Geld sparen am Schlossplatz! Ein Kommentar zur Finanznot der Kreisstadt

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Lars Winter.

Die Stadthalle ist das Politikum Nummer 1 in der Kreisstadt. Kein Wunder, sorgen die steigenden Kosten doch für große Sorgenfalten bei den Verantwor

Die Stadthalle ist das Politikum Nummer 1 in der Kreisstadt. Kein Wunder, sorgen die steigenden Kosten doch für große Sorgenfalten bei den Verantwortlichen.

Niemand, aber wirklich niemand kann voraussagen, ob es bei den jetzt genannten 800.000 Euro Mehrbelastung bleibt. Sicher ist nur jetzt schon, so Kämmerer Brill gestern, dass jährliche Kosten von 300.000 bis 350.000 Euro dazu kommen, für Betriebskostenzuschuss und Belastungen durch Zinsen und Tilgung.

Anlass zur Sorge bereitet auch, dass durch die 800.000 Euro (plus X?), andere, wichtige Projekte geschoben werden müssen, denn der städtische Haushalt lässt keinen Spielraum für Mehrausgaben.

Ob steigende Kosten aber den Vorwurf der Hütchen-Spielerei rechtfertigen, ist mehr als fragwürdig. Nochmal: Es waren die Stadtverordneten, die den Kostenrahmen absegneten, auch die der SPD. Und wer wirklich damit rechnete, dass in einem 40 Jahre alten Bau keine bösen Überraschungen warten, die zu Mehrkosten führen, hat sich mehr als blauäugig verhalten. Diesen Vorwurf muss man aber auch den Planern und dem städtischen Bauamt vorwerfen, dem Heppe vorsteht. Solche Eventualitäten hätten einkalkuliert werden müssen.

Übrigens: Gestern hatte es den Anschein, dass zumindest ein SPD-Stadtverordneter unter Gedächtnisverlust leidet. Denn er scheint vergessen zu haben – oder vergessen zu wollen –, dass eine Bestuhlung NIE mit in den von den Stadtverordneten abgesegneten Kosten enthalten war und darüber auch ALLE Fraktionen informiert waren. Seine Aussage "Über die Stühle herrscht immer noch Unklarheit – waren die dabei oder nicht?" muss man daher als unqualifizierten Versuch abtun, dem Bürgermeister noch mal kräftig einen reinzuwürgen.

Statt solcher Äußerungen sollten sich lieber Alle damit beschäftigen, an welchem Projekt die Stadt sparen kann, um die Mehrkosten der Stadthalle zu kompensieren. Die Neugestaltung des Marktplatzes ist beschlossene Sache – und das ist auch gut so. Eine Stadt braucht einen Vorzeigeplatz – und das wird der neue Marktplatz!

Anders verhält es sich bei der Neugestaltung des Schlossplatzes, die für 2013 geplant ist. Für die sind städtische Kosten von 440.000 Euro vorgesehen – Geld, das man sparen kann!

Warum? Weil diese "Verschönerung" unnötig ist. Der Schlossplatz wird auch in Zukunft ein Verkehrsschwerpunkt sein. Selbst wenn man den Verkehr dort um 30 Prozent miminieren kann, werden sich die Autos immer noch wie an der Perlenschnur am Schloss entlang bewegen. Und da geplant ist, dass man ins neue Parkhaus (Schildgasse) eh nur rechts rein- und rechts rausfahren kann und vom Parkhaus kommend kein Linksabbiegen möglich sein soll, bedarf es auch keiner Änderung in der Streckenführung geschweige denn einer Verschönerung.

Jede Stadt, egal ob groß oder klein, hat ihre Verkehrsschwerpunkte und alle haben eines gemeinsam: Schön anzusehen sind sie alle nicht, sie erfüllen aber ihren Zweck.

Anmerkung der Redaktion:Der Kommentar ist leicht abgeändert, denn wie uns der ehemalige Bürgermeister Jürgen Zick mitteilte, stimmt es nicht, dass unter ihm die Stadthalle knapp 11 Millionen Euro kosten sollte.

Zick gegenüber dem Marktspiegel: "Im Frühjahr 2009 legten mir Architekten einen Plan für die Stadthalle vor, der tatsächlich Kosten von 11 Millionen Euro enthielt. Ich habe sofort eine abgespeckte Version gefordert, da diese Summe die Stadt nie stemmen könnte. Die überarbeitete Version sah dann Gesamtkosten von 6,5 Millionen Euro vor. Das Land hätte die Maßnahme mit 2,92 Millionen Euro gefördert, blieben unterm Strich 3,6 Millionen Euro Kosten für die Stadt."

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