Keine schnelle Lösung

Quentel. Die Bewohner von Quentel haben Angst, Angst vor den Lastwagen die durch ihren Ort rollen, Tag für Tag. Und man befürchtet, dass es immer me

Quentel. Die Bewohner von Quentel haben Angst, Angst vor den Lastwagen die durch ihren Ort rollen, Tag für Tag. Und man befürchtet, dass es immer mehr werden. Der Grund: Im angrenzenden Steinbruch wird die Betreiberfirma eine Asphaltmischanlage errichten. Dafür stellte die Basalt-Aktien-Gesellschaft (BAG) am 10. Dezember einen Antrag beim Regierungspräsidium in Kassel (wir berichteten).

Die Planungen für das Projekt begannen bereits in 2010. Nun befürchten die Bewohner des Dorfes, dass der Lkw-Verkehr noch weiter zunehmen wird. Aus diesem Grund gründete sich bereits zum Beginn des Jahres eine Bürgerinitiative (BI), die gegen die Verkehrsbelastung vorgehen möchte. Der BI gehören auch Bürger aus Fürstenhagen an, da der Verkehr auch durch ihren Ortsteil rollt.

Die BAG sieht diese Gefahr jedoch nicht. In einer Presseerklärung, die der MARKTSPIEGEL erhielt, heißt es: "Durch den Betrieb der geplanten Asphaltmischanlage im Tagebau Ölberg wird es keine nennenswerte Erhöhung des Frachtaufkommens geben. (...) Die Produktmenge pro Jahr, die den Betrieb Ölberg verlässt, bleibt unverändert. Das hergestellte Asphaltmischgut substituiert lediglich die gleiche Transportmenge an Mineralstoff (Basalt), welcher bisher an andere Mischanlagen geliefert wurde."

Keine schnelle Lösung

Um ihre Bedenken zu äußern, lud die BI am Montag Politiker der Stadt, des Kreises, Landes und Bundes ein, um sich von der Verkehrsbelastung selbst zu überzeugen und mögliche Lösungen zu diskutieren. Doch es wurde klar, schnelle Lösungen wird es nicht geben und eine Umgehungsstraße wäre wohl frühestens 2025 möglich.

Der Grund: Der Ausbau der Anlage der BAG sei rechtlich korrekt und die Firma hält sich an die Geltende Rechtsgrundlage, wie es Lothar Quanz (Landtagsvizepräsident) und Bundestagsabgeordneter Helmut Heiderich erklärten. Die mögliche zusätzliche Verkehrsbelastung für die Anwohner spiele bei der Planung der Anlage keine Rolle.

Zudem handelt es sich bei der Straße durch das Dorf um eine Straße des Landes, die entsprechend von den Lkw genutzt werden kann. Für die Schäden an der Straße trägt das Land Hessen die Kosten. Die Straße selbst wurde 2006 erneuert, doch durch die Verkehrsbelastung mussten die Kanaldeckel bereits abgesenkt werden, um diese der Fahrbahnhöhe anzupassen. Für große Besorgnis sorgt bei den Anwohnern, dass die Anlage bei Bedarfsfällen 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche in Betrieb sein könnte und somit auch die Lkw entsprechend an und abfahren.

Hier versprachen die Politiker, parteiübergreifend, dass man sich dafür einsetzen werde, die Verkehrsbelastung so gering wie möglich zu halten, allerdings sei der Spielraum entsprechend gering.

Heinrich Lutz, Sprecher der BI, hofft dennoch, dass man eine temporäre "Umgehungs- bzw. Baustraße" einrichten könne, da die Ressourcen im Tagebau nur noch rund 30 Jahre reichen würden. Dann würde der Standort mit den Ressourcen verschwinden, somit wäre eine Ortsumgehung ein zeitlich begrenztes vorhaben.

In den kommenden Wochen wird sich die BI zudem mit der BAG treffen um über mögliche Lösungen zu sprechen.

"Probleme mit Kohlenstaub"

Ein weiteres Problem sieht man seitens der BI bei der Energiegewinnung in der Anlage der BAG, da diese mit Kohlenstaub betrieben werden soll. Die Anwohner befürchten durch die Anlage ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

In der Presseerklärung der BAG heißt es hierzu: "Diese Anlage entspricht dem modernsten Stand der Technik und wird alle Grenzwerte der Regelwerke TA Luft und TA Lärm sicher einhalten."

Die Asphaltmischanlage wird im Normalbetrieb werktags an 220 Tagen im Jahr betrieben. Die Betriebszeit beträgt maximal 12 Stunden. Die Produktionskapazität der Asphaltmischanlage beträgt 280 Tonnen pro Stunde. Die maximale Produktionsmenge beträgt 150.000 Tonnen Asphaltmischgut pro Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Warmes Winterwetter führt zu früher Wanderung der Amphibien

Es ist wieder soweit, die Amphibienwanderung wird wahrscheinlich aufgrund des warmen Winters wahrscheinlich früher beginnen.
Warmes Winterwetter führt zu früher Wanderung der Amphibien

Kriminalstatistik 2019 im Werra-Meißner-Kreis: Aufklärungsquote liegt bei 64,1 Prozent

Die Zahl der Straftaten im Werra-Meißner-Kreis verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang. Das teilt die Polizeidirektion Werra-Meißner in ihrer …
Kriminalstatistik 2019 im Werra-Meißner-Kreis: Aufklärungsquote liegt bei 64,1 Prozent

Sachbeschädigungen in Eschwege: Tatverdächtiger ist in der Psychiatrie

Der Tatverdächtige, der am Freitag vergangener Woche gleich für mehrere Sachbeschädigungen, unter anderem an der Friedhofskapelle in Eschwege und einem Steinmetzbetrieb …
Sachbeschädigungen in Eschwege: Tatverdächtiger ist in der Psychiatrie

Unfall in Sontra: Rollerfahrer wird schwer verletzt

Am heutigen Donnerstagmorgen kam es gegen 7.55 Uhr in der Ortslage von Sontra zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein 65-jähriger Mann aus Sontra schwer verletzt wurde. Die …
Unfall in Sontra: Rollerfahrer wird schwer verletzt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.