30 Jahre Grenzöffnung: Mit der App vom Geo-Naturpark auf Spurensuche gehen

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Das Kunstwerk ist eines der 30 Orte: „Aus der Enge in die Weite“ von Tobias Michael steht in Herleshausen an der Straße nach Lauchröden und symbolisiert, wie sich die Bürger der DDR 1989 selbst von den sie umgebenden Betonmauern befreit haben.

Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land hat eine App entwickelt, mit der man die Orte zum Thema Grenzöffnung entdecken kann.

Werra-Meißner-Kreis - In diesem Jahr jährt sich die Grenzöffnung zwischen der früheren DDR und der Bundesrepublik Deutschland bereits zum 30. Mal. Inzwischen wächst eine Generation auf, deren Eltern kurz vor oder nach den historischen Ereignissen der Wendezeit geboren wurden und die die Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit nicht mehr aus eigenem Erleben vermitteln können. „Der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land lädt Familien, aber auch alle anderen, dazu ein, sich mit dem Smartphone auf die Spurensuche zu machen“, verkünden Geo-Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi und Marketing-Mitarbeiterin Claudia Krabbes.

Orte der Mahnung und Erinnerung

Weit mehr als 30 Orte im Bereich des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land und in seiner unmittelbaren Umgebung sind Relikte des früheren Todesstreifen, Orte der Mahnung und Orte der Erinnerung, Orte der Information und Orte der künstlerischen Aufarbeitung von Trennung und Wiedervereinigung. 30 dieser Orte werden in der Geo-Naturpark-App vorgestellt. Sie sind in einer separaten Karte zusammengefasst, bebildert beschrieben und über die Navigationsfunktion der App direkt ansteuerbar. Die gemeinsam mit ConRat WebSolutions aus Eschwege entwickelte Geo-Naturpark-App ist für Android im Google Play Store und für iOS im iTunes Store kostenfrei erhältlich.

„Von Deutschlands dienstältestem Grenzmuseum bis zum interaktiven Kunstwerk, das durch die Besucher verändert werden kann, reicht die Palette der vorgestellten Orte“, erläutert der Tourismusdezernent des Werra-Meißner-Kreises, der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann. „Sie können auf Premiumwegen und Freiluftgalerien erwandert werden, liegen direkt am Radweg oder lassen sich mit dem Kanu erfahren. Viele sind auch mit dem Auto oder der Bahn gut zugänglich.“ Und Landrat Stefan Reuß, Vorsitzender des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, ergänzt: „Vor allem die Kunstwerke sind erst in den letzten Jahren entstanden, andere Orte haben Jahrhunderte überdauert wie der Zwei-Burgen-Blick, der den Grenzverlauf – ehemals zwischen Kurhessen und dem Eichsfeld später dann zwischen Ost- und Westeuropa – schon seit Jahrhunderten markiert“.

Direkt am früheren Eisernen Vorhang gelegen, war der Werra-Meißner-Kreis Zonenrandgebiet: Zielort für Bildungsreisen zur deutsch-deutschen Geschichte, Ausgangsort für Tagesreisen in die DDR und Urlaubsort für Westberliner. Menschliche Tragödien, wie die Erschießung von Heinz-Josef Große bei dessen Fluchtversuch, viele Einzelschicksale, die durch den Gebietsaustausch des Wanfrieder Abkommens geprägt waren, oder auch die Rückkehr der Spätheimkehrer des 2. Weltkrieges in Herleshausen haben sich hier abgespielt. Aus dem ehemaligen Todesstreifen hat sich nach der Wende ein ökologisch wertvoller Lebensraum, das Grüne Band, entwickelt. Vom Ende der westlichen Welt ist die Region in den Mittelpunkt Europas gerückt und setzt sich künstlerisch mit diesem neuen Selbstverständnis auseinander.

Ergänzend hierzu bietet der Geo-Naturpark in seinen Jahresprogrammen 2019 und 2020 geführte Wanderungen zu ausgewählten Orten an.

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