Landkreis nimmt an Auditierung zum Familiengerechten Kreis teil

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Landrat Stefan Reuß und Vereins-Geschäftsführerin Beatrix Schwarze unterzeichnen den Vertrag im Beisein von (hinten v.li.) Ellen Ehring (Auditorin), Heidi Bevern-Kümmel und Miriam Lamotte-Heibrock (beide Fachdienst).

Der Landkreis Werra-Meißner ist der erste in Hessen, der sich als Familiengerechter Landkreis auditieren lassen will.

Werra-Meißner-Kreis - Um dieses Ziel zu erreichen, hat Landrat Stefan Reuß am Mittwoch den Vertrag mit dem Verein „Familiengerechte Kommune e.V.“ unterzeichnet. „Wir nehmen das als Chance uns mit der Bezeichnung ‚Familiengerechter Kreis‘ noch besser darzustellen im Vergleich“, so der Landrat.

Damit soll das weiterentwickelt und ausgewertet werden, was bereits seit 2006 mit dem Lokalen Bündnis für Familie im Werra-Meißner-Kreis umgesetzt wird. „Es geht zunächst darum, eine Bestandsaufnahme zu machen, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Welche Verfahren können gebündelt werden, welche Synergien aufgebaut und wie auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert werden“, informierte Beatrix Schwarze, Geschäftsführerin des Vereins. Dabei sollen strategische Ziele erarbeitet werden, die sowohl realistisch als auch messbar sind. „Es geht nicht darum, alle Lösungen zu finden, sondern die wichtigsten prioritär anzugehen“, so Schwarze.

Die Vereinbarung zwischen Kreis und Verein und die damit verbundenen Schritte wurden im Kreistag verabschiedet. Dort sollen auch die Ziele diskutiert und festgesetzt werden. „Wichtig ist die Beteiligung von Politik, Verwaltung und den Kommunen“, so Schwarze weiter. Auch können andere Akteure, die mit an der Zielumsetzung arbeiten können, beteiligt werden.

„Wir fangen nicht bei Null an. Wir haben über die Jahre viele Erfahrungen und Daten gesammelt, auf die wir zurückgreifen können“, sagte der Landrat. So wisse man um den Stand der Betreuungsangebote für Kinder, des ehrenamtlichen Engagements, und der Sozialplanung, zum Beispiel der Pflege. „Davon haben wir schon einiges abgeleitet, wie Technik im Alter, Angebote von Omnibus - der Freiwilligenagentur, den Pakt für den Nachmittag oder das Angebot der neuen Erzieherausbildung PIA“, so Reuß. Diese sollen nun auf den Prüfstand gestellt, Stärken und Schwächen herausgearbeitet werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren, an deren Ende der Kreis das Zertifikat „Familiengerechter Kreis‘ erhält.

EXTRA INFO: Der Verein

Der Verein „Familiengerechte Kommune e.V.“ Der gemeinnützige Verein Familiengerechte Kommune hat das Ziel, Familiengerechtigkeit in deutschen Kommunen gezielt, für Menschen konkret spürbar und nachhaltig, zu erhöhen. Im Rahmen des Audit erhalten Kreis und/oder Kommune eine faktenbasierte Analyse der familienpolitischen Ausgangslage. Diese hilft, eine nachhaltige und von allen Akteuren getragene Gesamtstrategie zu entwickeln und umzusetzen.

Zentrale Handlungsfelder, die die vielfältigen Aufgaben übersichtlich strukturieren, werden im Rahmen der Auditierung systematisch bearbeitet. Die Handlungsfelder sind: n Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit n Familie und Arbeitswelt; Betreuung n Bildung und Erziehung n Beratung und Unterstützung für Familien n Wohnumfeld und Lebensqualität n Senioren und GenerationenIm Kreis zertifiziert ist bereits die Stadt Eschwege. Witzenhausen befindet sich derzeit im Auditierungsprozess.

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