Klare Spielregeln für die Eschweger Innenstadt

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Eschwege. Eine geplante Gestaltungssatzung sorgt in Eschwege für Aufregung. Experten aus dem Gestaltungsbeirat nahmen heute Mittag Stellung.

Eschwege. Eine geplante Gestaltungssatzung für die Eschweger Innenstadt erhitzt die Gemüter (lokalo24.de berichtete). Heute um 17 Uhr wird in öffentlicher Sitzung ein erster Entwurf vorgestellt. Erwartet wird eine rege Teilnahme der Eschweger Geschäftsleute, die Mitspracherecht fordern.

Im Vorfeld nahmen Bürgermeister Alexander Heppe sowie Prof. Manfred Gerner (Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte) und Roland Adlich (Stadplanung Gotha) als Mitglieder des Gestaltungsbeirats zur geplanten Satzung heute Mittag Stellung.

"Ziel ist es, die Stadt attraktiver zu machen und das Bild der historischen Altstadt zu bewahren", so Gerner. Eine solche Satzung sei nichts außergewöhnliches. Über 60 Prozent der Fachwerkstädte würden dieses Regulierungsinstrument nutzen. Um zu vehindern, dass man überall den selben Brei sehe, so Adlich, Vorsitzender des Gestaltungsbeirates.

Beide Experten betonen, dass für die Umsetzung Anstrengungen der Bürger, der Geschäftsleute, nötig seien. "In Eschwege muss das Publikum qualitätvoller angesprochen werden", so Gerner. Man könne nämlich eine Stadt zum Beispiel mit billiger Möblierung auch nach unten ziehen. Die Folge: Noch mehr Menschen ziehen weg, kaum Neubürger kommen dazu.

Bürgermeister Alexander Heppe machte erneut deutlich, dass es sich aktuell lediglich um einen Entwurf handele: "Mehr als roher Text, der sich an den Gestaltungssatzungen von Bad Sooden-Allendorf und Fritzlar orientiert, ist es nicht."

Erst nachdem der Entwurf mit dem Gestaltungsbeirat abgestimmt sei, soll sich eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Eschweger Stadtmarketings und der Werbegemeinschaft mit den Inhalten beschäftigen, bevor er zur Beratung in die politischen Ausschüsse und zur Abstimmung in die Stadtverordnetenversammlung geht.

"Unser Kapital ist das Fachwerk. Dieses Stadtbild müssen wir für nachfolgende Generationen sichern", so Heppe.

Und da schon so viel über Farben diskutiert worden sei in Zusammenhang mit der Gestaltungssatzung, formuliert es Heppe gemeinsam mit Professor Gerner so: "Wir wollen es farbig in der Innenstadt, aber wir wollen es nicht grell." Man dürfe die Thematik nicht an der Farbe eines Stuhles aufhängen. Die Satzung solle ein Werkzeug sein, aber kein Korsett. Sie gebe aber klare Spielregeln vor.

Einen Bericht von der heutigen Sitzung im Rathaus lesen Sie heute Abend hier

Hier geht's zum Artikel "Plastikstühle verboten"

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