Frisch durch die Saison mit der Initiative "Dorfgarten"

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Neu Eichenberg. Jeder kann sich beteiligen - Ein Verein soll gegründet werden.

Neu-Eichenberg. Jan-Henrik Cors hat sich schon immer für nachhaltigen Gartenbau und Landwirtschaft interessiert. Als er den Film ,Taste the Was­te’ sah, wusste er, dass er diesen Weg weiter verfolgen will. Der Dokumentarfilm, der dem Zuschauer drastisch vor Augen führt, wieviel Lebensmittel in unserer Gesellschaft verschwendet und weggeworfen werden, hat den jungen Landwirt dazu bewegt, auch mit anderen Menschen darüber in einen Dialog zu treten und das Projekt ,Dorfgarten’ zu gründen.

Begonnen hat er damit in der Uni Witzenhausen: "Ich habe eine große Solidarität von Seiten meiner Mitstudierenden erfahren", berichtet er von den Anfängen der Initiative ,Dorfgarten’ . Im vergangenen Jahr hatten die Gründer in Hebenshausen für ihr Projekt einen halben Hektar Land von ansässigen Landwirten zur Verfügung gestellt bekommen – dieses Jahr ist die Fläche schon auf zwei Hektar angewachsen.

Konzept Schrebergarten – weiter gedacht

"Früher hate eine Menge Leute einen Schrebergarten, aber heute fehlt Vielen die Zeit, diesen zu bewirtschaften", erläutert Cors. Im ,Dorfgarten’ muss man nicht mehr selbst ,schuften’ – das haben Cors und vier weitere Landwirte und Gärtner übernommen.

Angelehnt an das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft, steckt hinter dem Projekt ,Dorfgarten’ kein Profitdenken der Beteiligten. Die Arbeit der Gruppe ist ehrenamtlich. Wer in den Genuss der Nahrungsmittel kommen will, kann sich an dem Projekt als Mitglied und einem Geldbeitrag beteiligen. Auch ,mitgärtnern’ ist erlaubt.

Der Kreis der Menschen, die ,begärtnert’ werden, wächst stetig. "Die Nachfrage nach frischen Saisongemüse ist sehr groß", freuen sich Cors und seine Kollegin Juliane Hesse. In diesem Jahr strebt die Gemeinschaft eine Versorgung von rund 100 Haushalte im Gebiet zwischen Witzenhausen und Göttingen an. So muss die Arbeit entsprechend professionalisiert werden.

Verein soll gegründet werden

"Hierfür stellen wir uns eine Vereinsstruktur vor", berichtet Jan Henrik Cors. Der Verein wäre so aufgebaut, dass eine Einzelperson einen Beitrag von 35 Euro im Monat leisten sollte, eine Familie bzw. ein Haushalt mit bis zu drei Erwachsenen einen Beitrag von 70 Euro. Das Gemüse wäre für die Mitglieder kos­tenlos, denn die Beiträge sind lediglich dazu gedacht, die Kosten des Gartens zu decken.

Durch dieses System soll jedem Menschen in der Region ermöglicht werden, frisches Gemüse zu erwerben. Zu diesem Zweck hat das Gärtner-Team einen Verkaufsräum in Hebenshausen angemietet. Hier gibt es Listen, auf denen vermerkt ist, wieviel Gemüse jeden Mitglied zusteht, außerdem gibt es eine Schenke-Kis­te, wo ungewolltes Gemüse getauscht oder verschenkt werden kann, um die Verschwendung so gering wie möglich zu halten.

Diese ,Markhallen’ soll es bald auch in Groß Schneen und Göttingen geben. Und durch den ,Mitmach-Samstag’, bei dem Mitglieder in den Garten kommen können, um bei der Ernte zu helfen, kommt man in Kontakt mit anderen Interessierten.

 Menschen entfernen sich von der Landwirtschaft

Diese Art solidarischer Landwirtschaft ist gegenwärtig oft nur in größeren Städten zu finden, dort wo die Entfernung der Menschen zur Landwirtschaft besonders hoch ist, deswegen sei es hier im ländlichen Raum schwieriger die Initative zu etablieren, sagt ,Jule’ Juliane Hesse. Doch durch die Lage des Gartens ergibt sich wieder ein Vorteil. Die Fläche liegt mitten in Hebenshausen, zwischen Witzenhausen und Göttingen. DIe Bewohner des Dorfes können ihn zu Fuß erreichen und Pendler können nach der Arbeit ihrGemüse abholen.

"Der direkte Austausch mit den Menschen ist schön, da man so sofort eine Rückmeldung zu seiner Arbeit bekommt", erläutert Jule weiter. Das Konzept der ,Solidarischen Landwirtschaft’ hat auch in Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth und Pfarrer Christian Neie-Marwede bereits Unterstützer gefunden. Einige Großküchen und Gas­tronomen aus der Region sind regelmäßige Abnehmer von Gemüse und Kräutern.

Helfer und Interessierte gesucht

Damit der Dorfgarten gut in die neue Saison starten kann, braucht das Team noch neue Mitglieder. Die frühlingsfrische erste Lieferung wird es Ende April geben. Außerdem werden noch unterstützende Hände gesucht, die bei der Ernte helfen möchten. Außerdem hat die Initiative auf dem nächsten Witzenhäuser Wochenmarkt am Freitag einen Stand.

Mehr Informationen zum ,Dorfgarten’ gibt es im Internet unter www.dorfgarten.org, Adresse: Lange Str. 20, Neu-Eichenberg, OT Hebenshausen, Tel. 05504-9374986. E-Mail: kontakt@dorfgarten.org.

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