Von Kassel bis Eschwege: Filialen in Gefahr?

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Kassel. Heute werden in Kassel 230 Mitarbeiter der Barmer über die Pläne der Krankenkasse informiert.

Nordhessen. 3500 ihrer 17.000 Mitarbeiter will die Barmer GEK entlassen, 400 der 800 Filialen schließen. Dafür soll der Telefon- und Online-Service optimiert werden. So eine amerikanische Lösung bekommt man, wenn man Boston Consult mit den Plänen beauftragt.

In Kassel werden heute bei einer Betriebsversammlung 230 Mitarbeiter der Standorte Kassel, Fritzlar, Kaufungen, Melsungen, Korbach, Hofgeismar, Frankenberg, Schwalmstadt, Wolfhagen, Eschwege, Bad Hersfeld und Rotenburg über die Pläne informiert.

Einer von ihnen ist Thorsten Bauer. Ex-Torjäger des Regionalligisten Hessen Kassel. "Natürlich haben wir durch die Medien schon mitbekommen, was da auf uns zukommt, aber Genaues weiß noch niemand. Aber sicher werden auch wir nicht ungeschoren davon kommen. Aber ob uhnd wie werden wir erst in den nächsten Monaten wissen."

Auch Pressesprecherin Brigitte Schlöter hält sich noch sehr bedeckt. "Es wird keine schnellen Entlassungen nach dem Motto "Ene, mene muh und weg bist Du" geben", erklärte sie. "Zur Zeit legen wir die neuen Strukturen fest, formulieren die Ziele. Dann werden die einzelnen Bereiche überprüft."

Ziel sei es, weniger Filialen zu haben, die aber besser besetzt seien. "Aktuelle haben wir viele Filialen mit zwei Mitarbeitern. Die haben nur unregelmäßig auf und die Urlaubsvertretung ist kaum zu leisten."

Die Ereichbarkeit vor Ort bleibe aber auch mit der Hälfte der Filialenerhalten. Die Betreuungsqualität solle sogar gesteigert werden. In der Bewegung eingeschränkte Versicherte würden weiterhin vom Service der Hausbesuche profitieren. In Nordhessen sind das immerhin 120.000.

Ein Trost: Fachspezifische Bearbeitungszentren sollen geschaffen werden. "Wenn eins davon nach Nordhessen kommt, könnte sich dort die Zahl der Mitarbeiter sogar erhöhen", macht Birgitte Schlöter Mut.

Und warum das ganze? "Die noch gute Finanzausstattung der Kassen wird sich ändern", erklärte der Barmer-Vorstand Dr. Christoph Straub. "Während die Ausgaben kontinuierlich steigen, reduzieren sich die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond."

Mit den Änderungen will die Barmer jährlich zwischen 250 und 300 Millionen Euro sparen.

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