Die Lage wird dramatisch

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Ringgau. Die Großbaustelle in Datterode führt zu massiven Einbußen bei den Geschäften im Ort.

Ringgau. Seit Mitte Mai ist die Bundesstraße 7 in der Ortsdurchfahrt von Datterode eine Großbaustelle. Für die ansässigen Geschäftsleute wird dies nun zu einem ernsthaften Problem. "Wir haben enorme Umsatzeinbußen durch die Vollsperrung”, beklagt Rolf Eckhardt, Chef des Nahkauf-Marktes in der Leipziger Straße. Besonders seit dem Beginn der Bauarbeiten am dritten Abschnitt kämen weniger als die Hälfte der Kunden.

"Die ersten beiden Bauabschnitte waren für uns noch verkraftbar”, sagt Marktleiterin Sonja Breßler, "doch jetzt wird es langsam dramatisch.” Normalerweise kämen rund 400 Kunden pro Tag zum Einkaufen. "Zur Zeit sind es kaum 150”, so Breßler weiter. Auch Marion Hansmann, die Leiterin der Tankstelle direkt neben dem Nahkauf, kämpft mit schwindenden Kundenzahlen. "Mit einem Schlag kommt kaum noch wer”, so Hansmann.

"Obwohl wir die Menge schon deutlich reduziert haben, sind die Retouren an Backwaren sehr hoch”, ergänzt  Thomas Wolf, dessen Bäckerei den Backshop im Nahkauf betreibt. Aber die Kosten blieben trotz des Umsatzeinbruchs bestehen.Die Geschäftsleute in Datterode reagieren mit verkürzten Öffnungszeiten auf den Kundenschwund. "Unter der Woche schließe ich eine Stunde früher, am Wochenende sogar zwei”, berichtet Marion Hansmann. Rolf Eckhardt überlegte sogar, seinen Markt nur noch halbtags oder alle zwei Tage zu öffnen. "Davon haben mir viele aber abgeraten”, sagte Eckhardt. Deshalb hat er einen Bringdienst eingerichtet, der zweimal pro Woche zu den Kunden kommt.

Viele Menschen, auch aus Datterode wüßten überhaupt nicht, dass die Geschäfte trotz der Bauarbeiten erreichbar wären. "Entsprechende Hinweisschilder, die wir am Ortsausgang angebracht hatten,  mussten wir auf Anweisung von Hessen Mobil wieder entfernen”, ärgert sich Rolf Eckhardt, "Viele Datteröder fahren zur Zeit zum Einkaufen nach Reichensachsen oder Waldkappel”, ergänzt Sonja Breßler, "obwohl wir mit tollen Sonderaktionen die Kunden zu locken versuchen.”

Mit Skepsis blicken die Geschäftsleute auf den bevorstehenden vierten Bauabschnitt, der unmittelbar vor ihren Läden liegt. "Wahrscheinlich müssen wir sämtliche Waren quer durch den Markt tragen, weil der LKW nicht mehr an die Laderampe herankommen wird”, befürchtet Eckhardt. "Ich sehe noch nicht, dass diese Baustelle Ende Oktober fertig wird”, sagt Marion Hansmann skeptisch. Lange Zeit wären nur wenige Arbeiter auf der Baustelle tätig gewesen, erst nach massiven Druck auf die Gemeindeverwaltung habe sich die Situation gebessert.

Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann geht davon aus, das Anfang November der Durchgangsverkehr wieder rollen wird. "Momentan sieht es gut aus, dass wir Ende Oktober die Bauarbeiten bis auf einen kleinen Rest abgeschlossen haben”, so Fissmann.

Bis dahin versuchen die Datteröder Geschäftsleute, das beste aus ihrer prekären Situation zu machen. "Unser Aufruf an alle Datteröder: Wir sind trotz der Bauarbeiten immer noch erreichbar”, appelliert Eckhardt an die Bevölkerung.Auch Bürgermeister Klaus Fissmann ruft alle Datteröder und auch die Einwohner der übrigen Ringauer Ortsteile auf, weiterhin bei den lokalen Geschäften einzukaufen. "Nehmen Sie die fünf Minuten Umweg in Kauf”, so Fissmann "und nutzen Sie die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.”

Die Datteröder Geschäftsleute hoffen, dass ihre Kunden diesen Aufruf ernst nehmen.

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