Heimatliebe hört beim Preis auf

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Ein Prosit auf ein gutes Jahr (v.li.): Braumeister Christian Flender, die beiden ausgezeichneten Landwirte Gerhard Best und Philip Faust sowie AKE-Chef Ernst Andreas und Hans-Werner Kretschmer vom Amt für den ländlichen Raum. Foto: Liese

Eschwege. AKE-Chef Ernst Andreas zog Bilanz: "Kleine Brauereien werden von den Großbrauereien an die Wand gedrückt."

Eschwege. Mit "Ahler Wurscht", Fettenbrot und Gurke sowie einem frisch gezapften Eschweger Bier kam man auch in diesem Jahr wieder in der Klosterkapelle zusammen, um gemeinsam das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. "Die Ernte war sehr gut. Sowohl Menge als auch Qualität haben gepasst", so AKE-Chef Ernst Andreas zufrieden, der die Zukunft der kleinen Brauereien deutlich in Gefahr sieht. "Die kleinen Brauereien sollen von den Großbrauereien an die Wand gedrückt werden", so Andreas weiter, der zum 1. Januar erstmals seit 2008 die Bierpreise erhöhen musste und befürchtet, dass beim Verbraucher ab einem gewissen Preis die Heimatliebe dann auch nachlasse. Trotzdem liegt es dem AKE-Chef sehr am Herzen, den Landwirten einen fairen Preis für ihre Ernte zu bezahlen.

Ganz allein von der Region könne die Klosterbrauerei nicht leben, betonte Andreas, der daher weitere Standbeine aufgebaut hat, die die Zukunft der Brauerei sichern. Ende Dezember wurde die Produktion des Duff-Biers zwar eingestellt, dafür gibt es nun aber das neue Boss Hoss-Bier, das nicht nur in Eschwege abgefüllt wird, sondern über einen Online-Shop auch von hier aus vertrieben wird. Mit im Programm sind auch weiterhin die Biere "Schöner trinken" und "Demory Paris" sowie einige Produktionen, die lastzugweise ins Ausland transportiert werden.

Damit die Herstellung der Biere überhaupt funktioniert, bedarf es der Braugerste, die zu einem Drittel aus dem Werra-Meißner-Kreis kommt. "Ingesamt 17 Landwirte gehören der Erzeugergemeinschaft "Braugerste aus dem Werra-Meißner-Kreis" an und das bereits seit 15 Jahren", so Hans-Werner Kretschmer vom Amt für den ländlichen Raum, der die konstant zuverlässige Qualität der Anbauer hervorhob. Und so war es für Kretschmer keine große Überraschung, dass er zusammen mit dem Brauereichef auch dieses Mal wieder zwei Landwirten für ihre hervorragende Braugerste gratulieren konnte. Denn beim Hess. Braugerstenwettbewerb belegten Gerhard Best aus Blickershausen und Philip Faust aus Gertenbach mit je 29 von 31 möglichen Punkten den zweiten Platz.

Ingesamt lief für alle 17 Anbauer das vergangene Jahr überraschend positiv. "454 Tonnen Braugerste wurden gemeldet. Nach dem Hochwasser ging die Ernteprognose deutlich runter. Man rechnete mit nur noch 374 Tonnen und am Ende waren es dann doch ganze 485 Tonnen", freute sich Kretschmer.

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