,Hätte eine Frau jeden Alters genommen’

Versuchte Vergewaltigung an einer 12-Jhrigen: 38-Jhriger Witzenhuser gestehtVon MATHIAS SIMONKassel/Witzenhausen. Der 11. Mrz

Versuchte Vergewaltigung an einer 12-Jhrigen: 38-Jhriger Witzenhuser gesteht

Von MATHIAS SIMON

Kassel/Witzenhausen. Der 11. Mrz 2010 wird Katharina Z. (Name von der Redaktion gendert) aus Unterrieden wohl fr immer im Gedchtnis bleiben. An diesem Tag wurde sie nach der Schule von Dieter M. auf dem Heimweg hinterrcks berfallen. Tatort war die stillgelegt Eisenbahnbrcke, eine beliebte Abkrzung fr Fugnger zwischen Witzenhausen und Unterrieden.

Der 38 Jahre alte und 100 Kilogramm schwere Mann packte das Mdchen von hinten und wickelte sogenanntes Panzerband um ihren Kopf, sodass Nase und Augen vollkommen bedeckt waren. Atmen konnte das Opfer nur noch durch den Mund, den es freibekommen konnte. Bei dem Angriff setzte sich die zum Tatzeitpunkt 12-Jhrige heftig mit Armen und Beinen zur Wehr, schrie laut um Hilfe. Halts Maul!, habe der Tter ihr gesagt und ins Gesicht geschlagen. Erst als er gesehen habe, dass das Mdchen aus dem Mund blute, so der Angeklagte am Donnerstag vor der 6. Strafkammer des Langerichtes Kassel, habe er einen Schock bekommen und sich selbst gefragt, was er hier berhaupt mache.

Mann wollte einen Grund fr seinen Suizid haben

Nach seinen Angaben, habe er einen Grund gesucht, um seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen. Seine finanzielle Situation und die unmittelbar bevorstehende Zwangsrumung seiner Wohnung htten ihn zu der Tat bewegt: Ich wusste einfach nicht mehr wie es weitergehen soll, sagte er.

Das sexuelle Vergehen an dem jungen Mdchen sollte ihm das Durchfhren seines eigenen Suizides erleichtern. Zuvor habe er zweimal versucht sich in einer Gartenhtte mittels einer ber den Kopf gestlpten Plastiktte das Leben zu nehmen. Dabei htte er allerdings Panik vor dem Ersticken bekommen. Ausgesucht habe er sich sein Opfer willkrlich und spontan. Ich htte eine Frau jeden Alters genommen. Das war mir egal, gab er bei der Polizei wenige Zeit spter zu Protokoll.

Der geplante sexuelle bergriff auf der Eisenbahnbrcke aber misslang, das Mdchen riss sich los. Er habe ihr an die Brust fassen, ihr Hose und Schlpfer herunter reien wollen und sei sexuell etwas erregt gewesen, gab der 38-Jhrige, der nach seiner Attacke zu Fu das Weite suchte und sich in einer Scheune in Mollenfelde die Nacht ber versteckt habe, zu. Whrend seiner Flucht wollte er sich von einem Zug berrollen lassen. Aber auch dazu habe er sich nicht getraut. Am nchsten Tag stellte er sich der Polizei und legte ein umfassendes Gestndnis ab. Bis zur Erffnung des Verfahrens sa er in Untersuchungshaft.

Das die Polizei nach ihm fahndete und sogar mit einem Hubschrauber nach ihm suchte war ihm nicht entgangen, wie er vor Gericht zu gab. Richter, Staatsanwalt und Gutachter vermuteten, dass die Geschichte viel schlimmer ausgegangen wre, wenn sich das Mdchen nicht so massiv gegen seinen Angriff gewehrt htte. Ich bin sehr froh, dass sie so mutig reagiert hat. Sie wollte da unbedingt raus kommen. Ich wei nicht, wie ich reagiert htte, sagte die Mutter des Mdchens vor Gericht aus.

Mdchen floh zu einer Bekannten

Ihre Tochter habe sich selbst nicht von dem Klebeband befreien und lediglich ein kleines Guckloch mit Hilfe einer Schere in die Fixierung schneiden knnen. So war es ihr mglich in Richtung Unterrieden zu laufen und bei einer Bekannten zu klingeln. Die habe nach anfnglichem Staunen Eltern, Polizei und Rettungskrfte alarmiert. Neben Rtungen im Gesicht habe die Zwlfjhrige bei der Entfernung des Klebebandes den Verlust vieler Kopfhaare in Kauf nehmen mssen.

Zuhause fhlt sich Katharina seitdem am sichersten, hat sich aber auch verndert. Sie unternimmt nicht mehr so viel mit ihren Freundinnen wie frher. Auerdem ist sie aggressiver geworden und wird schon mal lauter, so die Mutter des Opfers. Fnf Gesprche habe ihre Tochter bereits mit einer Psychologin gefhrt. Nach den Ferien soll eine Sitzung wchentlich stattfinden. Aufgrund der Zeugenaussagen und dem Gestndnis des Tters, verzichteten Anklger und Verteidigung darauf, das junge Opfer fr eine Vernehmung vorzuladen.

38-Jhriger schlug Frau in 2009 Bierflasche auf den Kopf

Dem Tter wird dagegen noch eine weitere Tat zur Last gelegt, die sich im Juli 2009 in seiner Wohnung ereignete. Eine damals 18-Jhrige aus Eisenach hatte er ber einen SMS-Chat kennengelernt und zu einer bernachtung eingeladen. Schon vorher hatten sich die Beiden Kurznachrichten geschrieben, viel telefoniert und einige Abende zusammen verbracht. Wir guckten den ein oder anderen Horrorfilm, erklrte der Angeklagte. Auch Bier und Wein sei an dem Vorabend der Tat geflossen. Spter habe er aufstehen mssen, um die Zeitung gegen 3 Uhr morgens auszutragen. Stunden spter habe er starke Kopfschmerzen versprt und sie mit mehreren Kopfschmerztabletten, heruntergesplt mit Alkohol, lindern wollen. Schlielich htte er eine Art Blackout bekommen und seinem weiblichen Gast eine Bierflasche mehrmals auf den Hinterkopf geschlagen. Ich lag auf dem Bauch. Er setzte sich auf mich und schlug von hinten auf mich ein, sagte das Opfer vor Gericht aus. Sie habe ihren Kopf zu schtzen versucht und laut geschrien. Ich dachte, das er mich totschlagen will, erzhlte die heute 19-Jhrige, die Prellungen davon getragen und einige Zeit unter Alptrumen gelitten habe. Nach der lautstarken Reaktion habe der 38-Jhrige von ihr abgelassen. Sein Motiv sei Eifersucht gewesen.

Wie die Staatsanwaltschaft erklrte, werde die Strafe aus der versuchten Vergewaltigung im Mrz und die der gefhrlichen Krperverletzung aus dem Vorjahr zu einer Gesamtstrafe zusammen gefasst. Die Zuhrer im Saal rechneten nach dem ersten Verhandlungstag mit einer mehrjhrigen Haftstrafe fr den Witzenhuser. Ein Urteil wird Mitte September erwartet.

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