Jetzt spricht Michael Stein

Der Mann, der Helmut Heiderich herausfordert: Michael Stein, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Sontra, will Bundestagskandidat werden. Foto: Privat
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Der Mann, der Helmut Heiderich herausfordert: Michael Stein, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Sontra, will Bundestagskandidat werden. Foto: Privat

"Die Zeiten, in denen die SPD in unseren beiden Landkreisen alle Wahlen gewinnt, sind längst vorbei"Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg. Mich

"Die Zeiten, in denen die SPD in unseren beiden Landkreisen alle Wahlen gewinnt, sind längst vorbei"

Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg. Michael Stein ist der Mann, der gerne anstelle von Helmut Heiderich für den Werra-Meißner-Kreis und den Kreis Hersfeld-Rotenburg im Deutschen Bundestag säße. Der MARKTSPIEGEL sprach

mit dem 39-Jährigen, der in Sontra Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes ist und der Mitte November, beim Nominierungsparteitag der beiden Kreisverbände, gegen Helmut Heidrich antritt.

MS: Sie wollen gegen Herrn Heiderich kandidieren. Sind Sie nicht zufrieden mit seiner Arbeit als Abgeordneter für den Wahlkreis?

Stein: Ich möchte den Bürgern die Möglichkeit geben einen neuen Kandidaten mit einer möglichst langfristigen Perspektive wählen zu können. Einen Kandidaten der aus der Mitte ihres Wahlkreises kommt und der alle Generationen ansprechen kann. Ich bin Landwirt und in der Region tief verwurzelt. Das ist meiner Meinung nach eine gute Basis, um für eine bodenständige und nachhaltige Politik einzutreten.

MS: Im WMK gibt es noch eine weitere Bewerberin um den Kandidatenposten. Schwächt dies nicht die Schlagkraft der WMK-CDU? Wie wollen Sie gegen Heiderich bestehen, wenn sich schon der WMK nicht einig ist?

Stein: Die Schlagkraft beider CDU-Kreisverbände wird dadurch sogar gestärkt: Es beweißt, dass die CDU im Wahlkreis mehrere Kandidaten zur Verfügung hat, die auch bereit sind, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Mein Demokratieverständnis sagt mir, dass die Delegierten eine Wahlmöglichkeit haben sollten und dann für sich entscheiden können, wen sie als den geeignetsten Kandidaten ansehen. Dieser Kandidat wird dann die volle Unterstützung von beiden CDU-Kreisverbänden haben. In den letzen Tagen bekomme ich vermehrt sehr positive Rückmeldungen von der CDU-Basis aus beiden Landkreisen, die mich sehr wohl bestärken. Besonders aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg habe ich schon Zusagen von Verbänden, die mich unterstützen wollen.

MS: Wichtige Themen unserer Zeit sind die Energiewende und Mobilität. Wie wollen Sie in unserem ländlich geprägten Gebiet für bezahlbare Energie und bezahlbare Mobilität sorgen?

Stein: Ich will mich für eine Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetz einsetzen, um einen weiteren Anstieg des Energiepreises zu verhindern. Es kann aus meiner Sicht nicht sein, dass z.B. Biogasanlagen weiterhin hoch gefördert werden, um Strom oder Gas zu erzeugen, andererseits aber wertvolle landwirtschaftliche Produktionsflächen der Nahrungsmittelproduktion entzogen werden.

Weiterhin sollten in diesem Bereich sämtliche Förderungen regenerativer Energiegewinnung überprüft werden. So halte ich es für höchst fragwürdig, ob man Windkraftanlagen, nach vorgegeben Prozentsätzen auf der gesamten Landesfläche verteilt, errichtet, obwohl sie an machen Standorten insbesondere hier bei uns in den Mittelgebirgslagen ökonomisch und oftmals auch ökologisch nicht sinnvoll sind.

An oberster Stelle im Bereich der Energiewende muss bezahlbare Energie für die Bürger stehen und dieses gerade hier bei uns in der ländlich geprägten Region.

Ich werde aber auch sehr darauf achten, dass unsere Unternehmen hier in der Region nicht gefährdet werden durch immer weiter steigende Energiekosten. Die Energiewende in Deutschland darf nicht dazu führen, dass unsere Unternehmen bei den Energiekosten benachteiligt werden im Vergleich zu ihren Mitbewerbern in anderen EU-Ländern.

Im Bereich der Mobilität wird ein großes Problem auf unsere Region zukommen. Insbesondere die demografische Entwicklung wird uns zu intelligenten öffentlichen Nahverkehrskonzepten zwingen. Ich werde mich insbesondere für eine weitere öffentliche Förderung des ÖPNV einsetzen, denn der ländliche Raum darf hierbei nicht von den Ballungsgebieten abgehangen werden.

Ich will mich aber auch verstärkt für intelligente Mobilitätskonzepte stark machen, wie z.B. das Projekt Mobilfalt im Werra-Meißner-Kreis. In dieses Pilotprojekt bin ich als Ortsvorsteher von Sontra-Ulfen zurzeit unmittelbar eingebunden und kann dadurch schon viele Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.

MS: Viele Menschen im Wahlkreis können trotz Vollzeitarbeit ihren Lebensunterhalt nur als "Aufstocker" bestreiten. Ist das für Sie ein Argument für einen flächendeckenden Mindestlohn oder haben Sie ein eigenes Modell, diesen Missstand zu beseitigen?

Stein: Ich bin für einen flächendeckenden Mindestlohn. Die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können, nur so können die soziale Marktwirtschaft und die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland auf Dauer sicher fortbestehen. Die Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern faire Löhne bezahlen allerdings dürfen auch keine Arbeitsplätze, durch zu hohe Lohnforderungen seitens der Beschäftigten, gefährdet werden.

Gerade als Ortsvorsteher und Stadtverordneter stehe ich täglich mit den Bürgern direkt vor Ort in Kontakt und weiß, wie wichtig Arbeitsplätze hier in der strukturschwachen Region sind, von denen die Bürger ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

MS: Der Verbleib Griechenlands in der Eurozone wird heiß diskutiert. Sind Sie, wie Merkel, für einen Verbleib um jeden Preis oder gibt es für Sie Grenzen, wo Sie sagen: "Nicht mit mir"?

Stein: Ich bin nicht um jeden Preis, für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Die Zusagen die Deutschland bis jetzt durch den EFSF und den Euro-Rettungsschirm gemacht hat sind für mich die Obergrenze dessen was von der Bundesrepublik und somit von den Bürgern abverlangt werden kann. Die Leistungsfähigkeit Deutschlands darf von den Volksvertretern und den anderen EU- Staaten nicht überfordert werden. Für die bis jetzt gemachten Zusagen erwarte ich von Griechenland aber auch die unverzügliche Einhaltung der Sparauflagen. Ich würde im Bundestag nicht für eine Erweiterung der Hilfszusagen stimmen. Ebenso bin ich strikt gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden innerhalb der EU.

MS:Die Presse meint, Sie hätten keine Chance gegen Michael Roth. Kränkt Sie das?

Stein: Nein, das kränkt mich überhaupt nicht. Die Menschen in unserer Region wollen ehrliche und bodenständige Politik sehen und keine abgehobene. Ich halte es sehr wohl für möglich, das Direktmandat in unserem Wahlkreis für die CDU zu gewinnen. Die Zeiten, in denen die SPD in unseren beiden Landkreisen alle Wahlen gewinnt sind längst vorbei. Ich verweise auf die Vielzahl der bis jetzt durch die CDU gewonnenen Direktwahlen.

Somit kann es uns gelingen mit einem guten Kandidaten, der aus der Mitte des Wahlkreises kommt, das Direktmandat für uns zu gewinnen. Ich traue mir das zu und werde den Wahlkreis in Berlin mit lauter Stimme vertreten.

MS: Und: Würden Sie auch ohne Absicherung auf der Landesliste ins Rennen gehen, auf die Gefahr hin, dass HEF-ROF-WMK dann nur einen statt zwei Abgeordnete stellt?

Stein: Sicherlich würde ich das, eine garantierte Absicherung über eine Landesliste gibt es sowieso nicht. Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt wissen, auf welchem Platz er bei der Landesliste stehen wird. Das hat auch die letzte Wahl deutlich gezeigt. Deswegen werde ich, sofern ich der Bundestangskandidat werde, für den Gewinn des Direktmandates kämpfen und nicht über irgendwelche Plätze auf Landeslisten spekulieren.

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