Geschlossenheit im Kreis zeigte nur eine Partei – und das war die SPD

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Lars Winter.

Stefan Reuß’ Onkel Erich drückte es nach der Wahl so aus: "Gut, dass Stefan Landrat ist und nicht Bundesliga-Schiedsrichter wurde, denn er le

Stefan Reuß’ Onkel Erich drückte es nach der Wahl so aus: "Gut, dass Stefan Landrat ist und nicht Bundesliga-Schiedsrichter wurde, denn er leistet für den Kreis herausragende Arbeit."

Und diese Arbeit haben die Wähler im Kreis in Scharen honoriert. Deutlicher kann man eine Wahl kaum gewinnen. Selbst Stimmen aus dem CDU-Lager muss Reuß erhalten haben, da es sein Konkurrent nur auf knappe 7.500 Stimmen brachte.

Mit einem Sieg des in weiten Teilen des Kreises einst völlig unbekannten Schmagold hatte aber sowieso niemand gerechnet. Offensichtlich auch niemand aus CDU-Reihen, denn die Unterstützung für den eigenen Kandidaten fiel teilweise sehr zurückhaltend aus bzw. war teilweise gar nicht existent.

Einen CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Uwe Brückmann beispielsweise hat man so gut wie gar nicht bei Wahlkampfterminen von Magnus Schmagold gesehen.

Da sollten und können sich die hemischen Christdemokraten eine dicke Scheibe von der SPD abschneiden. Die trat und tritt, wenn es zählt, absolut geschlossen auf. Ein Lothar Quanz lässt es sich beispielsweise nicht nehmen, den eigenen Kandidaten wo und wie es nur geht, zu unterstützen. Ob die SPD-Landtagsabgeordneten, die SPD-Bürgermeister im Kreis – auf fast jeder Wahlkampfveranstaltung von Stefan Reuß waren sie zahlreich vertreten.

In der Kreisstadt spannten sich ein Feiertag, ein Brill und ein Montag vor den Landrats-Karren – genau so sieht Wahlkampf-Unterstützung aus.

Bei der CDU hatte man den Eindruck, dass viele Parteikollegen nur zu den Veranstaltungen mit Schmagold gekommen waren, weil Ministerpräsident Bouffier mit dabei war. Dass von Hessens Regierungschef mehr Unterstützung für Schmagold kam und er auch mehr Präsenz zeigte als einige heimische CDU-Größen ist ein Armutszeugnis für Landau, Brückmann und Co.

Und letztendlich muss man feststellen, dass die CDU in den vergangenen Jahren eher auf Schmusekurs zum Landrat als auf Konfrontationskurs gegangen ist. Das dann in drei Monaten Wahlkampf umzubiegen, war ein unrealistisches Unterfangen für den Einzelkämpfer Schmagold.

Was man Schmagold zu Gute halten kann und muss: Er hat gekämpft, hat alles versucht, um eine Wechselstimmung zu erzeugen. Allerdings hatte er auch nur wenige neue Ideen vorzuweisen. Stattdessen packte er die verbale Keule gegen Reuß aus – auch das ist offensichtlich beim Wahlvolk nicht gut angekommen. Viel schwerer wiegt aber, dass die CDU in diesem Wahlkampf gezeigt hat, wie wenig geschlossen sie intern ist. Hier gucken zu viele nur auf ihre eigene Position und den eigenen Machterhalt.

So lange das so bleibt, kann sich die SPD entspannt zurücklehnen. Und noch entspannter wird es für die Genossen dadurch, dass sie mit Stefan Reuß einen Mann in ihren Reihen haben, dessen Sympathiewerte in der Bevölkerung kaum höher sein könnten.

Reuß tut diesem Kreis gut, sehr gut. Möge er den Menschen an Werra und Meißner noch lange erhalten bleiben und nicht (vorzeitig) dem Ruf aus Wiesbaden folgen. Denn das der irgendwann kommen wird, ist genau so sicher, wie es sein Sieg bei der Landratswahl war.

Vielleicht kann diesbezüglich ja Onkel Erich nochmals Einfluss nehmen, schließlich hatte er schon einmal die Karriere seines Neffen in die richtigen Bahnen gelenkt. "Damals als Stefan noch aktiv Fußball gespielt hat, habe ich ihm gesagt: Als Fußballer wird das nichts mit dir, werde lieber Schiedsrichter, da wirst du ein Guter."

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