Feiertag-Revival

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Regale der Witzenhäufer Tafel sind voerst gut gefülltWitzenhausen. Die Zeichen sind bei den meisten noch gut zu sehen. Die kleinen Pölsterchen und

Regale der Witzenhäufer Tafel sind voerst gut gefüllt

Witzenhausen.Die Zeichen sind bei den meisten noch gut zu sehen. Die kleinen Pölsterchen und Rettungsringe der Weihnachtsfeiertage. Schokolade, Plätzchen und andere Köstlichkeiten gab es in Saus und Braus. Für die Lebensmittelmärkte sind all die Leckereien nun nur noch Regalfüller. Aber nicht für Tafel in Witzenhausen.

"Zum Ende des Jahres machen die Geschäfte Inventur und sortieren Saisonprodukte aus den Regalen", berichtet Renate Grimm von der Witzenhäuser Tafel. Und weiter: "Daher sind unsere Regale ganz gut bestückt, vor allem mit Süßigkeiten und Schokolade." Das kommt den rund 300 Personen im Altkreis Witzenhausen, die regelmäßig die Tafel in der Oberen Mühlstraße besuchen, zu Gute.

Ohne Ausweis – keine Essenausgabe

Aber ohne Einkommensnachweis bekommt keiner Zutritt zur Essensausgabe und damit zu den oft seltenen Lebensmitteln. Erst mit dem Nachweis wie viel jemand verdient händigt das Tafel-Team einen Ausweis mit Namen und Personenzahl aus. "Die Anzahl der Personen ist besonders wichtig. Danach packen wir unseren Kunden entsprechend Essen zusammen", erläuter die Ermschwerderin. Über einen Einkaufszettel freuen sich die Damen und Herren bei der Ausgabe immer sehr. "Dann können wir genau schauen was sie brauchen und müssen nicht mühvoll alles zusammensuchen", so Grimm.

Dann fehlt nur noch der obligatorische Euro. "Damit zahlen wir die Miete und Nebenkosten", so Grimm. Aber "päpstlicher als der Papst" seien sie nicht: "Wenn mal einer am Ende des Montas keinen Euro mehr bezahlen kann, dann drücken wir schon mal ein Auge zu."

Geld ist immer häufiger knapp

Die Anzahl "ihrer" Kunden bliebe aber konstant. Immer wieder kämen neue, aber genauso viele würden auch wieder wegbleiben. "Aber es kann es eigentlich nicht sein. Wie soll zum Beispiel ein Asylbewerber ohne die Unterstützung von uns mit zirka 150 Euro für einen ganzen Monat Lebensmittel und so weiter kaufen?", fragt sich Grimm.

Aber auch für kinderstarke Familien ist das Geld immer wieder knapp. "Unsere größte Familie hat sieben Kinder. Da ist ein Leib Brot zum Frühstück schneller weg als man gucken kann", berichtet die seit sechs Jahren tätige Koordinatorin bei der Tafel Witzenhausen. Die Freude über Süßigkeiten außer der Reihe sei daher oft groß. "Jetzt hatte uns erst ein Händler Schoko-Weihnachtsmänner von Lindt vorbei gebracht, aber auch frische Fertig-Salate und auch mal Häkeldeckchen werden bei uns abgegeben, die wir dann gern weiter geben", so Grimm.

Unterstützung gesucht

Doch auch Mangelware gibt es in der Witzenhäuser Tafel. "Was uns momentan besonders fehlt, sind Kartoffeln. Wenn wir da eine kleine Spende bekommen könnten, würden wir unsere Kunden sicher glücklich machen", so Grimm.

Aber auch "Man-Power" ist eine gefragte Sache. Denn die absolut ehrenamtlich arbeitenden Team-Mitglieder sind mal krank oder haben persönliche Termine. "Da kann mein Telefon schon mal am laufenden Band klingeln. Eine Sekretärin, wäre da manchmal nicht schlecht", sagt die aktive Rentnerin mit einem Lächeln. Um aus personellen Engpässen zu kommen, würde sich Grimm über neue Ehrenamtliche sehr freuen.

Wer Zeit und Lust hat in der Witzenhäuser Tafel mit antzupacken, ob  Damen, Herren, jung oder alt, kann sich telefonisch bei Renate Grimm (Telefon 05524 / 2439) oder aber an einem der Ausgabtermine melden. Diese sind immer montags und donnerstags von zirka 14 bis 15.30 Uhr.

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