Inzucht und seine Folgen

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Diese Gruenbruecke befindet sich bei Bad Vilbel. In Zukunft sollen auch in Nordhessen solche Querungshilfen fuer das Wild geschaffen werden. Foto: Privat

Der Landesjagdverband Hessen fordert den Bau von Wildbrücken für Hirsch, Wildkatze, Luchs und WolfHoher Meißner/Hessisch Lichtenau. In ganz Hessen

Der Landesjagdverband Hessen fordert den Bau von Wildbrücken für Hirsch, Wildkatze, Luchs und Wolf

Hoher Meißner/Hessisch Lichtenau. In ganz Hessen gibt es ganze drei Grünbrücken, die es dem Wild ermöglichen, die Autobahn zu überqueren. Nun sind auch bei uns in Nordhessen insgesamt zwei solcher Überquerungshilfen in Planung: Bei Helsa und in der Nähe von Hasselbach, damit auch hier die Tiere die Straßenseite wechseln können, um ihrem natürlichen Instinkt zu folgen. "Passiert das nicht, dann wird es irgendwann zwangsläufig zu einer Verinselung der Population führen", erklärt Rolf Becker vom Landesjagdverband (LJV) Hessen. Die Folge: Ein Austausch ist kategorisch nicht mehr möglich. "Der Kontakt muss unbedingt beibehalten werden, sonst entsteht Inzucht und das hat Folgen", so Becker weiter, der sich zusammen mit dem LJV für den Bau von mehr Grünbrücken einsetzt. "Diese Brücken sichern die traditionellen Fernwanderwege des Wildes und den genetischen Austausch sowie die Verbreitung seltener Tierarten", so der Wildbiologe des LJV. Das Bundesverkehrsministerium hat im Zuge von Einsparungen den Bau von Grünbrücken gestoppt. In Hessen jedoch schreibt es das Naturschutzgesetz vor, Wildbrücken zu erstellen.

Selbst Elch "Knutschi" benutzte den Fernwanderweg

Als beispielhaft bezeichnete der Wildbiologe die Grünbrücken an der künftigen A 66 zwischen Kaufungen und Wommen, die die Straßenbaubehörden mit Unterstützung des Jagdverbandes projektiert hätten. Diese beispielsweise bei Hessisch Lichtenau geplanten Querungshilfen, für die die Planfeststellung läuft, verbinden nach Beckers Angaben den größten zusammenhängenden Wildtierlebensraum in Hessen mit Vorkommen von Rotwild, Wildkatze und Luchs in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. "Auch der Reinhardswald-Wolf und Elch "Knutschi" haben vor vor dem Autobahnbau diesen Fernwanderweg benutzt", betont der Wildbiologe des LJV eingängig.

Dieses Naturschauspiel könnte irgendwann sein jähes Ende finden, wird nicht dafür gesorgt, dass das Rotwild sich austauschen kann. Die Folge: Inzucht.

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