,Es ist fünf vor zwölf’

Werra-Meißner/Sontra. Über 220 Millionen Euro im Jahr werden in hessischen Spielhallen und gastronomischen Betrieben verspielt – Die Hessische Lan

Werra-Meißner/Sontra. Über 220 Millionen Euro im Jahr werden in hessischen Spielhallen und gastronomischen Betrieben verspielt – Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) schlägt Alarm: Fast 50.000 Menschen in Hessen haben Probleme mit Glücksspielen. Auf dem landesweiten Aktionstag stiegen am Donnerstag genau um ,5 vor 12’ gleichzeitig in mehreren hessischen Innenstädten Luftballons mit dem Aufdruck "Schieß Dein Geld nicht in den Wind!" auf.

Für den Werra-Meißner-Kreis hatte Suchtberaterin Eva-Maria Bohr (Fachberatung Glückspielsucht – Suchthilfe Eschwege) den Standort Sontra für ihre Aktion gewählt. Mit dabei: Anneliese Douglas und Siegfried Matz von der ASA (Anonyme Süchtige und Angehörige) in Sontra. An ihrem Info-Stand gegenüber Edeka-Neukauf bliesen sie gemeinsam hellblaue Ballons auf.

In der Stadt Sontra gibt es zwei Spielhallen und diverse Gaststätten mit Geldspielgeräten. Hier werden monatlich nach Schätzungen der Suchtberaterin 15 bis 20.000 Euro verspielt – das sind bis zu 240.000 Euro im Jahr. "Hinzu kommen noch die vielen Glücksspiele im Internet. Die Zahl der Süchtigen ist jedoch schwer schätzbar", so die Suchtberaterin. Sie weiß: "Menschen, die sich dem umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangebot nicht entziehen können und ein krankhaftes Glücksspielverhalten entwi­ckeln, benötigen fachliche Hilfe und Unterstützung." Auf Grund von Kontakten und Gesprächen sowie Statis­tiken lassen sich im Werra-Meißner-Kreis mindestens 800 Personen ausmachen, die dem Glückspiel verfallen sind, davon rund 60 in Sontra.

Anneliese Douglas weist darauf hin, dass viele Partner, Kinder oder Eltern ebenfalls unter der Sucht des Betroffenen leiden: "Sucht ist eine Krankheit, die geheilt werden kann", sagt sie und bietet Betroffenen oder Angehörigen Unterstützung der Selbsthilfe-Gruppe ASA an, in der Suchtverhalten aller Art thematisiert wird.

Extra Info

Hier gibt es Hilfe

Wenn der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn zum alles beherrschenden Motiv des Spielens wird, geht es um Glücksspielsucht. Die Folgen dieser Sucht – wie etwa Verschuldung, zerstörte Familien und Beschaffungskriminalität – sind für die Betroffenen wie für deren Angehörige verheerend.Hier gibt es Hilfe:- Fachberatung Sucht, Glücksspiel sowie exessive Medien- und InternetnutzungEschwege, Tel.  05651-3394292, Eva-Maria Bohr 05651-3394297, Harald Nolte 05651-3394296- ASA SontraTel.  05653-1652, 05653-914942 oder 914242.

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