"KiföG - so nicht!"

Kinder aus elf Kitas waren mit dabei auf dem Eschweger Marktplatz.
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Kinder aus elf Kitas waren mit dabei auf dem Eschweger Marktplatz.

Eschwege. Massenauflauf auf dem Eschweger Marktplatz heute Abend: Mitarbeiter aller zehn Eschweger Kindertagesstättendemonstrierten gemeinsam mit Kin

Eschwege. Massenauflauf auf dem Eschweger Marktplatz heute Abend: Mitarbeiter aller zehn Eschweger Kindertagesstätten

demonstrierten gemeinsam mit Kindern, Eltern und der Unterstützung von der Kita Plessefelsen aus Wanfried gegen das geplante Kinderförderungsgesetz der hessischen Landesregierung.

Mit unzähligen Protest-Plakaten,  Sprechchören und deutliche Worten machten Erzieherinnen, Eltern und Kinder ihrem Unmut Luft  gegen die aus ihrer Sicht unzumutbaren Neuregelungen.

"Ich kann der Landesregierung nur empfehlen, das Gesetz in seiner jetzigen Form zurückzuziehen", sagte Eschweges Erster Stadtrat Reiner Brill (SPD). Er bezeichnete das CDU-Gesetz als rückwärtsgewandte Familienpolitik. Eine der schlimmen Folgen sei, dass viele Kindertagesstätten bereits um 16 Uhr schließen müssten. "Das ist für berufstätige Eltern ein Unding, das dürfen wir uns nicht bieten lassen", so Brill.

Statt weniger Geld benötige man mehr Geld für die Erziehung der Kinder. "Was wir brauchen, sind hessenweit 3.000 weitere Erzieherinnen und 9.000 neue Plätze", fordert Brill.

Er ermutigte die zirka 300 Anwesenden, ihren Protest fortzuführen, damit die Regierung zur Vernunft komme. "Dass alle zehn Eschweger Kitas gemeinsam protestieren, hat es noch nicht gegeben und zeigt den ganzen Ernst der Lage", so der stellvertretende Bürgermeister.

Corinna Eichholz sprach stellvertretend für viele Eltern. Die alleinerziehende und voll berufstätige Mutter wisse nicht, wie es bei ihr weitergehen solle, wenn das neue Gesetz kommt. "Maximal stehen dann nur noch 8,5 Stunden Kinderbetreuung pro Tag zur Verfügung. Für alleinerziehende Berufstätige, die noch viele Kilometer zur Arbeitsstelle fahren müssten, sei das eine Katastrophe.

Betroffen seien, laut Eichholz, vor allem auch die Erzieherinnen, denn: "Die sollen mehr Arbeit verrichten in weniger Zeit."

Heidi Ott, Leiterin der Kita Mauerstraße, wehrte sich gegen den Vorwurf aus CDU-Reihen, Falschmeldungen zu transportieren: "Wir lassen uns nicht vorwerfen, den Eltern das Gesetz falsch zu vermitteln." Sie forderte gemeinsam mit vielen Eltern "KiföG - so nicht!".

CDU-Vertreter waren auf dem Marktplatz nicht vertreten.

Hier geht's zum Artikel "Protest: 2.700 Unterschriften gegen neues Kita-Gesetz"

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