K+S: Mit der Ökologie geht’s bergauf

Gewssermonitoring an Werra und Weser: Untersuchungsergebnisse belegen positiven TrendPRESSEMITTEILUNGKassel/Waldhessen. Aktuelle Ergebnisse lang

Gewssermonitoring an Werra und Weser: Untersuchungsergebnisse belegen positiven Trend

PRESSEMITTEILUNG

Kassel/Waldhessen. Aktuelle Ergebnisse langjhriger Gewsseruntersuchungen besttigen, dass sich die dynamische Verbesserung der kologischen Bedingungen in Werra und Weser weiter fortsetzt. Die erstmalig 2004 - 2007 durch Behrden in Hessen und Thringen veranlassten Untersuchungen des Fachbros EcoRing in Werra und Ulster sind im Auftrag von K+S in den Jahren 2008 - 2009 fortgesetzt und auf die Weser ausgedehnt worden. Die Ergebnisse des Untersuchungsprogramms haben nach intensiver fachlicher Prfung inzwischen Eingang in die wissenschaftliche Fachliteratur gefunden.

Das langjhrige Gewssermonitoring, das nach wie vor von den hessischen und thringischen Fachbehrden begleitet wird, und in das auch Gewsserabschnitte der Werra oberhalb des Einleitungsbereiches sowie die Weser bis nach Bremen einbezogen worden sind, wurde durch zwei weitere aktuelle Studien ergnzt.

Das Dezernat Binnenfischerei des Niederschsischen Landesamtes fr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit fhrte 2009 in ausgewhlten Abschnitten der Werra eine Elektrobefischung durch und EcoRing untersuchte 2010 Verbreitung und Aufwuchs von Jungfischen. Ziel war, weitere Erkenntnisse ber die Entwicklung der aquatischen Flora und Fauna nach den in den vergangenen Jahren stark verringerten Salzeinleitungen zu sammeln und zu dokumentieren.

Wiederbesiedlung hat an Dynamik gewonnen

Sowohl bei den Wasserpflanzen, als auch bei den Kleintieren stellten die Wissenschaftler im Vergleich zu den Vorjahren in der Werra weitere Verbesserungen fest. So sind die neu angesiedelten Vorkommen hherer Wasserpflanzen in der mittleren Werra inzwischen weitgehend stabil. Auch die Einwanderung von Kcherfliegen, die hinsichtlich hherer Salzkonzentrationen eher ber eine geringe Toleranz verfgen, hat sich im Unterlauf der Werra weiter fortgesetzt und sich seit 2006 von fnf auf neun Arten fast verdoppelt.

Elektrobefischung und Jungfischzhlung besttigen Ergebnisse

Zu hnlichen Ergebnissen kam auch die Auswertung einer Elektrobefischung, die das Dezernat Binnenfischerei des Niederschsischen Landesamtes fr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) 2009 auf mehreren Streckenabschnitten der Werra zwischen Breitungen und Creuzburg durchfhrte.

Auf einer untersuchten Gesamtstrecke von rund 18 Kilometern wurden sowohl oberhalb als auch unterhalb der Salzwasser-Einleitungen im Vergleich zu den Untersuchungen der Jahre 1993 - 1997 und 2002 erhebliche Verbesserungen festgestellt. Diese machen sich bei den Fischen sowohl in einer Zunahme der Artenzahl und Artendichte, als auch in der Populationsgre (Abundanz) und zum Teil der Biomasse bemerkbar. Insgesamt wurden bei der Elektrobefischung 19 Fischarten, davon auch bis zu 17 im Einleitungsbereich, festgestellt.

Im Bereich von Gerstungen, wo noch 1999 nur Aal und Regenbogenforellen in wenigen Exemplaren vorkamen, wurden bei der aktuellen Befischung vier weitere Fischarten (Dbel, Hecht, Koppe und Dreistachliger Stichling) nachgewiesen. Darber hinaus hatten sowohl Populationsgre wie Biomasse erheblich zugenommen.

Mit den Jungfischuntersuchungen sollte vor allem nachgewiesen werden, ob Fische sich auch in Gewsserabschnitten mit hherem Salzgehalt eigenstndig fortpflanzen knnen. Ferner sollten Erkenntnisse ber die Artenzusammensetzung und den Gesundheitszustand der Jungfische gewonnen werden.

Dazu wurden im Frhjahr und Sommer an fnf Positionen in der Werra zwischen Gerstungen und Witzenhausen mit einem feinmaschigen Netz Befischungen durchgefhrt. Die jeweils hchste Dichte an Jungfischen wurde dort gefunden, wo eine reichere Gewsserstruktur mit Flachwasserzonen und Kiesbnken gnstige Lebensrume bietet. Demgegenber lie sich eine eindeutige Abhngigkeit zwischen Salzgehalt und Jungfisch-Vorkommen nicht nachweisen.Ganzheitliche Sanierung zwingend geboten

Die Untersuchungen zeigen auch, dass neben den unbestrittenen Auswirkungen der Salzwassereinleitung sowohl in der Werra, wie auch in der Weser immer deutlicher die weiteren auf den Gewsserzustand wirkenden Belastungsfaktoren zu identifizieren sind. Zu ihnen zhlen vor allem die nach wie vor bestehende Nhrstoffbersttigung und Defizite in den Gewsserstrukturen, die vielen Tier- und Pflanzenarten keine angemessenen Lebensrume bieten.

Bei weiter rcklufiger Salzkonzentration werden diese Einflussfaktoren noch strker an Bedeutung gewinnen. Deshalb ist eine umfassende Sanierung der Gewsser erforderlich, die alle schdlichen Einflsse bercksichtigt. K+S wird mit der Umsetzung des Manahmenpaketes zum Gewsserschutz dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Neubrger gefhrden Artenvielfalt

Ein besonderes Phnomen fllt in der Oberweser auf. Obwohl der Fluss ab dem Zufluss der Werra bei Bad Oeynhausen die chemischen Anforderungen eines Swasserbiotops mit entsprechend geringer Salzkonzentration annhernd erfllt, ist im Vergleich zu den Vorjahren ein erheblicher Rckgang der Artenzahlen bodenlebender Kleintiere und eine Reduzierung der Jungfischbestnde festzustellen. Die Ursachen fr diese Entwicklung liegen in der zunehmenden Verbreitung einer Kleinkrebs-Art (Hckerflohkrebs, Dikerogammarus villosus), die aus dem Donauraum zugewandert ist.

Als biologische Konkurrenten sind diese Neubrger vielen einheimischen Arten berlegen und besetzen auf deren Kosten groflchig passende Lebensrume. hnliche Zusammenhnge sind auch in anderen Flssen, u.a. der Fulda, beobachtet worden. Auch das Auftreten dieser neuen Art und ihre Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften in Werra und Weser bezieht K+S in die Monitoringprogramme und weitere Untersuchungen, die in den nchsten Jahren fortgesetzt werden, ein.

Die vorliegenden Berichte- Biologisch-kologische Untersuchungen zur Abschtzung von Auswirkungen vernderter Salzeinleitungen auf die aquatische Flora und Fauna der Werra, Ergebnisse der Untersuchungen 2004 - 2007 (Hardegsen/Uslar 2008),- Biologisch-kologische Untersuchungen zur Abschtzung von Auswirkungen vernderter Salzeinleitungen auf die aquatische Flora und Fauna der Werra, Ergebnisse der Untersuchungen 2008 - 2009 (Hardegsen/Uslar 2010) und- Elektrobefischung von Abschnitten der Werra zwischen Breitungen und Creuzburg im Jahr 2009 (Hannover 2010) sind im Internet unter www.k-plus-s.com/de/umwelt/gewaesserschutz/monitoring.html verffentlicht.

Der Bericht ber die Jungfischuntersuchungen wird nach Fertigstellung ebenfalls dort verffentlicht.

In der aktuellen Ausgabe der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Limnologica (Verlag Elsevier) wurden folgende Forschungsberichte publiziert:- Bthe, J., Coring, E., Biological effects of anthropogenic salt-load on the aquatic Fauna: A synthesis of 17 years of biological survey on the rivers Werra and Weser.- Bthe, J., Coring, E., Effects of reduced salt concentrations on plant communities in the River Werra (Germany)

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Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Werra: WWA zweifelt Gutachten an Werra-Weser-Anrainerkonferenz: Unabhngige Gutachter halten die EcoRing-Gutachten fr K+S fr wisschenschaftlich nicht haltbar (vom 21. September 2010)

Der Skandal setzt sich fort Antragsunterlagen unvollstndig Wesentlich Betroffene werden ausgegrenzt (vom 9. August 2010)

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