Aus „Fünf vor Zwölf“ wird „Jetzt schlägt’s 13“

+
Lars Winter. Foto: Redaktion

Werra-Meißner. Ein Kommentar zur Überbeanspruchung des Ehrenamts im Werra-Meißner-Kreis.

Dass Vereine ihre Fußballplätze selbst mähen müssen ist okay. Dass Vereinsmitglieder dafür noch ihre eigenen Rasenmäher mitbringen müssen, ist nicht nur des Guten zuviel, sondern völlig daneben. Hessisch Lichtenau ist dabei kein Einzelfall. Man könnte in unseren heutigenTitelgeschichte "Heli" streichen und stattdessen einen anderen Ort aus dem Kreis eintragen.

Denn die Überbeanspruchung des Ehrenamts zieht sich wie ein roter Faden durch den Kreis. Immer mehr wird auf die Schultern der Freiwilligen abgeladen. Die Begründung dafür ist immer dieselbe: Die Stadt, die Gemeinde, hat kein Geld. Stimmt auch so, deshalb wird quer durch den Kreis ein strikter Konsolidierungskurs gefahren.

Mit gefährlichen Tendenzen. Denn: Je mehr aufs Ehrenamt abgeladen wird, je höher die Belastungen werden, um so größer die Wahrscheinlichkeit, dass immer mehr Freiwillige den Bettel hinschmeißen.Denn eines darf man nicht vergessen: Die, die jetzt den Rasen mähen, sind auch die, die unsere Kids und Jugendliche in den Vereinen betreuen. Also eh schon viel Zeit opfern. Und das gerne. Noch.

Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange mal erreicht. Den Bürger trifft’s nämlich gleich doppelt. Einerseits mit durch die Decke schießenden Gebührenerhöhungen bei Grundsteuer und Kitas, um nur zwei Beispiele zu nennen. Andererseits wird erwartet, dass genau diese Bürger auch noch immer mehr ehrenamtliche Arbeit leisten.Dass es diesbezüglich allmählich fünf vor zwölf ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Wanfried: Die Rathaus-Uhr ist defekt. Fürs Foto stand die Uhr daher sogar auf fünf vor zwölf. Die für die Reperatur nötigen 1.300 Euro kann die Stadt nicht stemmen. Schutzschirm und Sparmaßnahmen lassen grüßen.

Wer kann es also nur richten? Richtig: die Bürger mit ihrem freiwilligen (finanziellen) Engagement.Der Zusammenhalt in unseren Orten ist groß, sehr groß. Trotzdem müssen wir aufpassen, dass aus "Fünf vor Zwölf" nicht irgendwann"Jetzt schlägt’s 13" wird...

Hier geht's zum Artikel "Ein Rasenmäher für sechs Vereine"

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Unbekannter griff Zeitungszusteller in Eschwege an

Am frühen Samstagmorgen ist ein 51-jähriger Zeitungszusteller aus Wehretal von einem unbekannten Mann in Eschwege angegriffen und verletzt worden. Die Polizei bittet um …
Unbekannter griff Zeitungszusteller in Eschwege an

Lions Club Eschwege-Werratal: Die Gewinnnummern des Adventskalenders

Täglich um neun Uhr veröffentlichen wir auf lokalo24.de die Gewinnzahlen des Adventskalenders des Lions Clubs Eschwege-Werratal.
Lions Club Eschwege-Werratal: Die Gewinnnummern des Adventskalenders

Autoknacker in Bad Sooden-Allendorf unterwegs

Autos waren das Ziel der Täter, die im Verlauf des Samstagabends, 7. Dezember, versucht haben, Wertsachen aus mehreren Pkw zu stehlen.
Autoknacker in Bad Sooden-Allendorf unterwegs

B 80 bei Neu Eichenberg ist ab dem 6. Januar voll gesperrt

Neu Eichenberg: Vollsperrung der Bundesstraße 80 ab dem 6. januar
B 80 bei Neu Eichenberg ist ab dem 6. Januar voll gesperrt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.