt, muss man sehr aufpassen, dass man nicht überrascht wird, denn das Feuer breitet sich rasend schnell aus“, berichtet er.

Zusätzliche Wassertanks

Derzeit herrscht die zweithöchste Waldbrandbekämpfungsstufe (B). Das hat auch Konsequenzen für das Verhalten der Bürger, denn es darf im Wald nicht mehr geraucht werden und offenes Feuer ist ebenfalls verboten. Für die effektive Bekämpfung von Feld- und Waldbränden setzt die Eschweger Feuerwehr ein Fahrzeug mit 9.000 Liter fassenden Wassertank ein. Außerdem verfügt sie in einem Fahrzeug über zwei faltbare Tanks, die jeweils 3.000 Liter fassen.

Löschen in unwegsamem Gelände

So kann, auch wenn keine Wasserquelle wie ein Hydrant vorhanden, oder das Gelände für Löschfahrzeuge unzugänglich ist, ohne externe Wasserzufuhr unmittelbar mit der Brandbekämpfung begonnen werden. Feuerpatschen kommen ebenfalls bei Bränden dieser Art zum Einsatz. Das Land Hessen hat die Anschaffung von 400 Pump -Packs beschlossen. Das sind Rucksäcke mit einem Wassertank und eine Spritze. Auch die Feuerwehr Eschwege wird in Zukunft mit solchen Löschgeräten ausgestattet, berichtet Lothar John.

In den nächsten Tagen wird sich die Situation nicht entspannen, denn laut Wetterdienst sind ergiebige Regenfälle nicht in Sicht.

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