Eschweger Erfolgsstory bisher einzigartig

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Wurde dank staedtischem Engagement zum Impulsgeber fuer die Innenstadt: Die Schlossgalerie Eschwege. Foto: Archiv

Eschwege. Mit dem bereits in 2008 begonnenen Projekt "Hertie-Revitalisierung" und mit der am 18. November 2010 neu eröffneten Schlossgaleri

Eschwege. Mit dem bereits in 2008 begonnenen Projekt "Hertie-Revitalisierung" und mit der am 18. November 2010 neu eröffneten Schlossgalerie Eschwege ist der Kreisstadt etwas Seltenes gelungen: Die kommerzielle Wiederbelebung

einer ehemaligen Karstadt- bzw. Hertie-Immobilieals Impulsgebung für den Aufschwung der gesamten Innenstadt. Noch hat das keine weitere Stadt in Deutschland geschafft.

Pläne in der Schublade

Rückblende: Mit dem Projekt "Hertie-Revitalisierung" wurde im Rathaus Eschwege bereits Ende 2008 begonnen, da schon abzusehen war, dass der Niedergang der Kaufhauskette Hertie nicht mehr zu stoppen ist. Als am 8. August 2009 bei Hertie in Eschwege dann für immer die Lichter ausgingen, lagen im Eschweger Rathaus schon die Pläne für einen Neuanfang parat. Doch der Weg war steinig, denn anfänglich wollte niemand in das Projekt investieren.

Letztlich gelang mit der Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft durch Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad der Durchbruch. Die Projektentwicklungsgesellschaft übernahm als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kreisstadt die Rolle des Generalan- und Vermieters.

"Durch die intensive Zusammenarbeit mit der OFB Projektentwicklung in Kassel als Käufer für die Immobilie und Uwe Jantz als Handelsprofi gelang die Wiederbelebung des Warenhauses in Form der Schlossgalerie Eschwege. Die Sparkasse Werra-Meißner finanzierte den Kauf", so Conrad.

Schneller Weiterverkauf

Der von Anfang an geplante Weiterverkauf der Immobilie gelang nach der Neueröffnung der Schlossgalerie Eschwege dann schneller als gedacht. Der Erstkontakt mit der dänischen Fondsgesellschaft Kristensen fand bereits 2009 im Rathaus Eschwege statt und führte im Juli 2012 zum Erwerb der Schlossgalerie Eschwege-Immobilie durch den Fonds.

Den Schlusspunkt setzt nun der Neubau des Parkdecks Schlossplatz, zentral am Schlossplatz gelegen und mit direktem Zugang zur Schlossgalerie im Rücken. "Mit der Inbetriebnahme des Parkdecks am 15. Juli ist die städtische Projektentwicklungsgesellschaft gleichzeitig auch ihrer Verpflichtung aus dem Mietvertrag mit dem Hauptankermieter, dem Bekleidungshaus Vockeroth, nachgekommen", sagt Conrad.

Betrieb und Risiko liegen bei dänischen Käufern

Conrad weiter: "Dies ist von großer rechtlicher Tragweite für die städtische Projektentwicklungsgesellschaft, denn mit der termingerechten Inbetriebnahme endete vereinbarungsgemäß zum 31. Juli ihr Generalmietvertrag für die Schlossgalerie per Sonderkündigungsrecht. Damit verbunden endete auch das Sonderkündigungsrecht des Bekleidungshauses Vockeroth. Für die Kreisstadt und die Projektentwicklungsgesellschaft Eschwege bedeutet dies: Es besteht kein finanzielles Risiko mehr."

Folglich liegt der Betrieb der Schlossgalerie Eschwege seit Donnerstag jetzt ganz alleinin den Händen des Kristensen Fonds. Die Einzelmietverträge sind alle auf die Fondsgesellschaft übergegangen.

Die offizielle Eröffnung des neuen Parkdecks wird nach den Sommerferien im Rahmen einer größeren Einweihungsfeier am 23. August stattfinden. Danach wird im Herbst letzte gestalterische Hand am Parkdeck angelegt, um das technische Bauwerk auch städtebaulich einzubinden. (Hinweis: Die Parktickets für das neue Parkdeck am Schlossplatz gelten nicht für alle anderen gebührenpflichtigen Parkplätze in Eschwege).

"Für die Stadt hat sich am Donnerstag der Kreis geschlossen und für die städtische Projektentwicklungsgesellschaft ist das Projekt Schlossgalerie Eschwege erfolgreich zu Ende gegangen.

Der Ruf als Modeeinkaufsstadt bis weit nach Thüringen hinein und Platz eins in Nordhessen bei der Einzelhandelszentralität sowie Platz 78 in Deutschland (von 11.300 Kommunen) sind der Lohn für fünf Jahre Projektarbeit.

Mit der Wiedereröffnung des Hertie-Hauses als Schlossgalerie hat die Kreisstadt ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und gewonnen. Mission erfolgreich erfüllt – das Modell ,die Stadt als Projektentwickler’ ist geglückt", sagt ein zufriedener Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad.

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