In Frauenhand

Sammlerin: Ursula Kayser ber das Mode-Accessoire ,Tasche und die Ausstellung im Stdtischen MuseumVon ANTJE SCHUMACHERHann. Mn

Sammlerin: Ursula Kayser ber das Mode-Accessoire ,Tasche und die Ausstellung im Stdtischen Museum

Von ANTJE SCHUMACHER

Hann. Mnden. Wenn Ursula Kayser ausgeht, dann hat sie noch mehr als die brigen Frauen die Qual der Wahl ihrer Handtasche. Denn die 69-jhrige Gttingerin kann 500 verschiedene Objekte ihr eigen nennen. Sie ist Handtaschensammlerin aus Leidenschaft so wie vielleicht die eine oder andere Frau im privaten auch.

Ihre Faszination entstand durch den Eigenbedarf den sie hatte. Dieser fing mit einer Unterarmtasche an, so eine wie ihre Mutter sie hatte. Jetzt hat sie welche in allen Farben und Formen. Ihre Lieblingstasche ist ein violetter Stoffbeutel aus dem Jahr 1830 mit Goldfadenborte und cremefarbenem Seidenfutter. Ich nehme mittlerweile so wenig wie mglich in meiner Handtasche mit, sagt Ursula Kayser. Das finde ich befreiender. Heute, wo es alles gibt, wei ich nicht, warum wir alles mitnehmen, was wir oder unsere Mitmenschen vielleicht brauchen knnten.

Ob aus Kroko- oder auch Haifischleder: In den 1930/40er Jahren war es Trend exotische Leder zu verarbeiten. Es war chic, sagt Ursula Kayser, der Artenschutz kam spter. Dann gab es auch Lederimitattaschen. Auch Erfinder und Chemiker waren nicht unttig und haben Kunststoffe entwickelt. Kunststoff war ein hoch innovativer Stoff, der das kostspielige Horn oder Elfenbei ersetzen sollte. Und Frau wollte auch zeigen, das sie auf der Hhe der Zeit war.

In der 50er Jahren gab es in Amerika Palstic-Bags. Die waren dort en vogue. In Deutschland nicht. Auerdem gab es Stofftaschen und mehr. Beispielweise Korbtaschen zhlen bis heute zur Sommermode.

Hand in Hand mit der Mode

Wie schn verarbeitet, einzigartig gearbeitet und variantenreich die Taschensammlung von Ursula Kayser ist, kann man jetzt im Stdtischen Museum Hann. Mnden im Welfenschloss erleben. Denn dort wird bis zum 27. Mrz 2011 die Ausstellung In Frauenhand mit 200 Taschen von Ursula Kayser prsentiert.

Die in Zusammenarbeit mit dem Stdtischen Museum Gttingen entstandene Sonderausstellung mchte nun auch in Hann. Mnden Besucherinnen und Besucher begeistern. Von den ltesten Taschen aus der Biedermeierzeit um 1830 bis hin zu einer der neuesten Taschen, die die Schauspielerin Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw im Film Sex an the City beim Rendevous mit Mr. Big trug: Eine Tasche in Form eines Eiffelturms, designt von Timmy Woods. Es war das Must Have zum Kinostart in 2008.

Ursusla Kayser hat selbst, wie sie verrt, auch eine Lagerfeld-Tasche, aber sonst bevorzugt sie eher No-Name-Objekte. Taschen mit geschichtlichem Hintergrund findet sie interessant. Manche propagieren, dass das teuerste Teil im Schrank die Handtasche sein sollte. Da ist etwas Gutes dran. Und sie sollte gut verarbeitet sein, rt die Expertin aus Gttingen, die zu jeder ihrer Taschen eine Geschichte kennt und das ntige Fachwissen hat.

Auf Flohmrkten, Trdel oder in Antiklden hat sie einige ihrer Lieblingsstcke gefunden. Wenn man es sich leisten kann, sollte man Taschen fr den Tag und fr den Abend haben. Eine Tasche sollte zum Outfit passen, um Gestalt und Stil der Trgerin herauszustellen, empfielt die Sammlerin.

Hand in Hand sozusagen geht der Weg der Tasche mit der fortschreitenden Emanzipation der Frauen. Der Schritt der Frau in die ffentlichkeit. Ab 1910, 1920 trug die langsam auch im Beruf sich umtuende Frau oft kleine Reisetaschen. Und hatte man frher noch das Riechflschen und Taschentuch dabei, so nahm die Frau in den 1930er Jahren eher die Puderdose und das Zigarettenetui mit. Auch die schicke Sonnenbrille gehrte dazu.

Die Handtasche ist eines der beweglichsten und vielfltig gestaltbarsten Accessoires. Von sportlich bis chic vom Perlenbeutel bis zur modischen Unterarmtasche, den sogenannten Clutch, alles ist mglich. Zunchst von Mnnern, so sind im Laufe der Jahre die Taschen von Frauenhand gemacht und in in Frauenhand gelangt. Und wer noch mehr ber den treuesten Begleiter der Frau ihre Handtasche erfahren mchte:

Die Ausstellung In Frauenhand, Stdtischen Museum Hann. Mnden im Welfenschloss ist bis 27. Mrz 2011 zu sehen. Geffnet ist das Museum (Schlossplatz 5) mittwochs bis sonntags von 13 bis 16 Uhr.

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