Invasion aus Indien

Sontra. Hübsch anzusehen ist es ja – wie ein rosa Band kleidet das indische Springkraut die Uferböschung der Grünau, dem kleinen Bach, welcher vo

Sontra. Hübsch anzusehen ist es ja – wie ein rosa Band kleidet das indische Springkraut die Uferböschung der Grünau, dem kleinen Bach, welcher von Mitterode her kommend sich an der K26 entlang bis zum Gilseroth schlängelt. Wo letztes Jahr noch heimische Pflanzen die Uferböschung zierten, ist nun ein komplett anderes Bild in Erscheinung getreten...

Die ,indische Bedrohung’, wie das Springkraut auch genannt wird, wird in vielen Regionen Deutschlands bereits als Problem angesehen. Die heimischen Gewächse der Uferrandzonen wie der Blutweiderich und das Mädesüß werden vom Springkraut überwuchert und verdrängt. Damit ist die Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen akut gefährdet.

Das Indische Springkraut zieht Bienen und Hummeln zwar an, es hat jedoch nur wenig Pollen, von denen die Insekten nicht leben können. Durch die Ausbreitung des Krauts ist laut Naturschutzbund (NABU) die gesamte Nahrungskette in Gefahr. Einheimische Pflanzen ernähren die Insekten, die wiederum sind Nahrung für Vögel und Fledermäuse. Normalerweise brüten Vögel in den flachen Gebüschen. Wenn diese jedoch vom Springkraut verdrängt werden, gelangen die Tiere nicht mehr an ihre gewohnten Nistplätze. So gilt die Ausbreitung des Indischen Springkrauts als Angriff auf die Pflanzen- und Tiervielfalt. Kein einheimisches Tier frisst das Springkraut. So kann sich die Pflanze ungehemmt ausbreiten. Eine weitere unangenehme Begleiterscheinung ist die Tatsache, dass das Springkraut lediglich faustgroße Wurzelballen bildet, die besonders an Gewässerufern nicht in der Lage sind, das Erdreich zu halten und zu festigen. Hier besteht dann die zusätzliche Gefahr der Instabilität der Uferböschungen und daraus folgende Erosionen.

In Mitterode ist dieses Jahr die rosa Pracht des Springkrautes das erste Mal in solch flächendeckendem Umfang zu sehen. Heike Hohmann, Ortsvorsteherin von Mitterode ist die Problematik sehr wohl bekannt, eine Bekämpfung erweise sich im Fall Mitterode jedoch als äußerst schwierig "Entlang der Grünau liegen die Felder der örtlichen Landwirte, die bis knapp vor die Uferböschung reichen. Das Springkraut kann frühestens ab Ende Juni bekämpft werden, wenn es hoch genug gewachsen ist und die Blüte erst beginnt. Die bewirtschafteten Felder stehen zu diesem Zeitpunkt jedoch auch bereits hoch im Fruchtstand. So ist die maschinelle Bekämpfung des Springkrauts an der Uferböschung kaum möglich, ohne nicht auch den Fruchtstand der Landwirte zu schädigen", erläutert Hohmann.

Auf die Frage, ob ein manuelles Ausreißen der Pflanzen, nicht möglich wäre, lächelt Hohmann und sagt: "Gerade in den Sommermonaten haben die Landwirte keine Zeit mehr. Dafür ist das befallene Gebiet bereits auch zu umfangreich. Wir hoffen auf die Unterstützung der Stadt, da die Grünau und die Uferzone Stadtgebiet ist. Und im Bereich Gilseroth bis zur Urlettiger Straße könnte die maschinelle Bekämpfung des Springkrautes durch die Straßenmeisterei umgesetzt werden, da dort hauptsächlich Wiesenwirtschaft vorherrscht."

Extra Info

Indisches Springkraut (Balsaminaceae), im Volksmund auch Wupperorchidee oder Emscherorchidee genannt, wurde Anfang des 19. Jhd als attraktive Zierpflanze aus dem indischen Himalayagebiet nach Europa eingeführt.Die Ausbreitung in die freie Natur erfolgte durch Samenflug über den Gartenzaun oder durch das Ausschwemmen der Samen mit Wasserläufen aus den Gärten und Parkanlagen. Jede Pflanze produziert bis zu 2.000 Samen, welche aus der Kapsel heraus bis zu sieben Meter weit springen können, daher auch der Name Springkraut.

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