„Fernleitung = vernünftigste Option!“

Der Leiter des Runden Tisches, Prof. Dr. Hans Brinckmann, nennt Grnde fr den Bau einer Fernleitung PRESSEMITTEILUNG Sehr geehrte Damen und

Der Leiter des Runden Tisches, Prof. Dr. Hans Brinckmann, nennt Grnde fr den Bau einer Fernleitung

PRESSEMITTEILUNG

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie der am 9. Februar versandten Presseerklrung entnehmen knnen, hat der Runde Tisch gestern mit groer Mehrheit seine Empfehlung verabschiedet. Ich bin sehr froh darber, dass die Vertreter der Interessen von Arbeit und Wirtschaft und die Vertreter der Interessen des Gewsserschutzes zu einem gemeinsamen Konsens gefunden haben. In den Funoten finden sich Protokollnotizen, die die jeweiligen Positionen noch einmal deutlicher beleuchten, aber die Empfehlung als solche hat die Zustimmung von 22 Mitgliedern.

Aus vielen Gesprchen wei ich, dass in der ffentlichkeit Unklarheit darber herrscht, was dieses Ergebnis bewirken wird, zumal mit K+S und dem Land Niedersachsen zwei Akteure gegen die Empfehlung gestimmt haben, die fr die Umsetzung eines wesentlichen Teils dieser Empfehlung, die Fernleitung an die Nordsee, eine zentrale Rolle spielen. Ich bin jedoch berzeugt davon, dass der Bau einer Fernleitung die wahrscheinlichste, weil vernnftigste Option fr die Zukunft ist. Und zwar aus folgenden Grnden:

- 2011 luft die Genehmigung fr die Versenkung von Salzabwasser in Hessen aus. Diese Versenkung ist zur Zeit ein wesentlicher Sttzpfeiler der Entsorgung von K+S. Sollte es keine Verlngerung dieser Genehmigung geben, fhrt dies bei Beibehaltung der Produktion zu einer deutlich erhhten Einleitung in die Werra.

- Die hessische Genehmigungsbehrde hat, untersttzt von einem Rechtsgutachten, deutlich gemacht, dass fr die Versenkung nach 2011 allenfalls eine bergangslsung mglich ist. Eine weitere Versenkung wird nur befristet und nur dann erteilt werden knnen, wenn ein belastbares und zukunftstrchtiges Konzept fr die Entsorgung der nicht vermeidbaren Salzabwassermengen vorliegt und eine Realisierung dieses Konzeptes absehbar ist.

- K+S muss daher sptestens Anfang 2011 ein umsetzbares Konzept entweder fr die Fernleitung oder fr von K+S favorisierte NIS (Neue Integrierte Salzabwassersteuerung) vorlegen.

- Der Gutachter des Runden Tisches, Prof. Dr. Sauter, Universitt Gttingen, hat gestern sehr deutlich gemacht, dass es sich bei der NIS um ein Verfahren handelt, das erst einmal eine vier- bis fnfjhrige Probephase bentigt, bevor absehbar ist, ob und in welcher Art und Weise es langfristig funktionieren kann. Und selbst wenn es funktioniert, ist damit eine dauerhafte Einleitung von Salz in die Werra verbunden.

- Dies bedeutet aus meiner Sicht, dass K+S zur Sicherstellung der Produktion und zum Erhalt der Arbeitspltze gezwungen ist, alsbald eine in Bezug auf Zeit und Wirkung berzeugende Lsung zu finden; zur Fernleitung hat bislang niemand eine machbare Alternative prsentiert; Hoffnungen auf irgendwann vielleicht einmal verfgbare Technologien sind ein Spiel auf Zeit, bei der Werra und Weser nur verlieren.

- Das Land Niedersachsen wird einen Genehmigungsantrag fr eine Pipeline von K+S nicht einfach aus politischen Grnden ablehnen knnen. Es wird nach Recht und Gesetz prfen mssen.

- Ob diese Fernleitung betriebswirtschaftlich machbar sein wird, kann derzeit niemand sagen. Es ist auch noch nicht geprft, ob eine Fernleitung nicht noch Probleme mit Salzabwasser an anderer Stelle mitlsen knnte.

- Und die kologische Sinnhaftigkeit: K+S moniert, dass die hohen Kosten fr die Pipeline vergeudet sein knnten, wenn nicht gleichzeitig die Bundeslnder ihre Hausaufgaben zur Reinhaltung von Werra und Weser leisten. Die Wasserrahmenrichtlinie wird ihnen aber gar keinen Spielraum bieten. Es gilt daher eher umgekehrt: Die Bundeslnder machen ihre Hausaufgaben, sie bauen Klranlagen und machen die Flsse durchgngiger fr Fische und die hierfr eingesetzten ffentlichen Mittel wren vergeudet, wenn K+S weiter Salz einleitet.

Zusammenfassend ist das Signal des Runden Tisches, ein Konsens von Gewsserschtzern, Gewerkschaften und IHK, von Unterliegern und Anrainern: Der Bau einer Fernleitung an die Nordsee ist rechtlich machbar, kologisch sinnvoll und fr die Zukunft der Kaliproduktion im Werratal ntig.

Mit freundlichen Gren

Prof. Dr. Hans BrinckmannLeiter des Runden Tisches

+++ +++ +++

Hier die zusammenfassende Empfehlung des Runden Tisches als PDF

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neun neue Tageseltern im Werra-Meißner-Kreis

Nach 160 Stunden Ausbildung haben neun Tageseltern ihr Zertifikat erhalten.
Neun neue Tageseltern im Werra-Meißner-Kreis

Eschwege: Einbruchsserie in Innenstadt

In der Nacht von Freitag, 14., auf Samstag, 15. Februar, brachen bislang Unbekannte in mehrere Geschäfte in der Eschweger Innenstadt ein.
Eschwege: Einbruchsserie in Innenstadt

„Demokratie leben": 17 Projekte werden seit Beginn der Förderperiode unterstützt

Die neue Förderperiode der Partnerschaft für Demokratie im Werra-Meißner-Kreis ist gestartet. 19 Projekte haben in der Anfangsphase bereits einen Antrag auf Förderung …
„Demokratie leben": 17 Projekte werden seit Beginn der Förderperiode unterstützt

Unfallflucht in Eschwege und Wildunfall in Altenburschla

Unbekannter fährt vor Kino Auto an und flüchtet. Und: 32-Jährige kollidiert mit Wildschwein
Unfallflucht in Eschwege und Wildunfall in Altenburschla

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.