Keine Gewaltakte beim Sparen und Erhöhen!

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Redaktionsleiter Lars Winter.

Der Sinn des Fragenbogens ist klar: Die Verwaltung, allen voran Stadtkämmerer Reiner Bril will erfahren, ob sich die Bürger überhaupt für den Ha

Der Sinn des Fragenbogens ist klar: Die Verwaltung, allen voran Stadtkämmerer Reiner Bril will erfahren, ob sich die Bürger überhaupt für den Haushalt ihrer Stadt interessieren und wo sie einerseits den Rotstift ansetzen und andererseits Steuererhöhungen am ehesten akzeptieren würden. Ob er zukünftig auch als Legitimation der Verwaltung dienen soll, hier und da einfacher den Rotstift ansetzen zu können ("der Bürger will doch, dass wir genau hier sparen...") sagt zumindest keiner laut.

Im Fragebogen werden teilweise exakte Zahlenbeispiele auf der Einnahmenseite genannt, wie beispielsweise bei den Parkgebühren (keine Erhöhung = 1 Euro, Geringe Erhöhung=1,20 Euro, Mittlere Erhöhung=1,40 Euro, Deutliche Erhöhung=1,60 Euro), woran sich der Bürger super orientieren kann. Bei einigen aufgeführten Sparmöglichkeiten dagegen wird er ein großes Fragezeichen auf der Stirn haben.

Denn genannt werden unter anderem: Einsparen bei der Pflege von Städtepartnerschaften? Aha! Was gibt denn die Stadt dafür aus und was habe ich als Bürger überhaupt davon? Das wäre interessant zu wissen, bevor der Bürger sein Spar-Kreuzchen setzt oder nicht.

Oder Geburtstagssträuße für über 80-Jährige? Sollen die eingespart werden? Den Schuldenbraten der Stadt dürften die ja kaum fett machen. Reden wir hier von 300, 800 oder 2000 Euro im Jahr?

Und auch an das Allerheiligste geht es ran: Soll die Stadt beim Johannisfest sparen? Oder ihre Zuschüsse zum Open Flair kürzen? Was kostet denn was, wieviel Geld schießt die Stadt denn in die Feste?

Zugegeben: Gäbe es zu jeder Frage eine Erläuterung und ein Zahlenwerk, wäre der Fragebogen 120 Seiten stark und die Rücklaufquote gleich null.

Und genau das soll ja nicht eintreten, daher ist er so kurz und einfach wie nur möglich gehalten. Sagen die, die’s wissen müssen, die Experten von der Uni.

Absolut positiv ist: Der Bürger kann eigene Vorschläge machen, wo er Möglichkeiten sieht, wie die Stadt ihren Schuldenberg von rund 40 Millionen Euro abbauen kann.

Bei allen möglichen Antworten und bei allen Bemühungen im Rathaus, die vorgeschriebene schwarze Null in den nächsten Jahren zu erreichen, sollte eines aber immer oberstes Gebot sein: Maßvoll sparen und maßvoll erhöhen. Bitte keine Gewaltakte auf einer der beiden Seiten. Es wird die große Kunst sein, einen gesunden Mittelweg zu finden. Und zu dem gehört auch, mit Sinn und Verstand weiter in die Stadt zu investieren. Denn Eschwege muss für seine Bürger attraktiv bleiben – sonst sind sie irgendwann weg!

Hier geht's zum Artikel "Wo sparen: An Spielplätzen oder am Johannisfest?"

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